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Massenpartys auf Mallorca: Tausende feiern am Ballermann, Discos wollen öffnen

  • Drei Nächte in Folge haben bis zu 10.000 junge Menschen am Ballermann auf Mallorca gefeiert – ohne Abstand und Masken.
  • Die Polizei war teils überfordert mit den Menschenmassen.
  • Die Discos wollen nun öffnen, nur so könne man weiteres Chaos verhindern.
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Es war wie ein Startschuss für das Partyvolk auf Mallorca: Kaum war die monatelang geltende Ausgangssperre in der Nacht zu Freitag aufgehoben worden, da zogen Tausende junge Menschen durch die Straßen an der Playa de Palma, um feuchtfröhlich zu feiern. An die nach wie vor geltenden Abstands- und Maskenregeln hätten sich viele ebenso wenig gehalten wie an das Verbot, auf offener Straße Alkohol zu trinken.

Doch es blieb nicht bei einem Abend: In der Nacht zu Samstag und Sonntag folgten weitere ausufernde Partys. Die spanische Zeitung „Ultima Hora“ schreibt unter Berufung auf Polizeiangaben von 7000 bis 10.000 Feiernden am Samstagabend – die meisten von ihnen seien Touristinnen und Touristen gewesen. Viele hatten das verlängerte Fronleichnam-Wochenende für eine Reise auf die Insel genutzt.

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Besonders angespannt sei die Lage auf der Strandpromenade und in der Nähe der Schinkenstraße gewesen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, doch die Beamten und Beamtinnen bekamen die Menschenmenge kaum unter Kontrolle. In einem Video der Polizei ist zu sehen, wie Polizistinnen und Polizisten die Schinkenstraße entlanggehen und die Partygäste verscheuchen. Erst gegen 1.30 Uhr endete die Party allmählich.

„Alle sind ohne Maske unterwegs und Sicherheitsabstände werden nicht eingehalten. Die Schließung der Bars hat dazu geführt, dass all diese jungen Leute die Party auf der Straße fortsetzen. Dies ist außer Kontrolle. Wir können niemanden sanktionieren, dafür bräuchten wir mehr als 1000 Beamte“, zitiert die „Ultima Hora“ einen Polizisten.

„Machtdemonstration des Partyvolks“

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Die „Mallorca Zeitung“ kommentiert das ausufernde Treiben als „Machtdemonstration des Partyvolks“. Sie warnt vor Konsequenzen – die doch spätestens nach dem „Bierstraßen-Eklat“ im Juli 2020 hinlänglich bekannt seien. Damals wurden die Kneipen an der berüchtigten Partymeile dichtgemacht, die Maskenpflicht wurde verschärft.

Die Polizei schickt die Menschen l nach der Sperrstunde der Bars weg vom Strand von Arenal. © Quelle: Clara Margais/dpa

Und auch am vergangenen Freitagabend hatte die Polizei das bekannte Lokal Bamboleo an der Schinkenstraße um 21 Uhr dichtgemacht, weil sich zu viele Personen nicht an die Corona-Regeln gehalten hatten. Am Ballermann gelten verschärfte Regeln: Dort dürfen weiterhin nur vier Menschen an einem Außentisch Platz nehmen, im Rest der Insel sind es zehn. Die Partywütigen verlagerten in der Folge das Feiern nach draußen.

Discos wollen öffnen

Nun wächst der Druck auf die Balearen-Regierung, zu reagieren. Der Branchenverband der Betreiber von Discotheken und Nachtclubs (Abone) hat einen Vorschlag: Die Partywütigen sollen wieder feiern dürfen, aber drinnen. Der Verband wolle der Regierung noch in dieser Woche einen Vorschlag für die stufenweise Öffnung der Discos unterbreiten, darüber berichtet die „Mallorca Zeitung“. Demnach sollen die Tanzflächen ab Juli mit reduziertem Einlass und zunächst reduzierten Öffnungszeiten wieder öffnen. Das Argument: Es sei nur möglich, illegale und unkontrollierte Partys zu verhindern, wenn man Partys unter Auflagen erlaube.

RND/gei

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