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Urlaubern drohen in den Herbstferien lange Wartezeiten an Flughäfen

  • Hunderttausende Passagiere werden in den Herbstferien von den großen Flughäfen in den Urlaub starten.
  • Durch Corona-Sonderregelungen und Personalmangel verzögert sich die Abfertigung.
  • Reisende sollten viel Zeit einplanen und lieber frühzeitig zum Airport kommen.
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Köln/Düsseldorf. Ganz entspannt in den Herbsturlaub fliegen? Das ist im Jahr 2021 vielerorts nicht möglich. An den Airports sollten Passagiere reichlich Zeit einplanen. Was passieren kann, hat sich am Wochenende am Flughafen BER gezeigt: Dort herrschte zeitweise Chaos. Hunderte Meter lange Schlangen vorm Check-in, Wartezeiten von mehr als zwei Stunden und Passagiere, die ihren Fug verpassen.

Der Airport Berlin-Brandenburg machte für die Abfertigungsgeschwindigkeit vor allem die Airlines verantwortlich. Die Lufthansa ihrerseits wies am Montag auf fehlende Abfertigungskapazitäten am Flughafen hin. Man habe beim Check-in die maximal mögliche Zahl von zwölf Schaltern geöffnet und zudem zusätzliches Personal im Wartebereich eingesetzt. Auch bei den Bodenverkehrsdienstleistern fehlte es aufgrund von Krankheit demnach an Personal, so dass es beim Aussteigen und Entladen von Flugzeugen zu längeren Wartezeiten gekommen sei.

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Anzeigetafeln zeigen Wartezeit am BER

Der Flughafen BER erwartetet in den Herbstferien insgesamt rund 900.000 Passagiere – diese sollten sich vor allem am Wochenende auf Wartezeiten einstellen. Der Betreiber hofft auch auf die Mitarbeit von Passagieren: „Es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn die Gäste bereits vor dem Check-in alle notwendigen Dokumente bereithalten“, erklärt Jan-Peter Haack, Pressesprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, gegenüber dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

Der Flughafen habe zudem Anzeigetafeln angebracht, welche über die Wartezeiten an den Kontrollen informieren. Die Wartezeiten sind auch auf der Website des Flughafens sowie in der App abrufbar. „So können die Passagiere direkt sehen, wo es sich gerade staut.“

Auch aus NRW heißt es: Vor allem zu Spitzenzeiten – etwa am frühen Morgen – könne es beim Check-in und an den Sicherheitskontrollen zu längeren Wartezeiten kommen, teilten die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn mit. Nicht nur Sonderregelungen wegen der Corona-Pandemie verzögerten die Abläufe. Am Düsseldorfer Airport hatte auch Personalmangel im Sicherheitsbereich an den vergangenen Wochenenden immer wieder zu langen Schlangen geführt. Mitarbeitende des Dienstleisters, der im Auftrag der Bundespolizei für die Kontrollen zuständig ist, hatten erst kürzlich für bessere Arbeitsbedingungen in Düsseldorf demonstriert. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sorgt der Personalmangel für eine extreme Arbeitsbelastung und einen hohen Krankenstand.

Lange Schlangen in Düsseldorf – wird es in den Ferien besser?

In den Herbstferien wolle das Unternehmen nun externe Kräfte einsetzen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Prämien als Anreiz zahlen. „Deshalb hoffen wir, dass es in den Ferien keine allzu langen Warteschlangen geben wird“, sagte ein Verdi-Sprecher. Das grundsätzliche Personalproblem werde durch diese Maßnahmen jedoch nicht gelöst.

Enorme Verzögerungen am Flughafen Hannover

Auch am Flughafen Hannover kam es zu Personalengpässen und langen Schlangen. Flugpassagiere hatten teilweise von bis zu fünf Stunden Wartezeit berichtet, etliche Maschinen starten verspätet. Manche Reisende verpassten wegen der schleppenden Sicherheitschecks sogar den Flug. Der Bundespolizei zufolge lag der Hauptgrund im Mitarbeitermangel bei der beauftragten Firma Securitas. Beschäftigte der Sicherheits­kontrollen protestierten am Freitag gegen die aus ihrer Sicht zu stressigen Arbeitsbedingungen.

Reisende warten am 2. Oktober im Terminal C vom Flughafen Hannover-Langenhagen auf die Sicherheitsabfertigung. Weil der von der Bundespolizei für die Abfertigungs­kontrollen beauftragte Dienstleister massive Personalprobleme hat, kam es zuletzt zu großen Wartezeiten. © Quelle: Michael Matthey/dpa
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Aktuell jedoch scheint sich die Lage zu bessern, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Demnach habe Securitas Personal aus Berlin und Hamburg beordert, das nun auch vorgelagerte Kontrollen durchführt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weisen beispielsweise Passagiere frühzeitig darauf hin, keine größeren Mengen an Flüssigkeit mitzunehmen. Zudem gibt es nun Notfallspuren zum Gate – für Menschen, die hinten in der Schlange stehen, aber innerhalb der nächsten 30 Minuten abfliegen sollen.

Ob das für die Herbstferien reicht? Diese beginnen in Niedersachsen am 18. Oktober, dann wird mit einem zunehmenden Passagieraufkommen gerechnet. Daher sollen die Sicherheitsschleusen in dem Terminals dann wieder parallel besetzt sein.

Wenige Probleme am Flughafen Frankfurt

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Der Flughafen Frankfurt sieht sich gut aufgestellt: „Wir kommen gut mit dem Passagier­aufkommen klar“, sagte ein Pressesprecher des Frankfurter Flughafens am Freitag. Die Check-in-Prozesse würden zwar länger dauern als noch vor der Corona-Pandemie, die meisten Gäste seien jedoch so frühzeitig am Flughafen, dass das Aufkommen gut händelbar sei. „Minimum zwei Stunden vor Abflug sollten Reisende hier am Flughafen eintrudeln“, empfiehlt der Sprecher.

Flughafen München rät zum Online-Check-in

Der Flughafen München erwartet keine außergewöhnlich langen Wartezeiten. Die Verkehrsspitzen würden derzeit zusammenhängend mit den Abflugzeiten täglich zwischen 11 und 12 Uhr und zwischen 15 und 16 Uhr liegen, erklärt Robert Wilhelm aus der Presseabteilung des Münchner Flughafens.

Besonders viel Zeit nehme die Prüfung der verschiedenen Corona-Dokumente wie Impfpässe, Testergebnisse oder Ein- und Ausreiseformulare in Anspruch. Um Zeit zu sparen, rät er den Passagieren dazu, Vorgänge wie Check-in oder Parkplatzbuchungen bereits online vorab von zu Hause aus zu erledigen.

RND/jst/dpa

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