• Startseite
  • Reise
  • Mallorca: Quarantäne nach Urlaub? Gemischte Reaktionen bei deutschen Reisenden

Mallorca-Urlauber nach Einstufung als Hochinzidenz­gebiet: „Quarantäne ist für uns keine Option“

  • Ab heute gilt ganz Spanien mit der Insel Mallorca als Hochinzidenzgebiet.
  • Die Einstufung löst bei Reisenden aus Deutschland gemischte Reaktionen aus.
  • Während die einen stornieren oder umbuchen, halten andere an ihrem Urlaub fest – trotz hoher Corona-Zahlen und verschärfter Regeln.
Anzeige
Anzeige

„Malle ist meine Insel“, sagt Jennifer Oberhoff aus Nordrhein-Westfalen. Am vergangenen Sonntag hatte sie mit ihrer Familie und einem Freund ihres Sohnes eigentlich ins Flugzeug steigen und auf die Urlaubsinsel fliegen wollen. Doch aus dem Wiedersehen wird erst einmal nichts. Ganz Spanien, und damit auch Mallorca, gilt ab Dienstag als Hoch­inzidenz­gebiet. Und für die Oberhoffs heißt es deshalb: Bulgarien statt Bierkönig.

Denn die Einstufung bringt verschärfte Regeln für die Rückreise nach Deutschland mit sich – vor allem für Urlauber und Urlauberinnen, die weder geimpft noch genesen sind. Sie erwartet eine zehntägige Quarantäne, die durch einen negativen Corona-Test auf fünf Tage verkürzt werden kann. Geimpfte und Genesene sind von der Quarantäne­pflicht befreit. „Wir drei sind vollständig geimpft. Aber der Kumpel meines Sohnes hatte bisher nur eine Impfung“, erzählt Jennifer Oberhoff. „Mit 18 in den Ferien in Quarantäne – das war für uns keine Option.“

Video
Mitten im Urlaub: Spanien wird Hoch­­inzidenz­­gebiet
0:44 min
Das kann problematisch werden für ungeimpfte Touristen: Spanien und die Niederlande werden kommende Woche zu Corona-Hoch­inzidenz­gebieten hochgestuft.  © dpa
Anzeige

„Man kann nicht nur nach dem Inzidenz­wert gehen“

Auch Patrick Hieber aus Memmingen in Bayern hat seinen geplanten Mallorca-Urlaub wieder gecancelt. Aus privaten, vor allem aber beruflichen Gründen könne er nicht in Quarantäne, sagt der 31-Jährige, der in einer Metzgerei arbeitet: „Ich musste stornieren.“ Für die Hoch­stufung habe er allerdings kein Verständnis: „Man kann nicht nur nach dem Inzidenzwert gehen, sondern sollte auch auf andere Faktoren schauen. Die Belegung der Kranken­häuser zum Beispiel.“

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen gab das spanische Gesundheits­ministerium zuletzt mit 340,9 an (Stand: 26. Juli). Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen meldeten die Behörden in dieser Woche, sie hätten nicht ausreichend Personal für die Kontakt­nachverfolgung. Auch die Kranken­häuser geraten zunehmend unter Druck.

Anzeige

„Die Balearen-Regierung hat zu lange zugeguckt“, sagt eine deutsche Urlauberin, die nicht namentlich genannt werden möchte. An Tourismus­hot­spots wie der Playa del Palma säßen die Menschen ohne Maske in Frühstücks­räumen, einige Hotels nähmen es mit der Masken­pflicht nicht so genau. „Und da verbreitet sich das Virus eben rasend“, erzählt die Reisende.

Anzeige

Sie selbst verbringe ihren Mallorca-Urlaub „weit ab vom Schuss“, sei zudem geimpft und sogar froh, dass durch die Hoch­stufung „auf dem Rückflug kein ungeimpftes Party­animal mit halb runter­hängender Maske bei mir im Flieger sitzt.“ Für Familien, die jetzt stornieren müssen, tue es ihr aber leid.

Urlaub im Hoch­inzidenz­gebiet: Auch für Kinder gilt die Quarantäne­pflicht

Denn Familien mit Kindern trifft die Einstufung Mallorcas als Hoch­inzidenz­gebiet besonders hart. „Bei der Quarantäne gibt es kein Mindestalter“, teilt das Bundes­gesund­heits­ministerium auf Nachfrage des Redaktions­Netz­werks Deutschland mit. „Für unter Zwölf­jährige gelten dieselben Vorschriften wie für Erwachsene. Sie können sich bei der Rückkehr aus einem Hoch­inzidenz­gebiet frühestens ab dem fünften Tag nach Einreise freitesten. Ob die Eltern geimpft sind, macht keinen Unterschied.“

Anzeige

Aus diesem Grund wird wohl auch Daniela Assmann ihren für Mitte August geplanten Mallorca-Urlaub mit der Familie absagen. „Für meine Tochter wäre es sicher am schlimmsten“, sagt sie. Ab dem 3. September werde das Mädchen in Niedersachsen die weiterführende Schule besuchen. Zwar ließe sich der Urlaub auch so umbuchen, dass die Quarantäne pünktlich beendet wäre – aber sie „fünf Tage ohne Freunde einzusperren“, sei auch so schon hart genug, sagt die Mutter. „Die Angst ist ein ständiger Begleiter. Ich hoffe, wir können den Urlaub nächstes Jahr nachholen.“

RND/cs

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen