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Mehr Buchungen: Wie die Urlaubsinsel Mallorca mit Partytourismus umgeht

  • Spätestens seit dem Ende der Ausgangssperre Anfang Juni sind auch die Partytouris zurück auf Mallorca.
  • Doch noch ist die Corona-Pandemie nicht vorbei und große Ansammlungen werden zum Problem.
  • Wie die Insel darauf reagiert.
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Die Deutschen sind zurück auf ihrer Lieblingsinsel am Mittelmeer. Eine Reisewarnung gibt es für Mallorca schon lange nicht mehr und selbst die Corona-Testpflicht vor der Einreise ist vergangene Woche für alle Deutschen aufgehoben worden. In der Folge steigen die Buchungen dieses Jahr – und zwar so rasant, dass sie die Zahlen aus dem Jahr vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie teils übertreffen werden.

So fliegen vom Flughafen Köln/Bonn aus fliegen nach Angaben des Onlinebuchungsportals „Opodo“ dieses Jahr dreimal so viele Urlauber und Urlauberinnen auf die spanische Insel wie im Jahr 2019. Auch in Frankfurt am Main steigen 2021 deutlich mehr Reisende in Flieger mit dem Ziel Mallorca als vor zwei Jahren: Das Buchungsportal spricht von einer Steigerung um 70 Prozent. Dort werden an einigen Tagen während der Sommerferien sogar Jumbojets eingesetzt, um Touristinnen und Touristen auf die Baleareninsel zu fliegen. Am Hamburger Flughafen haben die Buchungszahlen im direkten Vergleich zwar nicht zugenommen, sind aber beständig geblieben.

Touristinnen und Touristen halten sich am Strand von Arenal in Palma de Mallorca auf. Die Maskenpflicht wurde in Spanien erheblich gelockert. Mund-Nasen-Schutz muss im Freien nicht mehr immer und überall getragen werden. © Quelle: Clara Margais/dpa
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Das „Partyvolk“ ist zurück

Von einem entspannten Urlaub und der Einhaltung der Corona-Regeln wollen einige Reisende aber nichts wissen. Sie sind auf die Insel gekommen, um sich auszutoben. Anfang Juni feierten bis zu 10.000 junge Menschen auf den Straßen an der Playa de Palma. Drei Nächte in Folge. Ohne Abstand und Masken. Nach Angaben der spanischen Zeitung „Ultima Hora“ waren die meisten davon Touristen und Touristinnen.

Die spanische Polizei war mit den Menschenmassen zum Teil überfordert. Sanktioniert wurde niemand, dafür wären mehr als 1000 Beamte nötig gewesen, wie ein Polizist der „Ultima Hora“ berichtete. Die „Mallorca Zeitung“ bezeichnete das Treiben rund um das Pfingstwochenende als „Machtdemonstration des Partyvolks“. Ein Grund für die ausufernde Feierei im Freien ist, dass Discos und Nachtclubs auf Mallorca coronabedingt noch immer geschlossen sind.

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Strengere Einreiseregeln für Gruppen

Was passieren kann, wenn die Corona-Regeln auf der Insel nicht ernst genommen werden, zeigte sich kürzlich: Mehr als 800 spanische Schülerinnen und Schüler hatten sich Mitte Juni bei Abifahrten nach Mallorca mit dem Virus infiziert. Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol findet deutliche Worte zu der Massenansteckung. Sie twitterte: „Wenn jemand vorhat, auf die Balearen zu reisen, um sich danebenzubenehmen und die Gesundheit sowie die Wirtschaft aufs Spiel zu setzen, soll er zu Hause bleiben. Wer unsere Inseln besucht, muss sich ebenso anstrengen, wie das die Bürgerinnen und Bürger unserer Region tun.“

Die Regionalregierung der Balearen reagierte zudem mit verschärften Einreiseregeln für größere Gruppenreisen auf den Vorfall: Mitglieder organisierter Gruppenreisen ab 20 Teilnehmenden müssen nun einen negativen PCR-Test vorlegen oder einen vollständigen Impfschutz nachweisen. Clubs und andere Veranstaltungsorte sollen strenger kontrolliert werden.

Strenge Regeln für Alkoholausschank

Bereits vor Beginn der Corona-Pandemie wurden wegen Partyexzessen auf Mallorca strenge Regeln für den Alkoholausschank erlassen, die den Verkauf von Alkohol an Kiosken und in Supermärkten zwischen 21.30 Uhr abends und 8 Uhr morgens verbieten. Außerdem sind Happy Hours, All-you-can-drink-Angebote und organisierte Kneipentouren nicht mehr erlaubt. Ein neues Gesetz nimmt die Hotel- und Ladenbesitzer auf Mallorca und den anderen Inseln stärker in die Pflicht: Sollten sie sich nicht an die Einschränkungen beim Alkoholausschank halten, drohen satte Geldstrafen von bis zu 600.000 Euro.

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Innengastronomie: Neue Corona-Lockerungen auf Mallorca
0:55 min
Auf Mallorca normalisiert sich das Leben wegen der guten Entwicklung der Pandemielage immer mehr.  © dpa

Reiseveranstalter Tui nimmt eigene Kunden in Schutz

Dass sich seine Kundinnen und Kunden verantwortungsvoll verhalten, daran hat Reiseveranstalter Tui keine Zweifel. Auf einem Pressegespräch sagte Stefan Baumert, touristischer Geschäftsführer bei Tui Deutschland: „Unsere Kunden tragen nicht zum Infektionsgeschehen bei. Wir werden weiter so organisiert und sicher durch die Sommersaison auf Mallorca kommen wie bisher.“ Tui habe dem Partytourismus auf Mallorca schon vor Jahren eine Absage erteilt.

Alltours: keine „Alkoholexzesse wie im letzten Jahr“

Der deutsche Reiseveranstalter Alltours hat die mallorquinische Regierung dazu aufgefordert, den Partytourismus auf den Balearischen Inseln ganz zu verbieten. „Partytourismus und Alkoholexzesse wie im letzten Jahr“ dürften nicht wiederkommen, sagte Alltours-Chef Willi Verhuven. Er bezog sich dabei auf die Bilder aus dem Sommer 2020, als dicht an dicht gedrängte Touristinnen und Touristen ohne Maske und Abstand feierten. In der Folge mussten die Lokale an der Bierstraße schließen.

RND/jaf/gei/dpa

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