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  • Dänemark: Unterschiedliche Einreisebeschränkungen - Anstieg der Corona-Zahlen in Deutschland befürchtet

Reise über die Grenze: strenge Kontrollen in Dänemark, freie Fahrt in Deutschland

  • Der Kampf gegen das Coronavirus könnte an der Grenze zu Dänemark und Deutschland nicht unterschiedlicher sein.
  • Strenge Kontrollen in Richtung Dänemark gestalten die Einreise schwierig. Hingegen können Reisende nach Schleswig-Holstein frei einreisen.
  • Einige Grenzbewohner Deutschlands befürchten daher steigende Corona-Zahlen.
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Unterschiedlicher könnten die Kontrollen an den Grenzübergängen zu Dänemark und Deutschland kaum sein. Während in Richtung Dänemark zahlreiche Hindernisse unbefugte Reisende davon abhalten, in das Land zu reisen, besteht in Richtung Deutschland an der Grenze freie Fahrt, berichten die „Kieler Nachrichten“ (KN). Einige Einwohner Schleswig-Holsteins befürchten, dass sich das Coronavirus so ungehindert in Deutschland verbreiten kann.

So müssen Reisende nach Dänemark Bodenschwellen, rote Ampeln und scharfe Grenzkontrollen passieren und einem Beamten des Nachbarlandes das negative Corona-Testergebnis vorzeigen. Umgekehrt werden weder auf der A7 noch auf der B200 Einreisende aus Dänemark kontrolliert. Lediglich ein Schild erinnert sie: „Covid-19-Pandemie – Reiserückkehrer bitte testen lassen“.

Einreisende als Dänemark könnten Infektionsgeschehen beeinflussen

Dabei sei doch das Coronavirus Grund genug, an der Grenze zu schauen, wer ins Land kommt, findet Hotelier Michael Lind Pedersen. Er betreibt das Hotel Am Rathaus in Schönberg. „Es kann doch nicht sein, dass wir Gastronomen alles tun, um die Vorgaben einzuhalten und unsere Gäste zu registrieren, während an der Grenze freie Fahrt herrscht“, zitieren ihn die „KN“.

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Ohne Weiteres könnten auch Infizierte einreisen, die dann das Infektionsgeschehen beeinflussen und dadurch Lockerungen für Gastronomie und Beherbergungsbetriebe gefährden, fürchtet der gebürtige Kopenhagener. Dabei seien er und seine Berufskollegen von der Sommersaison abhängig.

Bund will Grenzkontrollen nicht verschärfen

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Die Bundespolizei bestätigt den „Kieler Nachrichten“, dass es seit Mitte Juni 2020 keine permanenten Grenzkontrollen mehr gibt und nur noch stichprobenartig kontrolliert wird. Da der Bund für Grenzkontrollen zuständig ist, weist Regierungssprecher Peter Höver aber darauf hin, dass bei der Einreise auf beiden Seite ein negativer Schnelltest erforderlich sei. Und durch das ähnlich verlaufende Infektionsgeschehen an beider Grenzen kein Anlass bestehe, die Grenzkontrollen zu verschärfen.

Auch der Virologe Professor Helmut Fickenscher bestätigt, dass bisher keine größeren Corona-Ausbrüche durch den Grenzverkehr zwischen Deutschland und Dänemark bekannt sind. Dennoch räumt er ein, dass dieser zur Ausbreitung der britischen Variante während des Jahreswechsels im Raum Flensburg beigetragen hat. Ebenso wie zwischen Tschechien, Bayern und Sachsen.

RND/bv

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