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  • Mallorca: Party vom Ballermann bis Magaluf - Deutsche und Briten feiern trotz Corona

Mallorca: Nicht nur am Ballermann – Deutsche und Briten feiern wilde Partys in Magaluf

  • In der Bierstraße blieb es nach der Riesenparty ruhiger, doch an der Platja de Palma sowie an der Punta Ballena in Magaluf eskalierten Feiern mit Touristen.
  • Ein Video zeigt, wie junge Briten grölend auf Autos tanzen.
  • Die Polizei spricht von mehreren Zwischenfällen und einigen Verhaftungen.
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Magaluf. Nur einen Tag nachdem Bilder aus der Bierstraße in Mallorca für Entsetzen sorgten, ist nun ein ähnliches Video aus Magaluf aufgetaucht. Wie auf der Bierstraße sind feiernde und tanzende Menschengruppen zu sehen, ohne Maske, ohne Abstand. In Magaluf – bekannt als britisches Pendant zum von Deutschen beherrschten Ballermann – hüpfen Partytouristen gar auf Autos herum.

Auf Twitter verbreitete sich das Video, das am Freitagmorgen aufgenommen worden sein soll, am Wochenende schnell. “Irgendwas stimmt nicht, wenn sich Touristen während einer Pandemie so verhalten”, kommentiert ein Nutzer das Video. Ein anderer teilt das Video mit den Worten: “Das ist der Tourismus, den wir in einem großen Teil der Insel haben. Ein Tourismus der Schande, der für die Bürger teuer ist und den Geschäftsleuten nützt.”

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Sommerfest an der Platja de Palma eskaliert: Zahlreiche Festnahmen

Einer der Vandalen, die am Auto einen Schaden von 2000 Euro anrichteten, wurde laut der Zeitung “Ultima Hora” festgenommen. Das Blatt berichtet von zahlreichen weiteren Zwischenfällen mit Touristen ohne Masken und ohne Abstand in Palma, Calvia und Magaluf seit Donnerstag.

So blieb es zwar an der Bierstraße nach den Vorfällen vom Freitagabend ruhiger – Wirte hatten dort spontan noch weitere Einschränkungen erlassen und keine Live-DJs und Schlagermusik mehr spielen lassen –, dafür aber eskalierten Feiern an der Platja de Palma und in Punta Ballena in Magaluf.

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An der Platja de Palma kamen laut der Zeitung Hunderte Deutsche zum großen Sommerfest, in Punta Ballena waren es vor allem Briten, die feierten.

Video
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10.900 Touristen sind im Rahmen eines Pilotprojekts auf die Balearen geflogen, um Urlaub unter Corona-Regeln zu testen. Darunter auch Maike Geißler.  © Maike Geißler/RND

Touristen auf Mallorca: Als gäbe es kein Corona

Obwohl die Bars als Corona-Auflage um 2 Uhr schließen müssen, seien zahlreiche Briten – ohne Mundschutz unterwegs, über die schlechte Stimmung klagend – noch weiter durch die Straßen gezogen und hätten grölend Lieder gesungen. “Das Leben ist immer noch das selbe”, kommentierte ein Nutzer auf Twitter und teilte Bilder von Festnahmen, Drogenhandel und Prostitution.

El Mundo” berichtet von Auseinandersetzungen und von ordnungswidrigem Verhalten. Hunderte deutsche und britische Touristen hätten am Samstag an der Platja de Palma und Punta Ballena gefeiert. Bei den Feiern kam es offenbar auch zu mehreren Festnahmen, unter anderem soll ein DJ wegen Drogenhandels festgenommen worden sein.

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Ob auch Wirte und Partyveranstalter – die nun mit bis zu 600.000 Euro bestraft werden können – sanktioniert wurden, ist noch nicht bekannt.

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Auch bei Reisen sind Schutzmaßnahmen nötig. Wir erklären, wie sich Urlauber am besten vor einer Infektion schützen.  © RND

Deutsche fürchten Einschränkungen beim Spanien-Urlaub

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In Deutschland wurden die Szenen aus Mallorca kritisch beäugt. In den sozialen Netzwerken sorgen sich einige bereits um den Spanien-Urlaub, etwa, weil sie eine baldige Reise nach Gran Canaria planen. Die Kanaren sind weniger Party-Hotspot, gehören aber wie die Balearen zu Spanien. “Wenn man die Bilder aus Mallorca sieht, macht man sich Sorgen um den eigenen Urlaub. Ich fürchte, Spanien wird wieder einen Einreisestopp verhängen”, schreibt ein Nutzer in einem Gran-Canaria-Forum auf Facebook.

Andernorts fürchtet man, dass sich die Party-Touristen auf Mallorca mit dem Coronavirus infizieren und es dann in Deutschland wieder ausbreiten. Forderung nach einer Quarantäne für Rückkehrer aus Mallorca werden in den sozialen Netzwerken jedenfalls lauter.

Der Infektiologe Matthias Stoll hatte erst vor wenigen Tagen vor einem zu frühen Zusammentreffen mit britischen Urlaubern gewarnt. Die Lage in Großbritannien, sagte er dem Reisereporter, sei höchst bedenklich. Wenn das Land, das sich noch mitten in der ersten Corona-Welle befindet, nun Bürger nach Mallorca und in andere Touristengebiete schicke, könnten sie dort wieder Reisende aus anderen Regionen anstecken. So, wie es im März bei Aprés-Ski-Partys in Ischgl der Fall war.

RND/Miriam Keilbach


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