Familienbesuch in Hotels auch in MV zu Weihnachten möglich

  • Eigentlich war das Ziel von Bund und Ländern, eine möglichst einheitliche Linie im Kampf gegen das Coronavirus.
  • Doch immer mehr Bundesländer scheren aus und erlauben nun Familienbesuch in Hotels an den Feiertagen
  • So auch Mecklenburg-Vorpommern.
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Berlin/Schwerin. Nach den jüngsten Bund-Länder-Vereinbarungen zum Kampf gegen die Corona-Pandemie gehen immer mehr Bundesländer eigene Wege. Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Berlin kündigte auch Mecklenburg-Vorpommern am Samstagabend an, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. Kosmetiksalons sollen im Nordosten womöglich schon am 5. Dezember wieder öffnen dürfen, wenn die Infektionszahlen erkennbar nach unten weisen.

Am Mittwoch hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, wie es im Dezember und über die Feiertage im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitergehen soll. Der Teil-Lockdown mit der Schließung unter anderem von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen soll demnach bis zum 20. Dezember verlängert werden, private Zusammenkünfte werden auf maximal fünf Personen begrenzt.

Über Weihnachten sollen die Kontakt-Beschränkungen dann gelockert werden, um Familienbesuche zu ermöglichen. Das Land Berlin aber hatte bereits am Donnerstag angekündigt, wegen der hohen Infektionszahlen in der Hauptstadt auch über Weihnachten an den strengen Kontaktbeschränkungen festzuhalten.

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MV: Hotels dürfen für Familienbesuch öffnen

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In Mecklenburg-Vorpommern sollen Hotels und Pensionen vom 23. Dezember bis zum 1. Januar für Gäste öffnen dürfen, die ihre Familie besuchen. Drei Übernachtungen seien für Mitglieder der Kernfamilie möglich, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) nach einer mehr als achtstündigen Beratung der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden am Samstag per Videoschalte. Zur Kernfamilie zählen Ehegatten, Lebenspartner, Geschwister, Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel, Urgroßeltern und Urenkel sowie deren Lebenspartner.

Hotelöffnungen nur für Gäste aus MV wäre nicht wirtschaftlich

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Eine generelle Öffnung des Tourismus und der Gastronomie vom 21. Dezember bis zum Jahresende nur für Gäste aus MV sei von der Branche als nicht wirtschaftlich eingeschätzt worden, so Glawe. Das stand vor dem MV-Gipfel zur Debatte. Laut einer Umfrage des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern hätten nur etwa 40 Prozent der touristischen Betriebe im Bundesland angegeben, sie würden öffnen, auch wenn sich dies nicht rechnen würde.

„Beim MV-Gipfel ist deutlich geworden, dass es für die Hotellerie und Gastronomie wichtig ist, dass der Deutschlandtourismus insgesamt wieder anläuft”, sagte Glawe. Aus heutiger Sicht werde es das in diesem Jahr aber nicht mehr geben, sagte Glawe mit Blick auf die nach wie vor hohen Corona-Infektionszahlen in der Bundesrepublik.

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Mehrere Bundesländer erlauben Hotelübernachtung über Weihnachten
1:00 min
Nach den jüngsten Bund-Länder-Vereinbarungen zum Kampf gegen die Corona-Pandemie gehen immer mehr Bundesländer eigene Wege.  © dpa

Theater und Kosmetiksalons dürfen in Mecklenburg-Vorpommern bald öffnen

Kosmetiksalons dürfen in Mecklenburg-Vorpommern möglicherweise vom 5. Dezember an wieder öffnen, wenn die Corona-Infektionszahlen am Tag davor erkennbar nach unten weisen. Am nächsten Freitag würden die Zahlen angeschaut und überlegt, ob für diesen Bereich zum zweiten Adventswochenende gelockert werden könne, sagte Schwesig.

Wie Gaststätten, Theater, Kinos und Klubs mussten die Anbieter körpernaher Dienstleistungen Anfang November schließen, um die rasante Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Friseurgeschäfte durften hingegen offen bleiben. Die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) begrüßte den Beschluss vom Samstag. “Die Betriebe haben somit noch eine realistische Chance, das Vorweihnachtsgeschäft mitzunehmen.” Die Tourist-Informationen in den Kommunen sollen ab 1. Dezember wieder öffnen dürfen.

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Die Theater müssen zwar mindestens bis zum 20. Dezember geschlossen bleiben, dürfen aber ihre Weihnachtsmärchen aufführen, wie Schwesig sagte. Schulen könnten die Aufführungen besuchen.

Mehrere Impfzentren in MV bis Mitte Dezember gelplant

Zum Stand der Vorbereitungen auf Impfungen gegen das Coronavirus sagte Gesundheitsminister Glawe, dass jeweils ein Impfzentrum in Rostock und Greifswald sowie an etwa zehn weiteren Standorten in den Landkreisen und kreisfreien Städten geplant sind. Überlegungen gibt es demnach unter anderem für Pasewalk, Wismar, Neubrandenburg und Güstrow. Die Landkreise sollen nach Möglichkeit die Bundeswehr einbinden, “um eine entsprechende Grundstruktur zum Durchführen der Impfungen vorzuhalten”. Zum 15. Dezember will MV mit den Impfzentren startklar sein, sagte Glawe.

Glawe fordert Abschlagszahlungen deutlich anzuheben

Bei den Hilfen des Bundes für die Wirtschaft forderte Glawe in seiner Funktion als Wirtschaftsminister, die Abschlagszahlungen deutlich von 10.000 Euro auf bis zu 500.000 Euro anzuheben. “Dadurch würde sichergestellt, dass Antragsteller die Möglichkeit haben, einen wesentlichen Teil der Hilfe noch im Jahr 2020 zu erhalten.” Hilfen sind insgesamt bis zu einer Höhe von einer Million Euro möglich. Glawe kündigte an, bei der Wirtschaftsministerkonferenz am Montag gemeinsam mit Hamburg einen entsprechenden Antrag einzubringen.

RND/bv/dpa

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