• Startseite
  • Reise
  • Keine Quarantäne für geimpfte Reisende – Was ist mit den Kindern?

Keine Quarantäne für geimpfte Reisende – Was ist mit den Kindern?

  • Seit Sonntag bekommen vollständig Geimpfte und Corona-Genesene Teile ihrer Grundrechte zurück, auch beim Reisen.
  • Doch für Kinder und viele Jugendliche sind Impfungen bislang noch nicht möglich.
  • Sie müssen in den meisten Bundesländern deshalb weiterhin in Quarantäne, wenn sie zuvor im Risikogebiet waren.
Miriam Keilbach
|
Anzeige
Anzeige

Nun ist es offiziell: Vollständig Geimpfte und Genesene müssen nach einer Reise in einem Risikogebiet nicht mehr in Quarantäne. Einer entsprechenden Verordnung hat der Bundesrat zugestimmt. Ab dem heutigen Sonntag, 9. Mai, gelten die neuen Regeln. Während viele Personengruppen bereits geimpft wurden, hatten Kinder aber bisher keine Möglichkeiten, den Impfschutz zu erhalten. Welche Auswirkungen hat das auf Familienreisen – in Deutschland und im Ausland? Und welche Regeln gelten bei den Reiseveranstaltern?

Reiseerleichterungen für Familien mit geimpften Eltern und ungeimpften Kindern sind in der entsprechenden Verordnung, die der Bundesrat gebilligt hat, bisher nicht definiert. Auch in den einzelnen Bundesländern, die teilweise schon seit Wochen Geimpften mehr Freiheiten einräumen, sind keine Ausnahmen der Quarantänepflicht für Minderjährige vorgesehen.

Geimpfte Eltern von der Quarantäne befreit, mitreisende Kinder nicht

Das heißt: Während Mutter und Vater, die geimpft sind, nach einem Wandertrip in Österreich, einem Kurztrip nach Frankreich oder einem Urlaub auf den Kanaren von der Quarantänepflicht befreit sind, müssen alle Kinder, die mitgereist sind, nach der Rückkehr in Deutschland in Quarantäne.

Anzeige

Auf Anfrage des Portals „Nordbayern“ stellt das bayerische Gesundheitsministerium klar: Kinder aus Risikogebieten seien potenzielle Überträger des Virus, wenn sie nach dem Urlaub wieder in Schule oder Kita gingen. Deshalb bleibt die Quarantänepflicht hier bestehen. Hier gelten die gleichen Regelungen wie bisher: Kinder können nach einer Reise ins Risikogebiet ab dem fünften Tag freigetestet werden.

Bundesländer regeln die Quarantänepflicht

Anzeige

Generell regeln allerdings die einzelnen Bundesländer die Quarantäne-Auflagen. In Nordrhein-Westfalen müssen Reisende aus Risikogebieten beispielsweise gar nicht in Quarantäne, unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht. In Baden-Württemberg hingegen können Reisende, die aus einem Hochinzidenzgebiet einreisen und nicht geimpft sind, die Quarantäne nach dem fünften Tag auch bei negativem Test nicht verkürzen.

Eltern sollten also vor einer Reise ins Ausland unbedingt die aktuelle Version ihrer Corona-Landesverordnung checken, welche Regeln für sie und für ihre Kinder nach der Rückkehr gelten.

Video
Corona-Regeln werden für Geimpfte und Genesene gelockert
1:05 min
Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene werden die Pandemieregeln gelockert.  © dpa

Einreiseregeln variieren für Kinder

Bei einer Einreise aus dem Ausland nach Deutschland gilt für Urlauber noch bis zum 12. Mai eine Testpflicht – unabhängig davon, ob die Rückkehr aus Nichtrisikogebiet, Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet erfolgt. Diese Regelung müssen nach aktuellem Stand Kinder ab sechs Jahren einhalten. Wer nicht geimpft ist, muss bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet für zehn Tage in Quarantäne. Ein Freitesten ist nach dem fünften Quarantänetag möglich. Bei Einreisen aus Virusvariantengebieten müssen sich alle Reisende für 14 Tage in Isolation begeben – auch vollständig Geimpfte und Genesene.

