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Nabu-Ranking zum Klimaschutz: Welche Reedereien schaden der Umwelt am wenigsten?

  • Die Kreuzfahrt-Branche steckt wegen der monatelangen Corona-Zwangspause in einer tiefen Krise.
  • Nun hat der Naturschutzbund sein jährliches Kreuzfahrt-Ranking vorgestellt – und fordert von den Reedereien Konzepte für eine emissionsfreie Schifffahrt.
  • Der Nabu sieht in der Zwangspause auch eine Chance in Sachen Klimaschutz.
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Hamburg. Zehn Jahre bis zum klimaneutralen Kreuzfahrtschiff - das ist die Vision des Naturschutzbundes Nabu. Doch die großen Reedereien in der Kreuzschifffahrt sind nach Einschätzung des Naturschutzbundes Nabu noch weit entfernt von einem klimafreundlichen Betrieb ihrer Schiffe. “Manche Reedereien erkennen die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht an, andere ziehen daraus keine Konsequenzen”, sagte Daniel Rieger vom Bundesverband des Nabu am Donnerstag in Hamburg anlässlich der Vorstellung seines jährlichen Kreuzfahrt-Rankings.

In diesem Jahr wurden jedoch nicht einzelne Kreuzfahrtschiffe unter die Lupe genommen, sondern 18 Reedereien auf dem europäischen Markt. Die Frage: „Wo stehen die Reedereien bei Klima- und Umweltschutzmaßnahmen?“ Das Ergebnis: ernüchternd.

Keine Klimaschutz-Strategie bei Kreuzfahrt-Reedereien

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Zwar hätten sich die meisten zwar zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens bekannt, aber die Hälfte habe daraus keine nachvollziehbare Strategie entwickelt, den konsequenten Umbau der Flotte in Richtung emissionsfreiem Betrieb voranzutreiben, heißt es in der Mitteilung des Nabu.

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Allenfalls einzelne Reedereien, wie wie der französische Luxus-Anbieter Ponant und das Rostocker Unternehmen Aida, hätten demnach mit der Entwicklung entsprechender Antriebe begonnen und teilweise sogar in Pilotprojekten zum Einsatz gebracht. Anbieter wie Tui Cruises, Hapag-Lloyd Cruises, Hurtigruten und MSC landeten bei der Bewertung ebenfalls im oberen Drittel. Sie stellten sich nach Ansicht des Nabu aber „noch nicht im nötigen Maße der Herausforderung des Klimaschutzes.“

Mit Blick auf die durch das Corona-Virus bedingte Krise der Branche warnten die Umweltschützer davor, bereits in Aussicht gestellte Investitionen in den Klimaschutz zurückzunehmen. “Die bislang erfolgsverwöhnte Branche sollte die Zwangspause nutzen, um sich ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen, unter welchen Vorzeichen die Kreuzfahrt eine Zukunft haben kann. Auch die Politik muss eingreifen, Umwelt- und Klimaschutzauflagen sollten zur Voraussetzung für staatliche Hilfen werden“, so Rieger.

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Wie kann die Kreuzfahrt emissionsfrei werden?

Der Naturschutzbund hat einen Fahrplan entwickelt, wie die gesamte Kreuzschifffahrt bis 2050 emissionsfrei werden kann. Dazu müsste in zehn Jahren das erste emissionsfreie Schiff verfügbar sein und dann ausschließlich bestellt werden. Der Antrieb ist die Schlüsselfrage, wenn die Schiffe klimaneutral betrieben werden sollen. Gegenwärtig werden wegen der tiefen Branchenkrise praktisch keine neuen Kreuzfahrtschiffe in Auftrag gegeben, doch vor der Corona-Krise setzten die Reedereien auf verflüssigtes Erdgas (LNG).

Nach einer Übersicht des internationalen Branchenverbandes CLIA nutzt rund die Hälfte der weltweit bestellten Schiffe LNG als Primärantrieb, der Rest Abgasreinigung. Doch LNG verbessert zwar die Luftqualität, weil die Schiffe weniger oder gar keine Schwefel- und Stickoxide ausstoßen, doch wird der CO2-Ausstoß nur um 20 Prozent vermindert. Damit ist die Klimabilanz weiterhin nicht gut.

Andererseits sind für die Reedereien unter den aktuellen Rahmenbedingungen keine technisch und wirtschaftlich umsetzbaren Alternativen gegeben. “Aber diese Rahmenbedingungen ändern sich gerade, weil die Schifffahrt künftig in den europäischen Emissionshandel einbezogen wird und eine Landstrompflicht in Sicht ist”, sagte Nabu-Experte Rieger. Laut CLIA können Kreuzfahrtschiffe erst in 14 Häfen weltweit mit Landstrom betrieben werden; die Hälfte der Neubauten werde jedoch mit Landstromsystemen ausgestattet sein.

Branche verweist auf hohe Investitionen in Sachen Klimaschutz

CLIA (Cruise Lines International Association) reklamiert für sich, dass Hochsee-Kreuzfahrtreedereien eine führende Rolle bei der Einführung maritimer Technologien übernommen hätten, die der gesamten Schifffahrtsindustrie zugute komme. Bis heute habe die Kreuzfahrtindustrie mehr als 23,5 Milliarden US-Dollar (19,84 Mrd Euro) in Schiffe mit neuen Technologien und saubereren Treibstoffen investiert, um die Luftemissionen zu reduzieren und eine höhere Effizienz zu erreichen.

RND/gei/dpa

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