Corona und Reisen: Der Lockdown ist schon da

  • Nach den jüngsten Reisewarnungen ist Urlaub in Europa praktisch nicht mehr möglich.
  • Corona zwingt die Reisebranche in einen zweiten Lockdown.
  • Die ökonomischen und psychologischen Folgen sind weitreichend, kommentiert Jörg Kallmeyer.
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Die Zahl der Corona-Infizierten steigt, und die Sorgen vor dem Herbst und Winter wachsen täglich: Kommt Deutschland ohne einen zweiten Lockdown durch die Pandemie? Wer politische Verantwortung trägt, der macht einen großen Bogen um das Thema. Am besten man redet gar nicht über ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens, das der Wirtschaft den Kollaps bescheren könnte. Dabei ist für die Tourismusbranche der zweite Lockdown längst da: Reisen außerhalb von Deutschland sind in diesem Herbst und Winter fast unmöglich.

Anders als im Frühjahr kam der neue Reise-Lockdown in kleinen Schritten. Alles begann mit der Warnung vor den Balearen im Sommer – und endet vorläufig mit der jüngsten Liste des Auswärtigen Amtes, die nun für fast jedes europäische Land eine Risikoregion ausweist. Sicher, die Algarve ist nicht dabei – aber wer will nach Portugal fliegen, wenn die Hauptstadt Lissabon schon auf der roten Liste steht?

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Ja, Reisen in Risikogebiete sind nicht verboten. Aber wer fährt schon nach Frankreich, wenn er anschließend noch Urlaubstage für die Quarantäne beim Arbeitgeber einreichen muss? Da nutzt es wenig, dass die Grenzen formal offen bleiben.

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Reisewarnungen für weitere Regionen in elf EU-Ländern
1:19 min
Die Bundesregierung hat weitere Regionen in der EU zu Corona-Risikogebieten erklärt.  © Reuters

Für die Reisewarnungen gibt es gute Gründe; die erneute Corona-Ausbreitung in Deutschland ist auch auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Überall in Europa entstehen gerade neue Risikogebiete. Die Nebenwirkungen des Reise-Lockdowns aber sind gravierend: Zum einen psychologisch für die Urlauber, weil der Traum von einer Rückkehr zur Normalität geplatzt ist. Zum anderen ökonomisch für die Tourismusbranche, die nur noch auf neue Staatshilfen hoffen kann. Und auf den Impfstoff, der Reisen wieder möglich macht.

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