• Startseite
  • Reise
  • Ostsee: Können Hotels an Ostern wieder öffnen? Pläne für Tourismus-Neustart

Pläne für Tourismusneustart an der Ostsee: Können Hotels an Ostern öffnen?

  • Die Hotels in Deutschland sind seit knapp drei Monaten geschlossen.
  • Die Reisebranche dringt auf Lockerungen und legt für mehrere Bundesländer Strategiepapiere zum Tourismusneustart vor.
  • Die Hoffnung der Touristiker: Bestenfalls könnten Mitte März Hotels wieder öffnen.
Anzeige
Anzeige

Die Reisebranche durchlebt harte Zeiten: Seit dem 2. November gilt in Deutschland ein touristisches Beherbergungsverbot, die Hotels sind geschlossen. Die Zahl der touristischen Betriebe in Not nimmt einer Umfrage des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern weiter zu. Wie Verbandspräsident Wolfgang Waldmüller sagte, sind rund 60 Prozent der Unternehmen auf staatliche Hilfen angewiesen. Im November waren es 50 Prozent. „Die Lage der Unternehmen verschlechtert sich trotz staatlicher Hilfen. Wir brauchen dringend eine Perspektive.“

Die Hoffnung auf eine Besserung der Pandemielage ist groß, die Bundesländer und Branchenverbände arbeiten wie bereits im vergangenen Jahr an Öffnungsstrategien. Das bei Urlaubern beliebte Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes Bundesland ein Strategiepapier für den Weg Richtung Normalität erarbeitet. Es enthält einen Phasenplan für die stufenweise Wiedereröffnung, ein Ampelsystem sowie einen Ansatz für eine Corona-Teststrategie für den Tourismus und dem im Dezember eingeführten Siegel für mehr Sicherheit im Urlaubsland MV.

Der Landestourismusverband sowie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bringen fünf Phasen des Neustarts ins Gespräch, das berichtet die „Ostsee-Zeitung“ (OZ). Diese sind jeweils gekoppelt an die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Phase eins würde demnach bei einer landesweiten Inzidenz unter 100 starten. In Bezug auf den Tourismus würde das bedeuten: Tagesausflüge und Dauercamping innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns wären wieder erlaubt. Außerdem dürften Restaurants eingeschränkt öffnen.

Urlaub an der Ostsee: Erst bei niedrigem Inzidenzwert

Anzeige

Hotels, Pensionen, Ferienparks, Campingplätze und Jugendherbergen sollen dem Strategiepapier nach in Phase zwei (Inzidenz unter 75, bundesweites Reisen gelockert) wieder öffnen dürfen, allerdings zunächst nur für Einwohner des Bundeslandes. Die Einreise aus anderen Bundesländern wäre in Phase drei (Inzidenz unter 75) wieder erlaubt – kommen dürften dann Touristen aus Regionen in Deutschland, die eine Inzidenz von unter 50 aufweisen, wenn sie eine feste Buchung haben. In Phase vier und fünf werden zunächst Gruppenreisen mit Obergrenzen und Corona-Testpflicht wieder erlaubt, später dann dürfen Tagesgäste aus anderen Bundesländern und außerhalb Deutschlands anreisen. Dann könnten auch Bars und Clubs wieder öffnen.

Das Strategiepapier ist aber bei Weitem noch keine Entscheidung, es soll nach Angaben des Dehoga-MV-Präsidenten Lars Schwarz ein „lebendiges Papier“ sein, über das diskutiert werden solle, schreibt die „OZ“. Die Hoffnung der Touristiker: Bestenfalls könnten Mitte März Hotels wieder öffnen – dann wäre der Osterurlaub an der Ostsee möglich. Der Verlust aus Übernachtungen bliebe dann bis zum Ende der Hochsaison im August bei rund 15 Prozent gegenüber einer Vollauslastung. Bei einer Öffnung der Beherbergungsbetriebe erst im Mai würden knapp 40 Prozent der erhofften Einnahmen fehlen.

Anzeige

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nannte die 50er-Inzidenz im Interview mit der „Ostsee Zeitung“ als entscheidende Marke: „Erst wenn wir deutlich unter 50 sind, können wir die Schutzmaßnahmen lockern. Da haben wir im letzten Jahr mit unserem MV-Plan gute Erfahrungen gemacht. Das ist für uns die Basis, die wir jetzt mit der Wirtschaft diskutieren.“

Schleswig-Holstein sieht Hotelöffnungen bei stabiler Inzidenz unter 50

Auch Schleswig-Holstein mit beliebten Urlaubsorten an Ostsee und Nordsee schlägt einen Stufenplan für Lockerungen vor, das berichten die „Kieler Nachrichten“. Auch hier sind vor allem die Inzidenzwerte entscheidend.

Anzeige

Die Stufen zur Lockerung sollen sich nach den landesweiten Zahlen richten, wird der 100er-, 50er- oder 35er-Inzidenzwert für 21 Tage unterschritten, gibt es weitere Lockerungen. Hotels könnten dem Vorschlag aus Schleswig-Holstein nach wieder öffnen, wenn der Wert 21 Tage lang stabil unter 50 liegt. Voraussetzung dafür sei der Einsatz von Corona-Schnelltests.

RND/gei/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen