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Kenia will Einreise verschärfen: Nur noch Geimpfte sind willkommen

  • Als erstes afrikanisches Land will Kenia auf eine Art Impfpflicht setzen, wie das Gesundheitsministerium am Wochenende mitteilte.
  • Demnach sollen Reisende aus Europa nur noch geimpft ins Land gelassen werden.
  • Für den Besuch von Hotels, Bars und Nationalparks soll ebenfalls eine vollständige Impfung notwendig sein.
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Eine niedrige Impfquote – und trotzdem soll der Zugang zum öffentlichen Leben quasi nur noch für Geimpfte möglich sein: Als erstes Land in Afrika will Kenia Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte einführen. Das hat das Gesundheitsministerium am Sonntag bekannt gegeben. Noch fehlt die endgültige Abstimmung, aber geht es nach der Regierung, soll der Urlaub für Europäerinnen und Europäer ab 21. Dezember – zu Beginn der Hauptsaison – nur noch geimpft möglich sein.

Reisende aus Europa könnten Impfnachweis zur Einreise in Kenia brauchen

Seit der Wiedereröffnung in Kenia im Sommer 2020 reicht ein PCR-Test zur Einreise in das ostafrikanische Land. Das soll sich zumindest für Reisende aus Europa ändern: Das Gesundheitsministerium fordert, dass Reisende aus Europa dann nur noch mit einer vollständigen Impfung einreisen dürfen. Ob die Testpflicht dann entfallen würde, ist dem offiziellen Schreiben noch nicht zu entnehmen. Das Gesundheitsministerium argumentiert damit, dass Europa der neue Corona-Hotspot sei, die Zahlen außer Kontrolle seien und man nur reagieren könne, wie Europa es selbst mache, mit einer Art Lockdown für Ungeimpfte.

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Kenia will demnach auch viele Einrichtungen nur noch für Geimpfte öffnen, darunter Hotels, Bars und Nationalparks. Eine Safari in der weltberühmten Masai Mara oder im Tsavo East Nationalpark, der für seine roten Elefanten bekannt ist, ist dann für Ungeimpfte schlicht nicht mehr möglich. Laut Medienberichten tritt diese Regelung am 21. Dezember in Kraft. Inwiefern Kinder davon betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt. Kenia empfiehlt Impfungen für alle ab zwölf Jahren. Auch wie es sich mit Genesenen verhält, ist in dem Schreiben nicht erwähnt.

Der Tsavo East Nationalpark ist für ein Jahr günstiger zu besuchen.

Hotels, Bars und Nationalparks sollen nur noch Geimpfte empfangen dürfen

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Kenia reagiert damit auch auf die mangelnde Akzeptanz der Impfungen. War monatelang nicht genug Impfstoff da, werden inzwischen täglich Dosen vernichtet, weil die Kapazitäten an den Pop-up-Impfstationen nicht genutzt werden. Nur 4,3 Prozent der Kenianerinnen und Kenianer sind vollständig geimpft, etwas mehr als 8 Prozent haben eine Dosis erhalten, sagte Gesundheitsminister Mutahi Kagwe. Während bei den bevorzugten Gruppen im Gesundheits-, Pflege- und Bildungssektor mehr als 80 Prozent geimpft seien, seien es bei den älteren Risikogruppen nur 18 Prozent. Mehr als 95 Prozent der Corona-Infizierten in den Krankenhäusern seien ungeimpft, heißt es weiter.

Das Gesundheitsministerium fürchtet, durch die niedrige Impfquote international abgehängt zu werden. „Es ist sehr wichtig, dass wir in dieser neuen Weltordnung nicht zurückbleiben, vor allem weil wir für viele Menschen in der Welt ein beliebtes Reiseziel sind. Wir müssen der Welt zeigen, dass wir bei der Nutzung von Impfstoffen als Mittel zur Eindämmung von Covid‑19 solidarisch sind, wenn wir Besucher in unseren Nationalparks, an unseren Stränden und in unseren Hotels willkommen heißen“, heißt es.

Beten statt impfen: Impfbereitschaft ist in Kenia gering

Am Freitag will Kenia mit Massenimpfungen starten, um bisher Impfunwillige zu erreichen. Für Mitarbeitende vieler öffentlicher Bereiche, etwa Schulen, Krankenhäuser, Häfen, Bildungseinrichtungen, Zoll und Gefängnissen soll ab 21. Dezember eine Impfpflicht bestehen. Auch wer diese Einrichtungen besuchen möchte, soll einen Impfnachweis vorzeigen müssen. Auch Fahrerinnen und Fahrer sowie Kontrolleure in öffentlichen Verkehrsmitteln sollen einen Impfnachweis bei sich tragen müssen.

Im Land hat der Vorstoß am Wochenende für viel Kritik gesorgt. Bürgerinnen und Bürger sehen eine Impfpflicht, die aufgrund der derzeit geringen Corona-Fallzahlen in Kenia – die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 0,8 – nicht notwendig seien. Einige fürchten Demonstrationen und Auseinandersetzungen wie in Österreich oder den Niederlanden, sollte die Empfehlung des Gesundheitsministers umgesetzt werden. In Kenia ist die Impfbereitschaft nicht allzu hoch, vielerorts in dem sehr christlichen Land haben Geistliche empfohlen, gegen Corona-Infektionen zu beten, anstatt sich impfen zu lassen.

RND/msk

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