Wo gilt in Deutschland wieder ein Beherbergungsverbot?

  • Der bei der Reisebranche so gefürchtete erneute Urlaubslockdown kommt an einigen Orten Deutschlands zurück.
  • In Sachsen und bayerischen Corona-Hotspots müssen Hotels schließen, in anderen Bundesländern müssen Ungeimpfte draußen bleiben.
  • Ein Überblick.
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Lange sah es so aus, als ob der Winterurlaub in Deutschland zumindest für Geimpfte und Genesene ohne größere Einschränkungen stattfinden könnte. Doch nun schießen die Corona-Zahlen in die Höhe, Krankenhäuser sind vielerorts an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. In der Folge ziehen immer mehr Bundesländer die Reißleine – und kündigen Teil-Lockdowns an, die einen Urlaub dort unmöglich machen.

Bayern: Kein Urlaub in Corona-Hotspots

Die bayerische Staatsregierung verschärft die Corona-Maßnahmen angesichts der stark steigenden Inzidenzen massiv, das berichtet „BR24“. Seit Mittwoch, 24. November, gelten besonders in den Hotspots mit einer Inzidenz von über 1000 für drei Wochen starke Einschränkungen.

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Dort wird das öffentliche Leben ab Mittwoch weitestgehend heruntergefahren: Gastronomie, Hotels und alle Sport- und Kulturstätten müssen schließen. Am 263. November liegt der Wert in 12 bayerischen Landkreisen über dieser Marke: Freyung-Grafenau (1451,1), Rosenheim (1436,6), Rottal-Inn (1272,6), Traunstein (1233,3), Rosenheim (1203,0), Mühldorf a. Inn (1132,4), Dingolfing-Landau (1090,0), Passau (1063,8), Deggendorf (1053,7), Berchtesgadener Land (1028,9), Ostallgäu (1019,7), Regen (1014,1)

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Bayern verhängt Lockdown für Hoch-Inzidenz-Gemeinden
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Bayern sagt wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen sämtliche Weihnachtsmärkte ab und verhängt einen "De-facto-Lockdown" für Ungeimpfte.  © AFP

In allen anderen Regionen gilt die 2G-Pflicht für Hotels und Gastronomie (Sperrstunde: 22 Uhr), Zutritt haben hier nur Geimpfte und Genesene. Ausnahmen gibt es für ungeimpfte Geschäftsreisende, die einen negativen PCR-Test vorweisen müssen, und Jugendliche ab zwölf Jahren. Außerdem werden in ganz Bayern auch 2021 aufgrund der hohen Corona-Zahlen keine Weihnachtsmärkte stattfinden.

In vielen Bereichen gilt sogar 2G plus: Zugang nur für Geimpfte und Genesene, aber auch nur mit einem zusätzlichen negativen Schnelltest. Dies gilt laut der Staatsregierung für Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen für Kultur- und Sportveranstaltungen – etwa Seilbahnen, Zoos, Bäder, Saunen und Spielhallen.

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Sachsen im Teil-Lockdown: Hotels müssen schließen

In Sachsen kommt das Beherbergungsverbot zurück: Das Bundesland befindet sich seit dem 22. November in einem Teil-Lockdown. Touristische Reisen, das Übernachten in Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätzen und Pensionen ist verboten. Ausnahmen gelten nur für Geschäftsreisende und sogenannte soziale Zwecke, hier muss die 3G-Pflicht (Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Test) beachtet werden.

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Außerdem dürfen in Sachsen keine Weihnachtsmärkte stattfinden, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. Die Innengastronomie soll nur mit 2G und von 6 bis 20 Uhr öffnen dürfen. Die neuen Maßnahmen der Corona-Notfallverordnung gelten vorerst bis zum 12. Dezember.

Kann ich das Hotel kostenlos stornieren?

Urlauberinnen und Urlauber haben nach Angaben von Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Unterkünfte Reisende aus Corona-Hotspots aufgrund einer Verordnung nicht beherbergen dürfen.

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Anders sieht es aus, wenn die Urlaubenden nicht mehr verreisen wollen, weil sie einen negativen Corona-Test oder einen Impfnachweis vorlegen müssen. „Da eine Übernachtung in dem Hotel generell möglich ist, hat der Gast keinen Anspruch, die Buchung kostenlos zu stornieren. Das Verwendungsrisiko liegt hier beim Mieter der Unterkunft“, so Degott gegenüber dem reisereporter.

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Corona-Beschlüsse: So wollen Bund und Länder die Pandemie eindämmen
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Maßnahmen wie die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im ÖPNV, die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und die Hospitalisierungsrate wurden beschlossen.  © AFP

Gleiches gilt, wenn Urlauberinnen und Urlauber ein Hotel in einem Corona-Hotspot in Deutschland gebucht haben, aber nicht mehr dorthin reisen wollen: Sofern die Unterkunft weiterhin geöffnet hat und es keinen gesetzlichen (Teil-) Lockdown gibt, kann der Aufenthalt stattfinden – somit können Reisende nicht grundsätzlich kostenlos stornieren. Es sei denn, die Stornierungsbedingungen des Hotels lassen dies zu. Wenn es aber zu einem regionalen Lockdown kommt, muss das Hotel den Aufenthalt kostenlos stornieren.

Lockdown, 2G oder 3G: Corona-Regeln der Bundesländer für Reisende

In ganz Deutschland wurden die Corona-Maßnahmen zuletzt verschärft: Bund und Länder haben über einheitliche Regeln entschieden, die auch Reisende betreffen. So gilt etwa in Bus und Bahn seit dem 24. November 3G. Außerdem gilt bei einer bestimmten Hospitalisierungsrate flächendeckend die 2G-Regel.

