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Corona-Experte: Kreuzfahrten sicherer als Urlaub im Hotel

  • Kreuzfahrt trotz Corona-Pandemie?
  • Wenn es nach Infektionsmediziner Emil Reisinger ginge, wäre eine solche Reise kein Problem.
  • Er meint, dass Kreuzfahrten sicherer als ein Urlaub im Hotel seien – und nennt als Grund die Maßnahmen an Bord.
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Der Teil-Lockdown in Deutschland führt auch dazu, dass keine Kreuzfahrten mehr stattfinden. So hatte Tui Cruises alle noch für das Jahr 2020 geplanten „Blauen Reisen“ mit „Mein Schiff 1“ abgesagt, weil weder Schleswig-Holstein noch andere deutsche Häfen einen Kreuzfahrtbetrieb ermöglichten, hieß es von der Reederei. Und auch Aida Cruises hatte die für November geplanten Fahrten mit den Schiffen „Aida Perla“ und „Aida Mar“ rund um die Kanarischen Inseln abgesagt.

Die Bundesregierung sieht diese Art des Reisens in der Corona-Pandemie mehr als kritisch: „Von der Teilnahme an Kreuzfahrten wird wegen der besonderen Risiken dringend abgeraten“, heißt es beim Auswärtigen Amt. Ausgenommen davon seien Flusskreuzfahrten im Schengen-Raum sowie Kreuzfahrten mit Schiffen, deren Reise in einem Hafen in Deutschland beginnt und ohne ein Anlegen im Ausland wieder in einem deutschen Hafen endet, wenn sie über spezifische Hygienekonzepte verfügen.

Infektionsmediziner: Reise auf Kreuzfahrtschiff sicherer als jedes Hotel an Land

Reedereien wie Tui Cruises und Aida haben hier stark investiert – und genau diese Konzepte sind es, die den Rostocker Infektionsmediziner Emil Reisinger überzeugen: „Eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff ist aktuell sicherer als jedes Hotel an Land“, sagte er der „Ostsee-Zeitung“. Denn dort würden bisher nicht so hohe Standards gelten. Reisinger verweist hierbei auf das Anti-Corona-Konzept von Aida, das die Reederei zusammen mit dem SGS-Institut Fresenius sowie der Klassifizierungsgesellschaft DNV-GL erarbeitet hat.

Teil der Corona-Sicherheitsmaßnahmen seien gleich zwei verschiedene Testverfahren: Jeder Passagier muss frühestens 72 Stunden vor der Kreuzfahrt einen PCR-Test machen. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss beim Check-in im Hafen noch einen Schnelltest machen – an Bord darf nur, wer negativ ist. Reisinger bezeichnet diese Regelung als „absolut sinnvoll“. So könne „nahezu ausgeschlossen werden, dass ein Infizierter an Bord kommt“.

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Hinzu kommen Termperaturmessungen vor und nach den Landgängen. Und für den Fall der Fälle wurden an Bord Isolierkabinen eingerichtet – in denen die Lüftung umgestellt wurde, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

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Auf ähnliche Maßnahmen setzt auch Tui Cruises mit einem Zehn-Punkte-Plan: Unter anderem sind Corona-Tests für alle Passagiere vor dem Check-in verpflichtend, Ausflüge sind nur in Gruppen erlaubt, die Auslastung der Schiffe ist auf maximal 60 Prozent begrenzt, und der Check-in erfolgt kontaktlos.

Aida will im Dezember wieder Kreuzfahrten anbieten

Während Tui Cruises die „Blauen Reisen“ ohne Landgang bis Ende 2020 gestrichen hat, plant Aida Cruises mit einem Neustart im Dezember. Ab dem 11. Dezember soll die „Aida Prima“ ab Dubai zu Reisen in den Vereinigten Arabischen Emiraten starten. Reisinger zumindest macht sich stark dafür, dass die Flotte der Reederei wieder in See stechen darf – selbst wenn der Lockdown an Land verlängert würde.

Ob dies oder gar noch schärfere Regelungen nötig ist, wird am Montag entschieden. Dann prüfen Bund und Länder, ob der Teil-Lockdown im November bislang genug Wirkung gezeigt hat.

RND/gei

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