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Mehr Reisefreiheiten für Geimpfte? So äußern sich die Reiseveranstalter

  • Ende Mai soll endgültig eine Entscheidung zu mehr Freiheiten für Geimpfte fallen.
  • Dabei geht es auch um mögliche Lockerungen der Beschränkungen für geimpfte Urlauber.
  • So äußern sich die Reiseveranstalter über Vorteile für Geimpfte und zum Thema „Reisen mit Impfausweis“.
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Zum Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern werden Forderungen nach Lockerungen für Geimpfte und Genesene lauter: Ob nun im Restaurant, oder bei der Einreise aus dem Ausland – sie sollen demnächst keinen negativen Test mehr vorlegen müssen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach sich für Vorteile für Geimpfte bei Urlaubsreisen aus. Forderungen, die Beschränkungen für diese Menschen zurückzunehmen, gab es auch von Politikern der Bundestagsfraktionen von Union, SPD, Grünen und FDP.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Montag beim virtuellen Impfgipfel darüber beraten, welche Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene wegfallen könnten. Konkrete Beschlüsse gab es nicht. Entscheidungen über Freiheiten sollen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst am 28. Mai fallen. Doch schon jetzt stoßen mögliche Lockerungen bei Reiseveranstaltern und Airlines grundsätzlich auf Zustimmung.

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Bund kündigt Lockerungen für Geimpfte an
1:04 min
Die Diskussion um Lockerungen für Geimpfte nimmt in Deutschland immer mehr auf Fahrt auf.  © dpa-Video
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Lufthansa fordert einheitliche Regeln in Europa in puncto Impfnachweis

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„Die Lufthansa Group begrüßt die Fortschritte bei den Covid-19-Impfungen. Sie machen sicheres Reisen in der Pandemie möglich“, teilt ein Sprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschlands mit. Wichtig seien jedoch einheitliche Regeln: „Europa und die USA sollten jetzt gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen, Reiserestriktionen für geimpfte Personen ebenso wie pauschale Quarantäneregeln abzubauen. Erste Länder tun das bereits und öffnen ihre Grenzen für geimpfte und getestete Personen.“

Grundsätzlich brauche es rasch einheitliche Regeln in Europa, denn der Flickenteppich schwäche die EU im globalen Wettbewerb. „Der grüne Impfpass sollte rasch einheitlich eingeführt werden – mit einheitlichen Systemen und Standards“, so der Sprecher. Hier sei auch ein konkreter Zeitplan wichtig, damit Reisende, Airlines und die Reisebranche insgesamt die nötigen Vorbereitungen treffen können.

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Derzeit erprobe die Lufthansa selbst die digitale Integration von Testergebnissen in ihrer Reisekette. Solange diese nicht in digitaler Form vorab geprüft werden können, erfolge die Kontrolle der Impf- und Testnachweise sowie weiterer Dokumente, die für die Einreise erforderlich seien, weiterhin beim Check-in.

Tui sieht im Impfausweis einen Grundstein für eine gute Urlaubssaison

Reiseveranstalter Tui zeigt sich optimistisch: „Mit der angekündigten Impfung für jeden ab Juni, dem priorisierten Impfen der Tourismusangestellten in den Urlaubsorten und dem digitalen grünen Corona-Nachweis, ist der Grundstein für eine gute Urlaubssaison gelegt.“ Digitale Lösungen für den Impfausweis sowie für die Corona-Testergebnisse würden natürlich dabei helfen, die Kontrollen beim Check-in zu systematisieren. „Im Moment überprüfen wir ja bei jedem Gast den PCR/Antigen Test. Bei einem höheren Sommerreisevolumen wird dies sicherlich schwieriger“, so Unternehmenssprecher Aage Dünhaupt.

Wird die Impfpriorisierung bald aufgehoben?

Die Reihenfolge bei den Impfungen war festgelegt worden, um die Menschen mit dem größten Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, zuerst zu schützen und, weil Impfstoff sehr knapp war. Jetzt sind die meisten impfwilligen Hochbetagten versorgt, es gibt mehr Impfstoff – allerdings noch nicht so viel, um jeden, der will, sofort zu impfen.

Minister Scheuer plädierte dafür, die Impfpriorisierung möglichst bald aufzugeben. Geimpfte sollten digital erfasst werden, dann könnte es für sie und für Genesene Erleichterungen geben. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach sich im ARD-„Morgenmagazin“ ebenfalls dafür aus, die Impfpriorisierung möglichst schnell aufzuheben. Ob dies noch im Mai möglich sei, könne er aber noch nicht sagen. „Wichtig ist, dass es schnell geht.“

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Wo steht Deutschland beim Impfen?

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag (8.00 Uhr) wurden bislang 25.446.941 Impfungen gegen Corona verabreicht. Demnach haben 23,4 Prozent der Bundesbürger eine erste Impfung erhalten – 7,2 Prozent sind vollständig geimpft. Somit ist mehr als jeder fünfte Bürger mindestens einmal geimpft. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass im Laufe des Monats Mai jeder Dritte in Deutschland die erste Impfung gegen Corona erhalten haben wird.

Wie viele Impfdosen bekommt Deutschland?

Bis zum Sonntag wurden laut RKI etwa 29,9 Millionen Dosen Impfstoff nach Deutschland geliefert. 85,1 Prozent dieser Dosen wurden bis dahin gespritzt. Für das zweite Quartal haben die Hersteller laut Bundesgesundheitsministerium 80 Millionen Impfdosen zugesagt, davon sind etwa 50 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer. Die Impfzentren sollen ab Mai wöchentlich allein rund 2,25 Millionen Dosen von Moderna und Biontech/Pfizer bekommen. Zudem beteiligen sich mehr als 65.000 Ärzte in Praxen an den Impfungen. Sie sollen von dieser Woche an erstmals mehr als zwei Millionen Impfdosen spritzen – in der kommenden Woche sollen es mehr als drei Millionen Dosen sein.

RND/bv/dpa

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