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Niedersachsen öffnet Hotels und Gaststätten in einigen Regionen

  • Monatelang stand der Inlands-Tourismus still. Nun wagt auch Niedersachsen einen Schritt nach vorne.
  • Menschen aus Niedersachsen dürfen in ihrem Bundesland ab Montag wieder Urlaub machen und dabei Hotels und Gaststätten nutzen.
  • Die Region muss allerdings eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 haben.
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Hannover. Endlich wieder verreisen: Zumindest alle Menschen aus Niedersachsen können von Montag an wieder Kurs auf Nordseeküste, Harz und Heide oder andere Übernachtungsquartiere im Bundesland nehmen. Der Neustart des Tourismus aus dem Corona-Lockdown in den Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 ist allerdings an Einschränkungen und Pflichten geknüpft. Gäste aus anderen Bundesländern und dem Ausland müssen mit dem Buchen noch warten.

Was beinhaltet die Tourismus-Lockerung?

Ab Montag sind touristische Übernachtungen in Niedersachsen außerhalb der Corona-Hotspots wieder möglich, vorerst nur für die Einwohner des Bundeslands. Diese können dann wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen einchecke, gekoppelt an negative Corona-Schnelltests, dem Nachweis einer vollständigen Impfung oder die Genesung nach einer Infektion. Es gilt eine Kapazitätsbegrenzung von 60 Prozent.

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Für Ferienwohnungen und -häuser gibt es eine Wiederbelegungssperre von einem Tag. Erforderlich ist ein negativer Schnelltest bei der Anreise und danach zweimal wöchentlich ein Test.

Die Gastronomie kann von Montag an zunächst draußen mit einem Hygienekonzept und genügend Abstand zwischen den Tischen wieder öffnen. Es greift eine Sperrstunde um 23 Uhr. Eine Tischreservierung ist nicht erforderlich, wohl aber negativer Corona-Schnelltest.

Wo in Niedersachsen kann der Tourismus wieder starten?

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Was genau mit einer „stabilen Sieben-Tages-Inzidenz“ gemeint ist, ließ Wirtschaftsminister Bernd Althusmann zuletzt offen. Aber: In 26 von 46 Landkreisen und Großstädten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen seit fünf Tagen unter 100, damit gilt die Bundesnotbremse nicht mehr. Für die Tourismusregionen an der Küste sowie im Harz und in der Heide steht einem vorsichtigen Neustart nichts im Weg.

Im einzelnen liegen Stand 9.5.2021 folgende Stadt- und Landkreise seit fünf Tagen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100:

  • Landkreis Verden
  • Landkreis Stade
  • Landkreis Helmstedt
  • Landkreis Holzminden
  • Landkreis Osnabrück (nicht Stadtkreis!)
  • Landkreis Aurich
  • Landkreis Oldenburg
  • Stadtkreis Oldenburg
  • Landkreis Heidekreis
  • Landkreis Emsland
  • Landkreis Harburg
  • Landkreis Osterholz
  • Landkreis Göttingen
  • Landkreis Wesermarsch
  • Landkreis Hildesheim
  • Landkreis Ammerland
  • Landkreis Celle
  • Landkreis Hameln-Pyrmont
  • Landkreis Lüneburg
  • Landkreis Uelzen
  • Landkreis Leer (Ostfriesland)
  • Landkreis Cuxhaven
  • Landkreis Goslar
  • Stadtkreis Wilhelmshaven
  • Landkreis Friesland
  • Landkreis Wittmund

Welche Einschränkungen gelten wegen Corona?

Die Einschränkungen beim Neustart stellen die Betriebe vor eine Herausforderung - zeitlich, personell und finanziell. Für etliche Hotels kommt die Öffnungsmöglichkeit kurzfristig, und ob es sich für sie zunächst noch ohne die Touristen aus NRW und bei einer maximalen Belegung von 60 Prozent überhaupt rechnet, ist auch eine Frage. Unter denselben Vorzeichen prüfen die Fährbetriebe ein Ausweiten der Fahrpläne.

Kann ich auch anreisen, wenn ich aus einer Kommune mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 komme?

Ja, das ist uneingeschränkt möglich. Die Inzidenz am Wohnort spielt keine Rolle, sicher auch, weil alle Urlauber ja bei der Ankunft und während ihres Aufenthalts dann regelmäßig getestet werden.

Warum dürfen Menschen von anderswo nicht anreisen?

„Wir wissen um die Problematik der Landeskinderregelung“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zur Beschränkung auf Gäste aus Niedersachsen. Man versuche damit dennoch, zur Beginn der Öffnungsphase den Andrang zu steuern. Eine Ausweitung auf Touristen von außerhalb des Bundeslandes könnte dann vom 31. Mai an greifen, wenn sich das Infektionsgeschehen positiv entwickelt.

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Welche Tests benötigen Touristen?

Ein Selbsttest aus Supermarkt oder Drogeriemarkt reicht nicht aus. Es muss sich um einen Test aus einem Testzentrum handeln, die kostenlosen Bürgertests genügen. An der Nordseeküste sind bereits vielerorts Teststationen installiert worden - auch beispielsweise an den Fähranlegern in Norddeich und in Harelsiel, von wo aus Fähren zu den Inseln Juist, Norderney und Wangerooge starten. Auch auf allen sieben Ostfriesischen Inseln gibt es Schnelltestzentren.

Welche Aktivitäten sind etwa an der Küste möglich?

Drinnen noch nicht viele. Die Inselthermen und Schwimmbäder bleiben noch geschlossen. Auch inwieweit kulturelle Veranstaltungen angeboten werden können, muss noch abgewartet werden. Im Freien wird dagegen mehr möglich sein: Ob Strandspaziergänge, Faulenzen im Strandkorb oder ein Espresso im Straßencafé. Spätestens zu Pfingsten soll etwa auf Borkum auch der bewachte Badestrand aufmachen.

Museen, Galerien und Ausstellungen können mit einem negativen Testergebnis allerdings besucht werden, es gilt eine Kapazitätsbegrenzung von 50 Prozent. Kulturelle Veranstaltungen im Freien von Theater, Kinos, Konzerthäusern und Kulturzentren sind mit bis zu 250 Menschen möglich, Voraussetzung ist ein negativer Test. Die Außenbereiche von Zoos sind auch ohne Tests zugänglich, dies bei einer Auslastung von maximal 50 Prozent.

Gibt es einen Mindestbuchungszeitraum?

Nein, das sehen die geplanten Landesregelungen zumindest nicht vor. Dies hängt von der Praxis der jeweiligen Betriebe ab.

Können Wohnmobilisten wieder an die Küste kommen und übernachten?

In der Gemeinde Wangerland etwa sollen die Wohnmobilstellplätze in Horumersiel und Hooksiel von Montagmorgen an geöffnet werden - auch wenn diese nur mit halber Kapazität öffnen dürften, sei dies kein Problem, hieß es. Der Zugang könne entsprechend durch Absperrungen nach Vorgaben der Landesverordnung geregelt werden.

RND/dpa/msk

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