Diese tritt in Kraft, wenn der Hospitalisierungsindex (Zahl der coronabedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen) den Schwellenwert drei überschreitet. Aktuell gelten folgende Regeln in den Bundesländern:

  • Baden-Württemberg: Seit 24. November gilt eine verschärfte Corona-Verordnung mit der 2G-plus-Regel für Restaurants, Kinos, Bäder, Theater und Hotels sowie bei allen Veranstaltungen.
  • Bayern: Als Reaktion auf die außer Kontrolle geratene Corona-Pandemie hat Bayern weitgehend eine 2G-Regelung eingeführt. Bei roter Krankenhausampel wie derzeit gilt nun auch in Gaststätten, in Hotels und anderen Beherbergungs­betrieben, dass nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt haben. Ein PCR-Test reicht künftig nicht mehr aus. In bayerischen Hotspots mit Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 müssen Hotels und Gastronomie für drei Wochen schließen. Die 2G-plus-Regel ist seit dem 24. November ausgeweitet: Der Zutritt zu Kultur-, Freizeit- und Sportveranstaltungen ist nur noch geimpften oder genesenen Personen mit zusätzlichem negativen Schnelltest erlaubt.
  • Berlin: In Berlin gilt aktuell die 2G-Regel in weiten Teilen, Hotels sind davon ausgenommen. Das ändert sich am kommenden Samstag, 27. November. Dann wird die 2G-Regel ausgeweitet und betrifft auch Sport im Inneren, Übernachtungsbetriebe wie Hotels und den Einzelhandel (außer Grundversorgung). In Bars, Clubs und Restaurants sowie auf Veranstaltungen gilt dann 2G plus. Kontaktbeschränkungen gibt es nicht.
  • Brandenburg: Die 2G-Regel – geimpft oder genesen – ist in der Gastronomie, in Freizeiteinrichtungen und in touristischen Übernachtungsbetrieben Pflicht und gilt auch im Einzelhandel (außer Grundversorgung). Alle Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. Übernachtungen in Ferienhäusern, auf Campingplätzen und auf Wohnmobilstellplätzen sind mit 3G erlaubt.
  • Bremen: In der Stadt Bremen gilt jetzt die Warnstufe 2. Damit gilt flächendeckend 2G: Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen in Restaurants und Bars, in Kultureinrichtungen, Fitness-Studios und Sporthallen.
  • Hamburg: Wer ins Theater, Kino oder Restaurant will, muss seit dem 20. November einen 2G-Nachweis bei sich führen. Auch in Hotels greift ab Montag, 29. November, die 2G-Regel.
  • Hessen: Ab Donnerstag, 25. November, gilt in Hessen in Kultureinrichtungen, auf Veranstaltungen sowie in Beherbergungsbetrieben die 2G-Regel.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern verschärft erneut die ohnehin strengen Regeln: Als erstes Bundesland führt MV am Donnerstag, 25. November, in Innenräumen flächendeckend 2G-plus ein. Für die Hotelübernachtung oder den Kinobesuch ist dann nicht nur Impfung oder Genesung Pflicht, sondern zudem ein aktueller negativer Corona-Test.
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  • Niedersachsen: Seit Mittwoch, 24. November, gilt in Niedersachsen bereits ab Warnstufe 1 landesweit 2G in Innenräumen. Bis dahin war 2G optional.
  • Nordrhein Westfalen: Wegen der sich verschlechternden Lage hat auch NRW am Mittwoch, 24. November, flächendeckend die 2G-Regel eingeführt. Der Urlaub im Hotel oder der Besuch im Restaurant ist nur noch für Geimpfte und Genesene möglich.
  • Rheinland-Pfalz: Ebenfalls an diesem Mittwoch ist die neue Corona-Verordnung in Rheinland-Pfalz in Kraft getreten. Darin enthalten ist eine Art Lockdown für Ungeimpfte. In Gaststätten, Hotels, Freizeiteinrichtungen, Sportstätten und auf Veranstaltungen gilt 2G.
  • Saarland: Hotelübernachtungen sind nur noch für Geimpfte und Getestete möglich, gleiches gilt für die Gastronomie. In Clubs und Discos gilt sogar 2G plus, wie der „SR“ berichtet. Die vorerst bis 3. Dezember befristeten Regeln sind nicht an bestimmte Schwellenwerte gekoppelt.
  • Sachsen: Seit Montag, 22. November, ist ein Urlaub in Sachsen erst einmal nicht mehr möglich. Bis mindestens 12. Dezember gilt ein touristischer Lockdown mit Beherbergungsverbot für Touristinnen und Touristen in Hotels und anderen Unterkünften. Für Gaststätten ist ein 2G-Nachweis erforderlich, in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 werden nächtliche Ausgangssperren fällig.
  • Sachsen-Anhalt: Lange hatte Sachsen-Anhalt mit die lockersten Corona-Regeln, doch am Mittwoch, 24. November, wurden sie verschärft. In Discos gilt 2G plus, in Hotels und Gaststätten 2G und auf Weihnachtsmärkten und beim Friseur 3G.
  • Schleswig-Holstein: Seit dem 22. November gilt in Innenräumen von Freizeiteinrichtungen flächendeckend 2G – ein Urlaub im Hotel oder der Besuch im Restaurant ist für Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, nicht mehr möglich.
  • Thüringen: Das Thüringer Kabinett hat die Einführung einer 2G-Pflicht für weite Teile des öffentlichen Lebens beschlossen. Ab Donnerstag, 25. November, darf unter anderem der Einzelhandel nur noch von Geimpften und Genesenen aufgesucht werden. Alle Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. In der Gastronomie gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr und Discos und Clubs müssen wieder komplett schließen.

mit dpa

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