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Mallorca leidet unter steigenden Corona-Zahlen und wenigen Touristen

  • Im Vergleich zum spanischen Festland fühlten sich die Balearen lange vor Covid-19 sicher.
  • In den letzten 14 Tagen stiegen die Corona-Fälle dort nun um das Siebeneinhalbfache.
  • Touristen aus Großbritannien bleiben fern. Zehn Urlauber sind derzeit in Quarantäne.
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Es gibt gerade kaum gute Nachrichten aus Mallorca. Die Balearen leiden unter allem, nur nicht, wie sonst alle Jahre, unter Wasserknappheit. Weil es genug geregnet hat, sind die Stauseen auf Mallorca zu zwei Drittel gefüllt. Der Wasserkonsum in der Gemeinde Palma ist in den ersten 26 Julitagen dieses Jahres um gut 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Vor allem aber, weil sehr viel weniger Touristen als sonst kommen. Was hauptsächlich fatal ist.

“Wir werden die spanische Region sein, der es wirtschaftlich am schlimmsten ergeht”, berichtete die Ministerpräsidentin der Mittelmeerinseln, Francina Armengol, dem spanischen König Felipe VI., der am Montag zu Besuch auf Mallorca war. Schuld an der Misere ist das Virus.

Mallorca: Hiobsbotschaft folgte nach gutem Tourismusstart im Juli

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Ende Juli machten sich die Menschen auf den Inseln noch Hoffnungen. Seit dem Ende des Corona-Alarmzustands in ganz Spanien am 21. Juni hatte sich die Zahl der Neuinfektionen in Grenzen gehalten. Am 24. Juli vermeldete das spanische Gesundheitsministerium für die Balearen eine Ansteckungsrate von 8,0 pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen. Das entsprach in etwa dem deutschen Durchschnittswert.

Während vor allem im Nordosten des spanischen Festlandes die Infiziertenzahlen bedenklich stiegen, konnten sich Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera zu Recht als sichere Reiseziele empfehlen. Nach dem dreimonatigen Einreisestopp von Mitte März bis Mitte Juni kamen wieder Touristen. Im Juli öffneten 57 Prozent aller Hotels auf Mallorca, berichtete die Präsidentin des mallorquinischen Hotelierverbandes, María Frontera, am Freitag. Die seien zu 37 Prozent belegt gewesen. Keine glänzenden Zahlen. Aber immerhin.

Dann kam die Hiobsbotschaft aus London: Das britische Außenministerium erklärte ganz Spanien Ende Juli zum Risikogebiet, die Balearen und die Kanaren eingeschlossen. Rückkehrer von dort müssen in Großbritannien seitdem für zwei Wochen in Quarantäne. Dabei hätten die Mittelmeerinseln “nur die Hälfte der Coronavirus-Fälle des Vereinigten Königreiches”, schimpfte die Präsidentin des Unternehmerverbandes der Balearen, Carmen Planas. Doch seitdem hat sich die Lage fundamental geändert.

Corona auf Balearen: Neuinfektionen steigen um das Siebenfache

In nur zwei Wochen, bis zum 7. August, ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen auf den Balearen um das Siebeneinhalbfache, von 8,0 auf 60,03 je 100.000 Einwohner in 14 Tagen, gestiegen – in Großbritannien sind es zurzeit für denselben Zeitraum 16,5 Fälle auf 100.000 Einwohner. Mallorca und die anderen Mittelmeerinseln können nicht mehr mit besonderer Covid-19-Sicherheit werben. Der mallorquinische Hotelierverband berichtete schon nach dem britischen Veto vor zwei Wochen von einer “Kaskade” von Stornierungen. Die Lage hat sich seitdem mutmaßlich nicht gebessert.

Das balearische Gesundheitsministerium informiert nicht darüber, wie viele Touristen unter den registrierten Covid-Fällen auf den Inseln sind. Die Regionalregierung hat allerdings eine Quarantäneabteilung für Touristen in einem Hotel in Paguera im Südwesten Mallorcas eingerichtet, in der am Freitag nach spanischen Agenturberichten zehn positiv getestete Besucher untergebracht waren, mit leichten oder gar keinen Symptomen. Andererseits schloss an diesem Sonntag ein Hotel im Südosten der Insel, das Iberostar Club Cala Barca, weil sich zehn Hotelangestellte und vier Angehörige mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Von infizierten Gästen ist in diesem Fall nichts bekannt.

Sieben Wochen nach Alarmzustand: Corona-Zahlen in Spanien verzehnfacht

Die Wiederausbreitung des Virus nur sieben Wochen nach Ende des Alarmzustands treibt ganz Spanien um. Die Infiziertenzahlen haben sich in dieser Zeit verzehnfacht. Am Freitagnachmittag nannte das spanische Gesundheitsministerium eine Quote von knapp 80 Covid-19-Fällen auf 100.000 Einwohner in 14 Tagen – das ist in Europa der dritthöchste Wert nach Luxemburg (137) und Rumänien (87,4). Zu den vergleichsweise sicheren Ausnahmefällen in Spanien gehören die Kanaren mit zurzeit 10,22 Fällen pro 100.000 Einwohner.


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