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Kein Urlaub an Ostern? Stimmung unter Hoteliers „aggressiv“

  • Vertreter von deutschen Hoteliers und Gastwirten kritisieren Aussagen über das Aus für den Osterurlaub 2021.
  • Die Hoffnung falle dadurch weg, die Existenzangst steige, heißt es seitens des Dehoga.
  • Mehrere Verbände kritisieren fehlende Perspektiven und einen fehlenden Fahrplan zur Wiederöffnung durch die Politik.
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Berlin. Sie hatten auf einen Restart des Inlandstourismus zu Ostern gehofft – doch Aussagen etwa von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) oder auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach machten diese Hoffnungen zunichte. Das absehbare Ausbleiben vieler Urlauber verstärkt nun die Nöte von Hoteliers und Gastwirten.

„Klar hatte man die Hoffnung auf April. Das fällt jetzt weg“, sagte Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Berlin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), am Montag. Üblicherweise beginne nach mehreren Messen von Januar bis März für die Hoteliers in der Osterzeit das Geschäft mit Urlaubern. Die Betriebe seien auf die Einnahmen dringend angewiesen, weil sie zum größten Teil noch immer auf zugesagte staatliche Hilfen warteten.

Dehoga: Äußerungen sorgen für Verunsicherung und existenzielle Nöte

Dehoga-Geschäftsführerin Ingrid Hartges sagte gegenüber der Mediengruppe RTL: „Nachdem wir letzte Woche bei dem Beschluss schon nicht erwähnt wurden, jetzt mit solchen Äußerungen hier für Verunsicherung und existenzielle Nöte zu sorgen, ist völlig inakzeptabel. Darüber hinaus ist es auch rechtlich fragwürdig.“ Die Stimmung bei Hoteliers und im Gastgewerbe sei „aggressiv“, da es sich um eine „brutale existenzielle Betroffenheit“ handele.

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Kretschmer und Lauterbach: Kein Osterurlaub 2021
0:55 min
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sehen keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern.  © dpa

Das Problem ist vielerorts die fehlende Perspektive für die betroffenen Gastwirte. „Jeder hat gehofft: Wenn die 50 erreicht wird, wird gelockert“, sagte Lengfelder. Angesichts von Mutationen des Virus haben sich Bund und Länder in der vergangenen Woche jedoch verständigt, einen „stabilen“ Wert von 35 als Richtschnur für Lockerungen zu nehmen.

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Corona-Exit: Tourismusverbände fordern Gesamtplan von der Politik

Lengfelder forderte Öffnungsschritte mit klar festgelegten Bedingungen. „Es geht von einer Hängepartie in die andere, es gibt einen riesengroßen Frust“, beschrieb er die Lage. „Das Philosophieren über ausfallende Osterferien oder erst im Sommer geöffnete Biergärten sind das Gegenteil von einem Gesamtplan“, sagte ein Sprecher des Dehoga NRW am Sonntag der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Mecklenburg-Vorpommern schlägt Phasenmodell für den Neustart vor

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Wie solche Perspektiven aussehen könnten, hat der Landestourismusverband Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. Dieser hält eine Öffnung von Teilen der Branche über Ostern für möglich. Geschäftsführer Tobias Woitendorf verwies am Montag auf das Phasenmodell für einen sicheren Neustart, nach der bei einer niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz ein Übernachtungstourismus möglich ist. Dies sei jedoch zunächst nur für Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern möglich, für Touristen aus anderen Bundesländern werde es bis zum Beginn der Osterferien Ende März/Anfang April voraussichtlich nicht reichen.

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Kälterekord: Minus 28,8 Grad und Glättegefahr
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Im Erzgebirge ist laut „Kachelmannwetter“ die bundesweit niedrigste Temperatur im bisherigen Winter gemessen worden.  © dpa

Während sich einige Politiker und Gesundheitsexperten der Annahme von Kretschmer anschließen, sind die Aussagen aber auch politisch nicht unumstritten. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther sagte der „Welt“: „Wir haben in der letzten Ministerpräsidentenkonferenz einen klaren Fahrplan verabredet, eine Öffnungsstrategie auch für die Bereiche Gastronomie und Beherbergung zu erarbeiten. Ich halte nichts davon, dies nicht mal eine Woche später infrage zu stellen.“

RND/msk/dpa/epd

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