Im Ausland variiert die Altersgrenze für die Testpflicht. In Österreich beispielsweise brauchen Kinder bis zum zehnten Lebensjahr keinen negativen Corona-Test bei der Einreise. Kroatien verlangt ab sieben Jahren einen PCR- oder Antigentest bei der Ankunft, Spanien ab sechs Jahren und Italien sowie Portugal schon ab zwei Jahren. In Dänemark sind Kinder bis zwölf Jahre von der Testpflicht ausgenommen, in Quarantäne müssen nur Personen ab 15 Jahren.

Anzeige

Urlaub in Deutschland: unterschiedliche Regelungen für Kinder an der Ostsee

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) stellte bei Lockerungen für die Einreise explizit klar: Vollständig geimpfte Tagesausflügler und Zweitwohnungsbesitzer aus anderen Bundesländern dürfen wieder in das Land reisen. Allerdings könnte es Probleme geben, wenn die ganze Familie einen Tagesausflug machen oder in die eigene Ferienwohnung fahren will und zum Beispiel nur die Mutter bereits vollständig geimpft ist. Dann dürfte nur sie anreisen.

In Schleswig-Holstein soll ab dem 17. Mai neben den Modellregionen wieder das ganze Land für alle Urlauber öffnen. Die Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürften dann Geimpfte, Genesene und negativ Getestete beherbergen. Für Familien, die teilweise geimpft sind, sei laut Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) eine Mischung aus Impfnachweis für die Eltern und negativen Testergebnissen für Kinder ab sechs Jahren vorgesehen. Dabei würden Antigentests akzeptiert, keine Selbsttests. Ähnliche Regelungen wird es wahrscheinlich auch in anderen Bundesländern wie etwa in Bayern geben. Dort sollen die Tourismusbetriebe vom 21. Mai an in Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100 öffnen dürfen.

Anzeige

Reiseveranstalter über Vorteile für Geimpfte – Alltours plant Testpflicht für Kinder

Neben den Einreiseregeln der einzelnen Länder müssen Urlauber zudem auf die Regeln der einzelnen Reiseveranstalter achten. Immer mehr Reedereien bieten Kreuzfahrten im Mittelmeer nur noch für Geimpfte an. Und als erster Reiseveranstalter in Deutschland kündigte Alltours an, dass ab dem 31. Oktober in den eigenen Hotels nur noch Geimpfte einchecken dürfen. Familien „auseinanderreißen“ wolle man aber nicht: „Wir beobachten die weitere Entwicklung der Pandemie und den Impf-Fortschritt sehr aufmerksam. Derzeit gehen wir davon aus, dass es im Sommer auch ein Impfangebot für Kinder geben wird“, heißt es von dem Unternehmen auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Sollte es noch kein flächendeckendes Impfangebot für Kinder geben, plane Alltours ein spezielles Sicherheitsprogramm für sie, zu dem regelmäßige Corona-Tests während des Urlaubs gehören sollen.

Andere Reiseveranstalter wie Tui, FTI und DER Touristik sprachen sich gegen eine Corona-Impfpflicht aus. Tui begrüßt allerdings die Lockerungen für geimpfte Reisende in Deutschland: „Wenn Reisende bei der Rückkehr nach Deutschland als geimpfte oder genesene Gäste keine Quarantäne mehr antreten müssen, wird dies ein wesentlicher Schub für das Reisen im Sommer sein“, sagt Tui-Sprecher Aage Dünhaupt. Gleichzeitig stellt er klar: „Dies sollte dann aber auch für Getestete gelten.“ Denn wie aus verschiedenen Studien hervorgeht, waren Pauschalreisenden nie Treiber der Pandemie.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen