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Österreichs Tourismusministerin: „Haben unglaublich viele Anfragen aus Deutschland“

  • Österreich öffnet seine Hotels, und ein Urlaub ist für Deutsche ab dem 19. Mai wieder ohne Quarantäne möglich.
  • Die dortige Tourismusministerin Elisabeth Köstinger spricht im RND-Interview über Ihre Hoffnungen für den Sommer und die Rolle des EU-Impfpasses.
  • Deren rasche Umsetzung in allen Staaten bezeichnet sie als „Herausforderung“ – und bringt für den Fall des Scheiterns bilaterale Lösungen auch mit Deutschland ins Spiel.
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Ein Urlaub in Österreich wird wieder leichter möglich: Ab heute gilt für deutsche Touristen keine Quarantänepflicht mehr, wenn sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

Millionen Menschen hierzulande wird das freuen, denn Österreich zählt mit zu den beliebtesten Reisezielen: Rund 13 Prozent der Deutschen, für die ein Urlaub in Frage kommt, wollen in das Nachbarland reisen, so die Deutsche Reiseanalyse 2021. Über die Regeln, die sie in Österreich beachten müssen und über weitere Reiseerleichterungen im Sommer hat die dortige Tourismusministerin Elisabeth Köstinger mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gesprochen.

Frau Köstinger, wie steht es um Ihre Pläne für den Sommerurlaub 2021?

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Ich hatte noch nicht viel Zeit, mich damit zu beschäftigen. Voraussichtlich werden es ein paar schöne Tage in meiner Heimat Kärnten werden. Darauf freue ich mich sehr.

Der Tourismus in Österreich wird ja ab heute wieder hochgefahren. Wie ist Ihre Stimmung?

Die Öffnung des Tourismus ist nach den langen Monaten, in denen alles geschlossen hatte, natürlich ein großer und wichtiger Schritt, den die Menschen herbeigesehnt haben. Die Schließungen und Reiseverbote haben sich ja auf ganz Österreich ausgewirkt, da nicht nur Hotels und Restaurants unmittelbar betroffen waren, sondern in weiterer Folge auch viele andere Bereiche wie Ticketverkäufer, Busfahrer, Reisebüromitarbeiter, Fremdenführer, um nur einige zu nennen. Dementsprechend groß ist die Freude in der Branche, dass es mit 19. Mai wieder losgeht.

Was müssen Deutsche beachten? Mit welchen Regeln müssen sie rechnen?

Wer getestet, geimpft oder genesen ist, der kann ohne Quarantäne einreisen, außer er kommt aus einem Hochrisikogebiet. Diese Gebiete werden über die europäische ECDC-Karte ausgewiesen. In Österreich gelten dann die Zutrittstests für Gastronomie und Hotellerie, die natürlich auch für unsere Gäste wichtig sind. Wir bieten all unseren Gästen aber kostenfreie Testmöglichkeiten in hunderten Teststraßen in ganz Österreich an.

Umgekehrt hat auch Deutschland die Einreisebestimmungen kürzlich gelockert. Die Quarantäne nach der Rückkehr aus Risikogebieten kann durch einen Corona-Test noch im Reiseland umgangen werden.

Wir sind sehr froh, dass die deutsche Regierung diesen Schritt ebenso gesetzt hat wie Österreich. Das ist eine sehr gute und wichtige Nachricht für unsere deutschen Gäste, die ihren Urlaub in Österreich planen und nicht mehr mit Quarantäne rechnen müssen, wenn sie daheim wieder ankommen. Unsere Regionen haben unglaublich viele Anfragen aus Deutschland. Die Erleichterungen der deutschen Einreisebestimmungen sind aber nicht nur ein wichtiger Meilenstein für unseren Tourismus, sondern auch für alle Menschen, die in den Grenzgebieten leben und arbeiten. Diese positive Entscheidung ist das Ergebnis unserer guten Beziehungen und Gespräche mit Deutschland.

Haben in Österreich denn schon alle Hotels geöffnet?

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Mit 19. Mai können alle Hotels unter den geltenden Rahmenbedingungen öffnen. Alle unsere Betriebe sind bestens vorbereitet.

Welche Rolle wird der grüne Pass aus Ihrer Sicht im Sommer spielen?

Der Grüne Pass wird uns das Reisen immens erleichtern und macht auf einen Blick erkennbar, ob jemand geimpft, genesen oder getestet ist. Vom Check-in beim Flughafen oder im Hotel, vom Besuch im Dorfwirtshaus oder der Sportveranstaltung, der Grüne Pass kann viele Erleichterungen ermöglichen. Die Entscheidung darüber, welche Erleichterungen das im Detail sind, trifft natürlich jeder Mitgliedsstaat selbst.

Noch wird über die Details in der Europäischen Union diskutiert. Sind die Pläne, bis Ende Juni einen EU-weit einheitliches Pass zu veröffentlichen, realistisch?

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Alle europäischen Institutionen haben großes Interesse an einem funktionierenden System für Digitale Grüne Zertifikate, da es die Mobilität der Menschen in vielen Ländern Europas wieder sehr stark erleichtern wird. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass bis Juni diese rechtlichen und technischen Voraussetzung geschaffen werden. Die große Herausforderung liegt sicher in der raschen Umsetzung aller notwendigen Schritte in allen Staaten. In Österreich sind wir bestens vorbereitet.

Video
Im Video: So läuft die von der EU geplante Impfpasseinführung
5:48 min
Brüssel-Korrespondent Damir Fras blickt im Video auf das von der EU geplante Impfzertifikat – und beleuchtet mögliche Schwierigkeiten bei der Einführung.  © RND

Was würden Sie für den Fall eines Scheiterns der Pläne anstreben?

Ich gehe nicht von einem Scheitern aus. Aber natürlich brauchen wir in jedem Fall praktikable Lösungen die Mobilität für die Menschen möglichst einfach zu gestalten, vor allem auch zwischen Deutschland und Österreich. Wir haben traditionell ein sehr großes Naheverhältnis und wir hoffen natürlich auch, dass wir diesen Sommer wieder viele Gäste aus Deutschland begrüßen dürfen. Wenn es keine Einigung auf europäischer Ebene gibt, werden wir bilaterale Abkommen schließen.

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