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Kroatien: Steigende Corona-Zahlen an der Küste - Tourismusministerin ruft zur Vernunft auf

  • Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 18,8 sind die Corona-Zahlen in Kroatien auf einem niedrigen Niveau.
  • Doch in Zadar, Dubrovnik, Split und anderen beliebten Urlaubsorten liegen die Werte deutlich über dem landesweiten Durchschnitt.
  • Der Tourismussektor ist alarmiert – und sieht die Sommersaison an der Adria in Gefahr.
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Im Gegensatz zu anderen Reisezielen am Mittelmeer bieten die Corona-Zahlen in Kroatien eigentlich keinen Grund zur Sorge. Landesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an der Adria bei 20,3 (Stand: 21. Juli). Damit steht das Urlaubsland deutlich besser da als andere Mitbewerber wie Spanien (372,3), Portugal (224,0) oder Griechenland (179,3). Und trotzdem titelte die Zeitung „Jutarnji List“ am Wochenende, Kroatien stehe eine „Schlacht zur Rettung der Saison“ bevor.

Denn das gesamte Land wurde – trotz der vergleichsweise niedrigen Inzidenz – am vergangenen Donnerstag von der Liste des Europäischen Zentrums für die Prävention von Krankheiten (ECDC) von Grün auf Orange hochgestuft. Seither sei der Tourismussektor alarmiert, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Im Gastgewerbe gehe die Furcht um, dass auf Orange bald Rot folge – und das bisher halbwegs zufriedenstellende Geschäft zu einem jähen Ende bringen könnte.

„Seid vernünftig, lasst euch impfen und beachtet die epidemiologischen Maßnahmen“

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Auch die Tourismusministerin Nikolina Brnjac sehe die Einstufung als Warnung, heißt es in dem Bericht. Ihr Appell an Reisende und Reisebranche: „Seid vernünftig, lasst euch impfen und beachtet die epidemiologischen Maßnahmen.“

Dass die Sorge nicht unbegründet ist, zeigt sich bei einem genaueren Blick auf die regionalen Unterschiede in Bezug auf die Infektionszahlen. Gerade in den bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebten Küstenregionen liegen diese teils weit über dem landesweiten Durchschnitt. In der Gespanschaft Split-Dalmatien liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 44,9, in Dubrovnik-Neretva bei 47,0, Šibenik-Knin bei 57,9 und Zadar bei 98,7. Zadar wird zudem aus deutscher Sicht seit dem 27. Juni als einfaches Risikogebiet geführt, als einzige Region Kroatiens.

Tourismusministerin fordert differenzierte Bewertung vom ECDC

Eine differenziertere Darstellung wie die des RKI wünscht sich auch Tourismusministerin Brnjac. Dem „FAZ“-Bericht zufolge habe sie gefordert, das ECDC möge die kroatische Küste detaillierter bewerten. Denn nicht nur die Fallzahlen an sich sorgen dafür, dass Touristinnen und Touristen fernbleiben – auch die Hochstufung kann sich negativ auf Buchungen auswirken.

Im Fall Kroatiens könnte dies auch Urlaubsregionen treffen, in denen die Inzidenz sogar weit unter dem landesweiten Durchschnitt liegt, wie die beliebte Halbinsel Istrien mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von nur 2,4.

RND/cs

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