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  • Corona-Einreiseverbot: Keine Ausnahmen für Paare in Bayern und Grenzregion

Einreiseverbot: So leiden internationale Paare unter der Zwangstrennung

  • Viele Menschen in Bayern können ihre Partner in Tirol und Tschechien derzeit nicht treffen.
  • Die internationalen Paare empfinden die Einreiseverbote als unzumutbar.
  • Trotzdem soll es für sie keine Ausnahmen geben.
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Aschau im Chiemgau. Michaela Scheck und ihren Partner trennen nur wenige Meter – und doch Welten. Zwischen der Deutschen und dem Österreicher steht eine Baustellen-Absperrung am Grenzübergang Sachrang, der derzeit eine unüberwindbare Hürde darstellt. Für Tirol gelten seit 14. Februar wegen der Ausweisung als Virusvariantengebiet besonders strenge Einreiseregeln. Für unverheiratete Paare wie Michaela Scheck und Andreas Karner bedeutete das die Trennung zum Valentinstag – auf unbestimmte Zeit.

Denn während innerhalb Deutschlands inzwischen auch Paare ohne Eheurkunde oder eingetragene Partnerschaft mit Blick auf die Corona-Kontaktbeschränkungen als gemeinsamer Haushalt gelten, dürfen Partner aus Virusvariantengebieten derzeit grundsätzlich nicht in die Bundesrepublik einreisen.

Michaela Scheck hält am Grenzübergang bei Sachrang einen Blumenstrauß in den Händen, den sie kurz zuvor von ihrem österreichischen Partner bekommen hat. © Quelle: Tobias Hase/dpa
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Ausnahmen gelten nach Angaben des Bundesinnenministeriums nur für „Mitglieder der Kernfamilie“ von Deutschen, zu der Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gehören. In diesem Fall müssen die Paare gemeinsam einreisen, negative Corona-Tests vorweisen und für mindestens fünf Tage in häusliche Quarantäne gehen. In Bayern sind es seit 8. März sogar zwei Wochen – ohne die Möglichkeit, die Quarantäne mit einem negativen Test vorher zu beenden.

Frisch verliebt und gleich getrennt

„Das ist sehr einschneidend“, sagt Scheck. „Wir sind erst seit August zusammen, haben uns also ganz frisch verliebt.“ Zwar könne sie immer noch nach Tirol fahren, um ihren Partner zu besuchen. „Aber danach muss ich für 14 Tage in Quarantäne“, sagt Scheck. Das sei im Alltag schlicht nicht machbar. Lagen zwischen der 47-Jährigen im oberbayerischen Frasdorf und ihrem Freund in Innsbruck zuvor eineinhalb Autostunden, sind wechselseitige Besuche mittlerweile so gut wie unmöglich.

Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, haben mehrere binationale Paare einen offenen Brief verfasst. Darin fordern sie Einreise-Möglichkeiten auch ohne Trauschein oder Nachweis einer eingetragenen Partnerschaft – und ohne Quarantäne-Pflicht.

„Dass wir uns als Gesellschaft darum bemühen müssen, das Virus so gut es geht einzudämmen, steht außer Frage“, schreibt einer der Verfasser, Lukas Steinegger aus Innsbruck. „Es muss aber erlaubt sein, den/die Liebste(n) sehen zu dürfen!“ An der Anmeldepflicht einer Einreise und negativen Corona-Tests als Voraussetzung wolle man dabei nicht rütteln.

Mit der Schließung der Grenzen wiederhole sich für die Paare der „Albtraum“ aus dem Frühjahr 2020, sagt Steinegger. In der Folge tauschten sich Tausende Betroffene in Facebook-Gruppen über Probleme und Lösungsmöglichkeiten aus. „Das hat letztes Jahr knapp drei Monate gedauert“, sagt Steinegger, der eine der Gruppen moderiert. „Jetzt hoffen wir, dass es nicht wieder so lang wird.“ Gesehen habe er seine Lebenspartnerin in München zuletzt am 13. Februar – einen Tag, bevor die Grenzen geschlossen wurden.

Die Deutsche Michaela Scheck und ihr österreichischer Partner Andreas können sich nur an der Grenze sehen, nicht treffen. © Quelle: Tobias Hase/dpa

Bislang gelten die Einreiseverbote aus Tirol und Tschechien bis einschließlich 17. März. Ob sie wie zuletzt am 3. März noch einmal verlängert werden, ist unklar. Um seine Partnerin dennoch besuchen zu können, hat sich Oliver Adler aus Buchloe im Allgäu zwei Wochen Urlaub für die Fahrt ins Tannheimer Tal in Tirol genommen. „Sonst besteht keine Chance, dass ich sie sehen kann“, sagt der 37-Jährige. „Was da gerade passiert, ist untragbar.“

Keine Ausnahmen bei Einreiseverboten geplant

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Ausnahmen bei den Einreiseverboten für Paare ohne Trauschein oder eingetragene Partnerschaft seien trotzdem weiter nicht geplant, teilt das Bundesinnenministerium mit. Offene Briefe wie den der binationalen Paare kommentiere man grundsätzlich nicht.

„Man kommt sich hilflos vor“, sagt Michaela Scheck nach ihrer Grenzbegegnung am Baustellen-Zaun nahe Aschau im Chiemgau. „Es ist dieses Gefühl, ich muss nur ein paar Schritte vorwärts machen, aber ich darf es nicht. Uns sind beiden die Tränen gekommen.“

Immerhin seine Geschenke kann das deutsch-österreichische Paar austauschen – mit mehreren Metern Abstand. Danach fährt Michaela Scheck mit einem Blumenstrauß, Andreas Karner mit seinem Lieblingskuchen wieder nach Hause. „Das war hart“, sagt Scheck und seufzt. „Ich hoffe wirklich, dass das am 18. März zu Ende ist.“

RND/dpa

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