Norwegen öffnet Grenzen: Urlauber-Chaos am berühmten Preikestolen

  • Am Mittwoch öffnete Norwegen als eines der letzten europäischen Länder wieder für Reisende.
  • Die kamen in großer Anzahl: An der beliebten Touristenattraktion Preikestolen war es so voll, dass die Polizei eingreifen musste.
  • In der Geschichte des Preikestolen gab es solch eine Situation erst einmal.
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Seit Jahren hat der Preikestolen mit Overtourism zu kämpfen – doch selbst für die Touristenattraktion im Südwesten Norwegens war der Mittwoch ein spezieller Tag: Am Tag der Grenzöffnungen machten sich so viele Menschen auf, um den Fjordblick von dem Berg aus zu sehen, dass die Polizei eingreifen und Besucherströme lenken musste.

Eines der Probleme: Weil so viele Wanderer, vor allem aus Norwegen und Dänemark, kamen, war der Parkplatz bereits am Vormittag überfüllt - und der Verkehr staute sich mehr als vier Kilometer zurück. Bereits um 12 Uhr twitterte die Polizei: „Die Parkplätze sind voll, ihr müsst umkehren. Die Polizei ist auf dem Weg.“

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Preikestolen: So voll war die Touristen-Attraktion erst einmal in ihrer Geschichte

Dass der Preikestolen in der Nähe von Stavanger, mit einem Blick auf den Lysefjord, ein beliebtes Ausflugsziel ist, ist nicht neu. Jährlich kommen rund 300.000 Besucher auf den Felsvorsprung, der sich über eine rund zweistündige, nicht allzu anspruchsvolle Wanderung erreichen lässt.

„Wir mussten Leute wegschicken und ihnen sagen, dass sie am Nachmittag oder in den nächsten Tagen kommen müssen. Es waren einfach sehr viele Leute, die genau heute um 11, 12 Uhr losgehen wollten”, sagte Helge Kjellevold von der Stiftung Preikestolen der norwegischen Zeitung „VG”. Dem Fernsehsender „TV 2″ sagte er, dass es solch eine Situation erst ein einziges Mal in der Geschichte gab – vor vielen Jahren.

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Auch auf dem Plateau stauten sich die Wanderer

Die Stiftung rief die Polizei hinzu, damit die Beamten den Verkehr und die Besucher besser lenken können. Inzwischen denkt die Polizei auch darüber nach, Schilder anzubringen, damit die Zufahrt zum Parkplatz besser geregelt wird. Immerhin werden in diesem Sommer aufgrund der Corona-Krise deutlich mehr einheimische Touristen erwartet als sonst.

Doch nicht nur am Parkplatz stauten sich die Massen, auch auf der Aussichtsplattform war viel los. Allerdings nicht so viel, wie ob der 1000 geparkten Autos zu erwarten gewesen wäre. „Die Leute kamen heute wegen des Coronavirus alle mit dem Auto, kaum einer nahm den Bus”, sagte Kjellevold „TV 2″, „deshalb ist es oben zwar voll, aber nicht so voll wie an manch anderem Tag.”

Am Nachmittag hatte sich die Situation wieder entspannt - auch wenn manch ein Tourgänger seinen geplanten Trip nicht antreten konnte.

RND/Miriam Keilbach

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