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Qantas führt Impfpflicht für Passagiere auf internationalen Flügen ein

  • Wer künftig mit Qantas fliegen will, muss sich impfen lassen.
  • Diesen Plan hatte Qantas bereits im vergangenen Jahr angekündigt, nun soll er umgesetzt werden.
  • Airline-Chef Alan Joyce begründet die Impfpflicht mit den hohen Sicherheits­standards der Flug­gesellschaft.
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Die australische Fluglinie Qantas schmückt sich gleich mit mehreren Titeln: Sie ist eine der ältesten Airlines und gilt seit Jahren auch als eine der sichersten Fluggesellschaften der Welt. Dabei hat es das im November 1920 gegründete Unternehmen während der Pandemie alles andere als leicht gehabt. Denn nachdem die australische Grenze seit März 2020 geschlossen ist, waren internationale Flüge für die Fluggesellschaft mit dem Känguru im Logo lange Zeit nicht mehr profitabel. Tausende Mitarbeitende mussten entlassen oder beurlaubt werden. Nur ein zwischenzeitlicher Reisekorridor mit Neuseeland ließ wieder einige wenige Flüge zu.

Qantas will ab Dezember 2021 wieder fliegen

Nun plant Qantas jedoch, den weltweiten Flugbetrieb im Dezember wieder aufzunehmen. Damit bringt der Vorstands­vorsitzende Alan Joyce seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Australien seine internationalen Grenzen noch vor Weihnachten öffnen wird. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür zwar noch nicht, doch auch Australiens Handels- und Tourismus­minister Dan Tehan sprach in einem Videobriefing in der vergangenen Woche davon, bis dahin zumindest Reisekorridore mit verschiedenen Ländern etablieren zu wollen.

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Sobald Qantas wieder außerhalb des fünften Kontinents fliegt, wird die Airline auch neue Richtlinien einführen: So will die Fluggesellschaft international künftig nur noch geimpfte Passagiere befördern. Dies bezieht sich auf Australierinnen und Australier, die das Land verlassen wollen, wie auch alle anderen Fluggäste, die bei der Linie buchen. Dies gab Alan Joyce in einem Interview mit dem Trans-Tasman Business Circle bekannt, einem Netzwerk für Wirtschaftsführer in Australien und Neuseeland.

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Als Begründung nannte Joyce die hohen Sicherheits­standards der Fluglinie. „Wir glauben, dass dies eine der Anforderungen sein wird, um zu zeigen, dass man sicher fliegt“, sagte der CEO. Außerdem würde es sich ohnehin bereits andeuten, dass viele Länder nur geimpfte Reisende willkommen heißen werden. Auch für die 22.000 Angestellten der Fluglinie ist die Impfung bereits Pflicht – mit Ausnahme derjenigen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

Impfung als Teil der Marketing­strategie

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Qantas hat das Thema der „Covid-19-Impfungen“ auch zu einem zentralen Bestandteil seiner neuesten Marketing­kampagne gemacht. Eine vor Kurzem veröffentlichte Fernseh­werbung zeigt Australier, die sich nach Reisen sehnen und sich impfen lassen, bevor sie in den Urlaub oder zum Besuch der Familie aufbrechen. Auch im Treueprogramm der Fluglinie gibt es Extra­anreize für geimpfte Passagiere.

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Gemeinsam mit der Rede stellen die neuen Maßnahmen die bisher stärksten Schritte dar, um die Amerikaner zu einer Impfung zu bewegen.  © Reuters

Die Pläne, nur noch Geimpfte transportieren zu wollen, hatte Joyce bereits in einem Interview mit dem australischen Fernsehsender Nine im November skizziert. Schon damals erklärte er, dass seine Fluggesellschaft wohl einen Nachweis über eine Covid-19-Impfung verlangen werde, sobald Impfstoff weit verbreitet sei und der internationale Reiseverkehr sich wieder normalisiert habe.

„Wir versuchen, unsere allgemeinen Geschäfts­bedingungen zu ändern, sodass wir von internationalen Reisenden verlangen können, dass sie sich impfen lassen, bevor sie ins Flugzeug einsteigen“, sagte er damals. Inzwischen haben sich die Pläne konkretisiert. Ausnahmen soll es jedoch für Reisende geben, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Noch keine Aussage hat die Fluggesellschaft zu Kindern unter zwölf Jahren gemacht.

Medienbericht: Auch Air Canada plant Impfpflicht

Schon im November sagte Joyce, dass ähnliche Bedingungen auch bei anderen Flug­gesellschaften gelten könnten. Wenn er mit Kollegen anderer internationaler Airlines spreche, höre er ähnliche Gedanken, sagte der CEO damals. Andere Fluglinien wie Virgin Australia haben bereits angekündigt, dass Flugbegleiter und Pilotinnen geimpft werden müssen.

Doch nur wenige Fluggesellschaften haben dies bisher auch auf Passagiere ausgeweitet. Laut eines Berichts im Magazin „Traveller.com.au“ plant jedoch auch Air Canada, ungeimpfte Passagiere bald abzuweisen. Leonard Marcus, Co-Direktor der National Preparedness Leadership Initiative an der Harvard University und Direktor einer Initiative, die sich auf das Thema „öffentliche Gesundheit“ bei Flügen konzentriert, sagte der Website, er hoffe, dass andere Fluggesellschaften dem Beispiel von Qantas folgen würden. Er nannte die Entscheidung einen „mutigen Schritt“ in die richtige Richtung.

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Joyce betonte in dem Interview mit dem Trans-Tasman Business Circle, wie wichtig es für alle Australierinnen und Australier sei, vor Weihnachten wieder reisen zu können. „Die Bevölkerung braucht es“, sagte er. Viele würden ihre Familie wiedersehen oder Geschäfte machen wollen. „Es gibt viele sehr wichtige Gründe, warum wir uns öffnen sollten, wenn wir die wichtigsten Impfziele erreicht haben“, sagte er.

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Bisher geht die australische Regierung davon aus, dass die Grenzen bei einer Impfrate zwischen 70 und 80 Prozent wieder geöffnet werden können, obwohl sich einige der Bundesstaaten wie Westaustralien oder Queensland noch dagegen sträuben. „Wir könnten in eine Situation kommen, in der man von Sydney aus seine Verwandten in London, vielleicht Dublin besuchen kann, aber nicht seine Verwandten in Perth oder Cairns“, gestand Joyce. Bisher sind etwas über 42 Prozent der australischen Bevölkerung vollständig geimpft, rund 67 Prozent haben eine Dosis erhalten.

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