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Impfpflicht für Reisende: Wo sie schon gilt und wo sie droht

Check-in beim Terminal 1 im BER in Berlin. In einigen Ländern haben Geimpfte im Gegensatz zu Nichtgeimpften gewisse Privilegien (Symbolbild).

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie teilt sich die Reisewelt in zwei Lager: Länder, die Touristinnen und Touristen aussperren, und Länder, die unter Corona-Auflagen die Einreise erlauben. Bisher gibt es nur sehr wenige Länder, die nur Geimpften die Einreise gestatten – die USA und Kanada planen aber, demnächst ihre Grenzen nur für diese Reisegruppe zu öffnen. Umgekehrt gibt es zahlreiche Urlaubs­destinationen, in denen geimpfte Reisende Privilegien genießen. Auch in Deutschland gibt es bereits einige Vorteile für Geimpfte. Wo entscheidet die Corona-Impfung schon jetzt über den Urlaub ohne Einschränkungen? Ein Überblick.

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Reiseregeln in Deutschland: Kostenpflichtiger Corona-Test für Nichtgeimpfte geplant

Die größte Differenz zwischen Geimpften und Nichtgeimpften in Deutschland steht wohl im Herbst an: Die Parteien der großen Koalition haben sich darauf geeinigt, dass Corona-Schnelltests demnächst nicht mehr generell kostenlos sein sollen. Das Bundes­gesundheits­ministerium schlägt als Datum Mitte Oktober vor.

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Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Kostenübernahme durch den Steuerzahler nicht angezeigt. Nur für Personen, die nicht geimpft werden können – etwa aus medizinischen Gründen – oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliege wie Schwangere oder unter 18-Jährige, solle es weiterhin kostenlose Schnelltests geben. Der Bund will mit den Ländern bei ihrem Treffen am 10. August über die neue Regelung beraten.

Derzeit werden die Tests vom Staat mit 11,50 Euro vergütet. Diesen Preis müssten bei der Umsetzung dann wohl auch Ungeimpfte mindestens bezahlen, wenn sie beispielsweise für ihr Reiseziel einen Corona-Schnelltest benötigen. Noch sind Schnelltests in den meisten Testzentren Deutschlands kostenlos, anders sieht dies an vielen Flughäfen aus: Derzeit kostet ein Antigen-Schnelltest dort zwischen 15 bis 40 Euro, ein PCR-Test liegt bei etwa 75 bis 180 Euro. Im Ausland sind die Tests oftmals noch teurer.

Geimpfte und genesene Reisende sparen sich diese Kosten bei der Rückreise nach Deutschland, für sie gilt die allgemeine Testpflicht nicht. Lediglich bei der Rückkehr aus einem Virusvarianten­gebiet wird auch von ihnen ein Test verlangt.

Diese Privilegien gibt es in Deutschland bereits für geimpfte Reisende

Auch in puncto Quarantäne­pflicht genießen geimpfte und genesene Reisende bereits jetzt Vorteile: Sie müssen bei der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet nicht für bis zu zehn Tage in Isolation, wenn sie einen entsprechenden Nachweis bei der digitalen Einreise­anmeldung hochladen. Außerdem genießen vollständig Geimpfte seit dem 28. Juli einen entscheidenden Vorteil nach der Einreise aus einem Virusvariantengebiet: Sie können die 14-tägige Quarantäne beenden, wenn sie einen Impfnachweis übermitteln, aus dem hervorgeht, dass ihr Impfstoff gegen die Virusvariante hinreichend wirksam ist, die zur Einstufung des Gebietes als Virusvariantengebiet geführt hat. Für welche Impfstoffe das zutrifft, ist auf der Website des Robert Koch-Instituts zu finden.

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Kanada und USA planen Impflicht für Auslands­reisende

Auch in anderen Ländern haben geimpfte Urlauberinnen und Urlauber bei der Einreise Vorteile: Grenada beispielsweise erlaubt nur vollständig geimpften Touristinnen und Touristen die Einreise. Ausnahmen gelten für Einheimische und für Kinder unter 13 Jahren, die mit vollständig geimpften Begleitpersonen einreisen, heißt es von Auswärtigen Amt.

Nur für Geimpfte will sich demnächst auch Nordamerika öffnen: Kanada erlaubt ab dem 9. August US-Amerikanern wieder die Einreise, ab dem 7. September sollen auch alle Touristinnen und Touristen aus anderen Ländern einreisen dürfen, sofern sie durch Vakzine vor Corona geschützt sind. Auch die USA wollen bald die aktuellen Einreise­beschränkungen für geimpfte Menschen aus Europa und anderen Staaten aufheben. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Zudem stehe noch nicht fest, ob die US-Behörden nur Impfungen mit Präparaten akzeptieren würden, die auch in den USA zugelassen sind. Eine Alternative wäre es, die Zulassung durch die Weltgesundheits­organisation (WHO) zum Maßstab zu machen. In den USA sind bislang nur die Impfstoffe der Hersteller Moderna, Pfizer/Biontech und Johnson & Johnson zugelassen.

Testpflicht bei Impfung entfällt in vielen Ländern

Viele andere Länder haben bereits wieder für Reisende geöffnet – und oftmals genießen dort Geimpfte einige Vorteile. Beispielsweise entfällt bei der Einreise die Testpflicht. Das ist auf den Bahamas, in Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Österreich, Slowenien, Tschechien und in der Türkei der Fall. In Malta, Polen und der Slowakei gibt es weder eine Test- noch eine Quarantänepflicht für vollständig Geimpfte.

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Island hat hingegen die Einreise­bedingungen für Geimpfte wieder verschärft. Seit dem 27. Juli müssen auch sie einen negativen Covid-19-Test vorlegen, der maximal 72 Stunden vor Abflug vorgenommen wurde.

In diesen Ländern haben Geimpfte Privilegien im Alltag

Im Urlaubsort selbst müssen ungeimpfte Reisende teilweise schon mit Einschränkungen rechnen. In Griechenland etwa müssen sich Freizeitangebote wie Restaurants, Theater, Freizeitparks und Kinos entscheiden: Entweder erlauben sie Getesteten den Eintritt, müssen aber ihre mögliche Auslastung im Innen- und Außenbereich reduzieren. Oder sie öffnen ohne Einschränkungen – dann aber in Innenbereichen nur für Geimpfte. Diese Einrichtungen sind am grünen „Covid free“-Siegel zu erkennen.

In Frankreich müssen Besucherinnen und Besucher von Museen, Sehens­würdigkeiten oder Theatern einen Corona-Test, einen Impf- oder einen Genesungsnachweis vorlegen. Ab dem 9. August soll diese Nachweispflicht auch in Einkaufszentren, Fernzügen, Restaurants und Cafés gelten. Den benötigten Corona-Test müssen Ungeimpfte selbst bezahlen.

Ähnlich sieht es in Italien aus. Ab dem 6. August benötigen Italienerinnen, Italiener und Reisende ein grünes Zertifikat, unter anderem für einen Museums- und Theaterbesuch, den Zugang zu Konzerten und Fußballstadien und um in den Innenräumen von Restaurants und Bars essen und trinken zu können. Den „Green Pass“ bekommt jeder, der mindestens mit einer Dosis geimpft, innerhalb von 48 Stunden negativ getestet oder in den vergangenen sechs Monaten von einer Corona-Infektion genesen ist.

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Reiseveranstalter, Kreuzfahrten und Airlines: Hier haben Geimpfte Vorteile

Doch nicht nur in einigen Urlaubsländern genießen geimpfte Reisende Vorteile. Auch bei einigen Reiseveranstaltern, Reedereien und Airlines dürfen demnächst nur noch Geimpfte mitreisen. Alltours ist der erste Reiseveranstalter in Deutschland, der in den eigenen Hotels ab dem 31. Oktober nur noch Geimpften und Genesenen den Urlaub ermöglichen will. Anfang 2021 kündigte das Unternehmen die Maßnahmen für die Hotels der Alltours-Marke Allsun unter anderem auf Mallorca, den Kanarischen Inseln sowie den griechischen Inseln Kreta und Korfu an. Für Kinder und Jugendliche von zwei bis 17 Jahren soll weiterhin ein negativer Corona-Test ausreichen. Lediglich Kinder bis zwei Jahre sind von der Testpflicht befreit.

Als erste Airline weltweit hatte zuvor schon Qantas Airways angekündigt, diesen Schritt für bestimmte Flugstrecken gehen zu wollen. Bisher hat die australische Airline aber keine Impfpflicht umgesetzt. Eine Umsetzung könnte aber stattfinden, wenn der internationale Reiseverkehr aus Australien wieder aufgenommen werden kann.

Mehrere Reedereien bieten hingegen bereits jetzt Kreuzfahrten nur für Geimpfte, darunter Norwegian Cruise Line, die Luxusreederei Seabourn Cruise Line, Royal Caribbean, Celebrity Cruises und Hapag-Lloyd Cruises. Dabei steuern einige Kreuzfahrtschiffe beliebte Urlaubsziele im Mittelmeer an, unter anderem die griechischen Inseln.

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Tui Cruises oder Aida Cruises bieten zwar auch weiterhin Kreuzfahrten für Nichtgeimpfte an. Das ist allerdings für einige Reiseziele nicht möglich. So schreibt Norwegen beispielsweise vor, dass alle erwachsenen Personen an Bord – Gäste wie Besatzung – über einen vollständigen Impfschutz verfügen müssen. Daher kündigte Tui Cruises an, auf den geplanten Kreuzfahrten der „Mein Schiff 1“ nach Norwegen ab 22. August nur geimpfte Reisende mitzunehmen. Und auch Aida geht diesen Kompromiss ein. Daher wird die Reederei bei Norwegen-Kreuzfahrten mit der „Aida Mar“ ab 28. August nur geimpfte Gäste an Bord haben.

Deutsche Reiseanbieter wie die Lufthansa und Tui lehnen hingegen weiterhin eine Impfpflicht ab. Grundsätzlich jedoch dürften Hotels und Veranstalter in Deutschland eine Impfpflicht einführen: „Das ist ihr gutes Recht“, sagte Reiserechtsanwalt Paul Degott dem Reisereporter. Und weiter: „Egal, ob Hotels, Reedereien und Reiseveranstalter – sie können alle von der Vertragsfreiheit Gebrauch machen und sagen: ‚Ich will meine Gäste schützen, daher dürfen nur Geimpfte buchen.‘“ Das gehe allerdings nur, solange noch keine Reise gebucht wurde. Besteht bereits eine Buchung, dann müsse der Anbieter seinen Vertrag auch erfüllen, so Degott.

RND/bv/dpa

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