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  • Mallorca und Corona: Ballermann-Wirte verschärfen Regeln

Kein Schlager, keine Stehtische mehr: Ballermann-Wirte auf Mallorca verschärfen die Regeln

  • Nach der ausufernden Party am Freitag haben Gastwirte der Bierstraße nachgerüstet.
  • Es gibt vorerst kein Schlager, keinen Live-DJ und keine Stehtische mehr.
  • Auch mit einem eindringlichen Appell versuchen die Lokale ihre Gäste zur Vernunft zu bringen.
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Palma. “Bitte funktioniert die sonst so gepflegte und gesittete Bierstraße nicht in ein asoziales und rücksichtsloses Saufgelage um!” Mit diesem Appell hat sich das Lokal „Et Dömsche“ am Samstagmittag an deutsche Touristen auf Mallorca gewandt. Offenbar mit Erfolg: Nach der ausschweifenden Partynacht Freitag auf Samstag ging es zuletzt ruhiger zu.

Arm in Arm, flirtend, ohne Maske oder Sicherheitsabstand: Die Bilder von der Bierstraße lösten in Deutschland wie in Spanien Entsetzen aus. Die erste große Partynacht am Ballermann - nur die drei großen Anlagen „Bierkönig“, „Megapark“ und „Bamboleo“ bleiben geschlossen - nach der Corona-Zwangspause wirkte eher, als hätten Gäste nie von der Pandemie gehört.

Bierstraße auf Mallorca: Wirte rüsten nach nur einem Partyabend nach

Für den Samstagabend rüsteten die Wirte nach und verschärften ihre eigenen Corona-Regeln noch einmal, wie das Portal “Mallorca 24/7″ auf Facebook berichtet.

So sind Stehtische und Live-DJs nun wieder abgeschafft, außerdem wird kein Partyschlager mehr gespielt. Absperrbänder rund um die Außenbereiche der Lokale zur Straße hin sollen verdeutlichen, ab wo das auferlegte Sicherheitskonzept gilt.

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Mit den zusätzlichen Maßnahmen und guten Worten widmen sich auch einige der Lokale von der Bierstraße an die Gäste, allen voran das „Et Dömsche“. “Wir sind alle froh, nach einer vergleichsweise sehr langen Ausgangssperre wieder arbeiten und euch empfangen zu dürfen! Wir müssen im Moment immer noch haufenweise Abstriche machen, konnten monatelang kein Geld verdienen und hatten, um regelkonform öffnen zu können, auch noch zusätzliche finanzielle Belastungen”, schreibt das Lokal auf Facebook.

Der Beitrag wurde auch von anderen Gastronomen geteilt, etwa den Betreibern von „Dings“ und „Büdche“.

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Auch wenn Megapark und Bierkönig noch geschlossen sind: Auf der Bierstraße hat die Ballermann-Saison begonnen. © Quelle: imago images/Chris Emil Janßen

Et Dömsche: “Wir wollen nicht direkt wieder geschlossen werden”

“Da alle Mitarbeiter ein Recht haben sollten ihre Arbeit zu behalten und wir nicht von den Behörden direkt wieder geschlossen werden wollen, werden wir nach dem gestrigen Ausfall in der Bierstraße die Kontrollen zusätzlich verschärfen.” Gäste, die Anweisungen des Personals nicht Folge leisten würden, würden aus den Lokalen verwiesen. “Bitte bedenkt: Besonders die Gastronomie hat in den letzten Monaten gelitten, teilweise haben unsere Kellner seit vier Monaten nicht einen Cent vom Amt gesehen!”

Auch in den sozialen Medien hatte sich die Kritik entladen. “Für alle, die seit Wochen daheim bleiben müssen, war das ein Schlag ins Gesicht” kommentierte eine Frau auf Facebook. “Wegen wenigen, die sich von vornherein das bisschen Hirn wegballern, leiden viele”, schreibt eine andere.

Wirten drohen Bußgelder und Schließungen

Die Worte zeigten offenbar Wirkung. Bilder vom Samstagabend zeigen Urlauber nur noch in ihren Kleingruppen an ihren Tischen sitzend, der Abstand zwischen den Tischen wird eingehalten. Auch auf der Bierstraße selbst ist kein Gedränge wie noch am Tag zuvor. Aufnahmen zeigen zudem eine erhöhte Polizeipräsenz: Die “Mallorca Zeitung” hatte am Samstag noch kritisiert, dass in der Nacht zuvor keine Einsatzkräfte anwesend waren, um Corona-Regeln durchzusetzen.

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10.900 Touristen sind im Rahmen eines Pilotprojekts auf die Balearen geflogen, um Urlaub unter Corona-Regeln zu testen. Darunter auch Maike Geißler.  © Maike Geißler/RND

Ob es im Zusammenhang mit dem Freitag Strafen für Betreiber und Gäste geben wird, ist noch unklar. Gastwirten, die gegen die Corona-Auflagen verstoßen oder illegal Partys anbieten, drohen inzwischen Bußgelder von bis zu 600.000 Euro und eine Schließung des Lokals für bis zu drei Jahre. Am Montag tritt zudem, weil sich viele zu nachlässig zeigten, eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft.

RND/Miriam Keilbach

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