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Neue Studie: Wie hoch ist das Corona-Infektionsrisiko im Flugzeug wirklich?

  • Wie hoch ist das Risiko, sich im Flugzeug mit Corona zu infizieren?
  • Dieser Frage sind im Laufe der Pandemie mehrere Studien nachgegangen.
  • Eine neue Untersuchung zeigt nun, wie sehr eine Testpflicht vor Abflug das Infektionsrisiko senken kann.
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Das Risiko einer Corona-Infektion auf einem Flug, bei dem alle Passagiere negativ getestet wurden, beträgt laut einer neuen Studie weniger als 0,1 Prozent. Die Untersuchung stützt sich auf die Daten von knapp 10.000 Passagieren, welche die „quarantänefreien Flüge“ von New York und Atlanta nach Rom zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 genutzt hatten.

Die Verbindungen von Delta Air Lines ermöglichten es Menschen, welchen die Einreise nach Italien gestattet war, die obligatorische 14-tägige Quarantäne zu umgehen. Voraussetzung dafür war ein aufwendiges Testprozedere vor und nach der Reise. Die Passagiere mussten vor dem Abflug einen maximal drei Tage alten negativen PCR-Test vorlegen. Vor dem Boarding in New York und Atlanta sowie bei der Ankunft am Flughafen Rom Fiumicino wurde zusätzlich jeweils ein Schnelltest durchgeführt. Vor dem Rückflug aus Italien wurde ein dritter Schnelltest fällig.

Corona-Tests vor Abflug senken Infektionsrisiko

Die Studie des Georgia Department of Health und der Mayo Clinic kam nun zum Ergebnis: Ein negativer PCR-Test, der innerhalb von 72 Stunden vor dem Abflug durchgeführt wird, kann die Zahl der aktiv infizierten Personen an Bord eines Flugzeugs auf ein Niveau senken, das deutlich unter der Zahl der aktiven Infektionen in der Allgemeinbevölkerung liegt.

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Lag beispielsweise die durchschnittliche Infektionsrate in der Bevölkerung bei 1,1 Prozent, betrug die Infektionsrate auf Deltas coronafreien Flügen nur 0,05 Prozent. „Wir müssen noch eine Weile mit Corona-Varianten leben. Diese realen Daten – keine Simulationsmodelle – können Regierungen auf der ganzen Welt als Vorlage dafür verwenden, Impfungen und Tests anstelle von Quarantäne zu verlangen, um die Grenzen für den internationalen Reiseverkehr wieder zu öffnen“, so Dr. Henry Ting, Gesundheitsdirektor bei Delta.

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Das Risiko von Flugreisen hänge zwar auch von der Zahl der Fälle und dem Impfschutz am Herkunfts- und Zielort, der Verwendung von Mundschutz und anderen Faktoren ab. „Die Daten dieser Studie zeigen jedoch, dass ein routinemäßiger PCR-Test innerhalb von 72 Stunden vor einer internationalen Reise bei ungeimpften Personen das Risiko einer Exposition und Übertragung von Covid-19 während einer Flugreise deutlich verringert.“ Zwar variiere das Risiko je nach Infektions- und Impfraten an Abflug- und Zielort, Maskennutzung und weiteren Faktoren.

Jedoch zeigten die Daten, dass „dass die routinemäßige Anwendung eines einzigen molekularen Tests innerhalb von 72 Stunden vor der internationalen Reise für ungeimpfte Personen das Risiko einer Covid-19-Exposition und -Übertragung während Flugreisen erheblich verringert“.

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Fluggesellschaften beteuern immer wieder, dass das Ansteckungsrisiko an Bord gering sei. Die Lufthansa etwa verweist auf die in ihren Maschinen eingesetzten Hepa-Filter, welche die Kabinenluft von Bakterien und Viren reinigen und auch in OP-Sälen zum Einsatz kommen. „Durch die Verwendung dieser speziellen Filter ist die Kabinenluft sauberer als die, die der Mensch größtenteils auf der Erde einatmet“, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Dennoch weisen Forschende darauf hin, dass ein kompletter Luftaustausch mehrere Minuten dauert und sich die Passagiere in dieser Zeit mit dem Coronavirus anstecken können.

Studie: Abstand im Flugzeug reduziert Ansteckungsrisiko deutlich

Eine Studie der US-Seuchenschutzbehörde CDC und der Kansas State University machte Abstand als Risikominimierer aus: Demnach könne die Wahrscheinlichkeit, an Bord eines Flugzeugs mit einem oder zwei Gängen mit dem Virus in Kontakt zu kommen, um bis zu 57 Prozent verringert werden, wenn die mittleren Sitzplätze frei bleiben.

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Ein Fluggast, der in derselben Reihe, aber mit einem Platz Abstand zu einem coronapositiven Passagier sitzt, soll demnach ein 23 Prozent geringeres Infektionsrisiko haben. Auf einem Abschnitt von drei Reihen, die mit positiv und negativ getesteten Personen besetzt sind, sinke das Ansteckungsrisiko um 57 Prozent, wenn die Mittelsitze frei bleiben, so die Studie. Für Fluggesellschaften allerdings sei es unwirtschaftlich, mit geringer Auslastung zu fliegen.

In ihrer Handlungsempfehlung zur Verringerung des Infektionsrisikos bei Flugreisen weist auch die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA darauf hin, dass Abstände von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden sollten. Darüber hinaus sollten Crew und Passagiere sowohl an Flughäfen als auch an Bord einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen.

RND/gei

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