• Startseite
  • Reise
  • Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten? In drei Bundesländern gilt sie wieder

Kommt die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer zurück?

  • Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten – diese Maßnahme gab es im Sommer 2020 schon einmal.
  • Und sie könnte zurückkommen, die Länderchefs wollen das Thema am Dienstag beim Treffen mit Angela Merkel diskutieren.
  • In Bayern und NRW ist die Testpflicht bereits wieder in Kraft.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Welche Maßnahme ist die richtige: Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten oder eine Corona-Testpflicht für die Reisenden – oder gar beides? Die Regeln in den 16 Bundesländern sind dahingehend nicht einheitlich. Könnte sich das bald wieder ändern? Zumindest soll das Thema beim Treffen der Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel auf den Tisch kommen – neben der möglichen Verlängerung von Kontaktbeschränkungen und Ausgangsbeschränkungen sowie der Schließung von Schulen und Gastrobetrieben soll auch über die Quarantänebestimmungen und die Testpflicht für Reisende diskutiert werden.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha forderte im Vorfeld gegenüber dem Portal „echo24“, der Bund müsse zu Beginn des neuen Jahres eine rechtliche Vorgabe zur Testpflicht für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten machen. Aus seiner Sicht müsse es eine bundesweite Testpflicht für diese Einreisenden geben. Eine solche hatte es bereits im Sommer zur Hauptreisezeit gegeben.

Einheitlich für alle Bundesländer ist aktuell lediglich die Pflicht zur Registrierung: Wer aus einem Risikogebiet im Ausland einreist, muss sich vorher online anmelden und den Nachweis darüber bei sich führen. Zudem gilt in 13 Bundesländern die Musterquarantäneverordnung: Demnach müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Nach frühestens fünf Tagen in Isolation können sie sich testen lassen, ein negatives Ergebnis beendet die Quarantäne. In Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen müssen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten wieder auf das Coronavirus testen lassen – teilweise zusätzlich zur Quarantänepflicht. Konkret gilt:

In NRW gilt die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland bereits seit dem 28. Dezember. Der Schnelltest muss maximal 24 Stunden vor der Einreise oder unmittelbar nach der Ankunft durchgeführt werden. Flugreisenden muss direkt am Flughafen eine Testmöglichkeit auf eigene Kosten angeboten werden. „Da in Nordrhein-Westfalen nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Münster keine Einreisequarantäne für Rückkehrer aus allen Risikogebieten pauschal angeordnet werden darf, haben wir uns jetzt für das deutlich mildere Mittel entschieden, nämlich zumindest verbindlich einen Corona-Schnelltest zu verlangen“, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Anzeige

Bayern hat die Corona-Testpflicht zum 27. Dezember eingeführt. Hier gilt: Wer aus einer Region einreist, die besonders von dem Virus betroffen ist, muss künftig innerhalb von 72 Stunden ein Testergebnis beim Gesundheitsamt vorlegen. Die Urlaubs- und Familienrückkehrer können auch bei der Einreise einen Corona-Test vorlegen, der im Ausland vorgenommen wurde. Er darf aber maximal 48 Stunden alt sein. Gleichzeitig gilt in Bayern weiter die zehntägige Quarantänepflicht, die erst durch einen Test ab Tag fünf verkürzt werden kann.

In Sachsen müssen sich Reisende nach dem Aufenthalt im Risikogebiet (gemäß Robert-Koch-Institut) seit dem 31. Dezember nicht nur in Quarantäne begeben, sondern auch testen lassen. Das sächsische Kabinett hatte eine entsprechende Änderung der Corona-Quarantäne-Verordnung beschlossen. Der Test darf bei der Einreise nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Er kann auch bei der Einreise abgenommen werden oder, wenn das nicht möglich ist, bis zu 48 Stunden nach der Einreise nachgeholt werden. Die Kosten für den Test sind von den Einreisenden selbst zu tragen. Ab dem 11. Januar 2021 müssen sich zusätzlich auch Berufspendler zweimal wöchentlich testen lassen.

Anzeige

Bundesregierung prüft Änderungen der Musterquarantäneverordnung

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten hat. Ob sich daran etwas ändern könnte? „Die Bundesregierung prüft derzeit, inwieweit das Verfahren zur Ausweisung von Risikogebieten angepasst werden sollte“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums Anfang Dezember dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Andernorts erfolgt die Ausweisung der Risikogebiete in Abhängigkeit mit dem Infektionsgeschehen im eigenen Land. In der Schweiz beispielsweise gelten nur Gebiete als Risikogebiet, die eine Inzidenz von mindestens 60 mehr haben als die Schweiz selbst. Ob ein solches Modell auch für Deutschland denkbar wäre? Fragen wie diese diskutiert und prüft die Bundesregierung wohl aktuell.

RND/gei

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen