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Mecklenburg-Vorpommern wieder offen für Touristen: So läuft die Rückkehr

  • Mecklenburg-Vorpommern gibt sich gerne den Beinamen „Tourismusland Nummer 1“.
  • Seit Freitag gibt es die Chance, diesem Begriff wieder gerecht zu werden.
  • Die ersten Gästinnen und Gäste freuen sich auf ihren Urlaub. Noch bleibt das Touristenaufkommen aber verhalten.
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Lange hat Mecklenburg-Vorpommern auf den Moment gewartet, dass Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland ins Land kommen dürfen. Am Freitag kamen sie dann – zumindest die, die eine Übernachtung gebucht haben.

Die meisten Urlauberinnen und Urlauber reisten aus Berlin, Sachsen, Hessen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Das Strandresort in Markgrafenheide empfing am Freitag 160 Erwachsene mit 70 Kindern. Laut der Strandresort-Prokuristin Anne Schlücker standen die ersten Gästinnen und Gäste schon um 8.30 Uhr vor der Tür. „Sie sind die Nacht durchgefahren, haben freudig gewartet und wollten sofort einchecken“, wird sie von der „Ostsee-Zeitung“ (OZ) zitiert.

Urlauberinnen und Urlauber genießen Sonnenschein am Strand – wenig Staus auf den Straßen

Urlauber Matthias Kramer packte sofort nach der Ankunft seine Badesachen ein und machte es sich am Strand gemütlich: „Nach den ganzen Monaten Homeoffice tut das gut“, sagte er der OZ. Noch bis Dienstag wollen er und seine Familie in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen. Für die Anreise brauchten sie ein negatives Corona-Testergebnis. Als Übernachtende in einer Unterkunft mit Gemeinschaftsräumen wie Restaurants müssen sie einen Corona-Test alle 72 Stunden wiederholen.

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Laut Polizei gab es zwar bis zum Nachmittag keine großen Staus, wie sie von Sommerwochenenden vergangener Jahre noch gut in Erinnerung sind. Aber doch war auf den Straßen deutlich mehr los als in den vergangenen Wochen, die geprägt waren von den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Zumindest im westlichen Landesteil spielte auch das Wetter von Freitagvormittag an mit, in Vorpommern zeigte sich die Sonne erst am Nachmittag.

Umfrage: Öffnung für Übernachtungsgäste kommt für 73 Prozent der Unternehmen zu spät

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Doch die Tourismusmanagerinnen und Tourismusmanager sind nicht sorgenfrei, die Pandemie hat die Branche ausgelaugt. Bis 2019 kannte sie nur eine Richtung, die Kurve zeigte streng nach oben. Am Freitag, pünktlich zur Öffnung des Landes für einen Teil der potenziellen Reisenden, veröffentlichte der Landestourismusverband eine Umfrage: 31 Prozent der im Tourismus tätigen Unternehmen schätzen ihre wirtschaftliche Situation demnach als gefährdet oder als akut gefährdet ein. Das waren allerdings 12 Prozentpunkte weniger als im April.

Laut Umfrage kommt die Öffnung für Übernachtungsgästinnen und Übernachtungsgäste zur Sommersaison für 73 Prozent der Unternehmen viel zu spät. „Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln und das Beste aus der Situation herausholen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf. Es mache sich endlich ein leichter Optimismus bemerkbar. Allerdings stehe die Branche wegen der kurzfristigen Öffnung vor einer Reihe von Herausforderungen.

Überraschende Öffnung stellt Tourismusbranche vor große Probleme

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Die von der Landesregierung erst am 26. Mai überraschend verkündete Öffnung hat die Branche vor so große Probleme gestellt, dass viele Hotels an diesem Wochenende erst gar nicht geöffnet haben. Woitendorf ging von etwa der Hälfte der Betriebe aus, die offen sind. Viele große Häuser machen diesen Schritt erst später, das Grand Hotel Heiligendamm startet etwa am kommenden Freitag, das Hotel Neptun in Warnemünde am Montag bleibt sogar bei seinem ursprünglichen Öffnungstermin 14. Juni.

Der Vorsitzende des Tourismusverbands Rügen, Knut Schäfer, bezeichnete das Verfahren zur Öffnung als holprig. „Planung und Zuverlässigkeit sind Grundpfeiler der Dienstleistungsqualität“, sagte er. Die Urlaubsbranche in Mecklenburg-Vorpommern stehe in einem harten Konkurrenzkampf – im Westen mit Schleswig-Holstein, im Osten mit Polen. „Manchmal glaube ich, das ist nicht allen bewusst.“

Tagestouristinnen und Tagestouristen dürfen erst am 14. Juni wieder in Mecklenburg-Vorpommern einreisen

Auch Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbands Mecklenburgischer Ostseebäder, berichtete von einer großen Unruhe in der Branche. Sie sieht die gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Stornierungen. „Anders als im vergangenen Jahr habe sich die Gästen nicht mehr auf Umbuchungen oder Gutschriften eingelassen. Sie wollen ihr Geld zurück und orientieren sich anders.“

Bierholz und Schäfer kritisieren wie viele andere, dass Tagestouristen und Tagestouristinnen – also Reisende ohne gebuchte Übernachtung – noch eine Woche länger warten müssen, bis sie nach Mecklenburg-Vorpommern dürfen. Das schade wie im vorigen Jahr dem guten Ruf der Branche, und es werde lange dauern, diese Wunden zu heilen. „Ich muss doch Regeln aufstellen, die kontrollierbar sind.“

Die Sprecherin des Polizeipräsidiums, Katja Marschall, sagte, dass die Polizei stichprobenweise oder anlassbezogen kontrollieren werde.

RND/bv/dpa

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