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Entsetzliches Video: Babyelefant für Touristen angekettet und gequält

  • Ein heimlich aufgenommenes Video aus Thailand zeigt, wie Elefanten trainiert werden.
  • In Trainingslagern soll ihr Wille gebrochen werden, damit sie in der Tourismusindustrie arbeiten können.
  • Ein 16 Monate altes Baby wird besonders schwer gequält.
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Bangkok. Boonshoo wird von seiner Mutter Gintaala getrennt, alles Wehren der beiden Tiere hilft nicht. Boonshoo, erst 16 Monate alt, wird an vier Holzpfosten mit Ketten fixiert – an den Beinen und am Oberkörper – und immer wieder gequält. Die Videoaufnahmen, die Mitarbeiter des Elefantentrainingslagers 2019 heimlich gemacht und 2020 an die Tierschutzorganisation World Animal Protection weitergegeben haben, zeigt nun die britische Nachrichtenseite „Daily Mail”.

Es sind entsetzliche Bilder, die das Leid von Elefanten zeigen, die später in der Tourismusindustrie arbeiten sollen, etwa indem sie mit ihrem Rüssel Bilder malen, Touristen auf ihrem Rücken transportieren oder auf den Hinterbeinen Tricks vorführen müssen. Fast 3000 Elefanten werden in Thailand derzeit für Touristen abgerichtet und eingesetzt – das sind 70 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren, so World Animal Protection, die einzelne Ausschnitte des Videos bereits vor einem halben Jahr veröffentlicht hatte.

Die Elefantenmutter versucht noch ihr Kind zu schützen

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Die Nachfrage der Touristen ist es, die zu solchem Leid führt, deshalb setzt die Organisation, wie sie mitteilt, darauf, Menschen über die Folgen von Elefantenshows und Elefantenreiten aufzuklären.

Der rund vierminütige Videozusammenschnitt zeigt zunächst Mutter Gintaala und das an sie gefesselte Jungtier. Dahinter läuft ein weiterer Elefant, geritten von einem Mahut (Führer oder Eigentümer eines Arbeitselefanten), der dem Tier Befehle gibt und es mit einem Haken bearbeitet. Als die Mahouts Boonshoo von seiner Mutter trennen, wütet die Mutter und das Kalb schreit.

Doch sein Leiden war noch nicht vorbei: Allein angekettet musste es durch Haken und Schmerz lernen, Befehle zu verfolgen. Teilweise nehmen sich drei Mitarbeiter des gefesselten Jungtiers an. Auch mit einem Nagelpaddel wurde Boonshoo geschlagen. Das Baby versucht sich zu befreien, wackelt immer wieder hin und her, aber es ist zu stark fixiert.

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Spaziergang mit gefesseltem Elefantenbaby: Bis zum Kollaps

In einer zweiten Szene geht ein Elefantenbaby mit sechs Aufsehern spazieren, der Elefant ist an Beinen sowie um den Hals gefesselt und wird immer wieder schwer mit Haken auf den Kopf geschlagen. Immer wieder sackt das Jungtier in sich zusammen und immer wieder wird es mit Schlägen dazu angetrieben, aufzustehen.

In der dritten Sequenz ist ein Jungtier zu sehen, das mit dem Bein am Boden festgekettet ist und um den Hals herum an seine Mutter fixiert. Als die Mutter sich in Panik bewegt, wird der kleine Elefant fast auseinandergerissen.

Elefantenkind an Beinen und Hals gefesselt und mit Nägeln misshandelt

Das Video endet mit einer vierten Szene, wieder wird ein junger Elefant gezeigt. Seine Hinterbeine sind aneinander gefesselt, ein Vorderbein ist an einem Pfosten festgekettet und ein dickes Seil fixiert den Elefanten am Hals mit eben jenem Pfosten. Sechs Mahuts stehen drum herum, schlagen das Tier, das hilflos im Kreis läuft und schreit. Sie wollen, dass das Elefantenkind sich auf Kommando hinsetzt und auf die Hinterbeine stellt.

Wo genau die Bilder entstanden sind, wollte World Animal Protection nicht bekannt geben, alle Videos würden aber aus Thailand stammen. Damit sollen wohl auch zunächst jene geschützt werden, die die Aufnahmen heimlich gemacht haben, um auf das Schicksal der Tiere hinzuweisen. Inzwischen wurden Ermittlungen aufgenommen – auch wenn die Gesetze zur Elefantenhaltung in Thailand gewisse Misshandlungen zulassen.

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In Thailand gibt es so viele Elefanten in freier Wildbahn wie in Gefangenschaft

World Animal Protection hat das Video öffentlich gemacht, um Touristen auf das Thema aufmerksam zu machen. Sie sollten sich bewusster des Themas annehmen und sich dafür entscheiden, Tiere lieber in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Forscher haben herausgefunden, dass von 3000 untersuchten Arbeitselefanten weltweit drei Viertel in äußerst schlechten Bedingungen leben.

Frei lebende Elefanten kann man indes auch in Thailand sehen, allerdings geht die Population stark zurück: Gab es vor 100 Jahren noch 100.000 wilde Elefanten dort, sind es heute noch 2500 bis 3500, also ungefähr so viele, wie es auch in Gefangenschaft in dem Land gibt. Die besten Chancen, auf einen frei lebenden Elefanten in Thailand zu treffen, haben Touristen im Nationalpark Khao Sok.

RND/msk

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