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Steigende Corona-Zahlen in Kroatien: Österreich verhängt Reisewarnung

  • Kroatien hält den zuletzt starken Anstieg der Corona-Neuinfektionen für nicht bedenklich, doch andernorts schätzt man das anders ein
  • Österreich hat nun erste Maßnahmen ergriffen und eine Reisewarnung für das Nachbarland verhängt.
  • Fast zwei Drittel der Neuinfizierten in Kroatien steckten sich beim Partyurlaub an der Adria an.
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Zagreb. Eine bedenkliche Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus bei Reiserückkehrern aus Kroatien hat Folgen: Österreich hat eine Reisewarnung für sein Nachbarland verhängt. Alleine in Kärnten waren 16 der 22 positiv getesteten Personen zuvor in Kroatien, berichtet „Der Standard“. Die Reisewarnung tritt demnach um Mitternacht von Sonntag auf Montag in Kraft, österreichische Urlauber werden dazu aufgefordert, umgehend nach Österreich zurückzukehren.

Kroatien war in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten, weil es dort die höchste Anzahl an Neuinfektionen seit Ausbruch der Pandemie gab: Am Donnerstag hatte Kroatien 180 Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden registriert. In den vergangenen zwei Monaten hatte dieser Wert zwischen rund 30 und 100 geschwankt.

Zwei Drittel der Neuinfektionen gehen auf Partys an der Adria zurück

Kroatien ist für viele junge Deutsche, Slowenen und Österreicher eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt kehrten aber viele Touristen von dort zurück, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Unter ihnen waren hauptsächlich junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten. Bei den 180 Infizierten vom Donnerstag lag das Durchschnittsalter bei nur 31 Jahren. „Ein großer Teil davon, mehr als zwei Drittel, hängt mit Treffen an der Adriaküste zusammen“, sagte der Chef des Instituts für öffentliche Gesundheit Krunoslav Capak im Bezug auf die Neuinfektionen gegenüber “Der Standard”.

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Kroatien: „Wir balancieren zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interessen.“

Einige Clubs an der kroatischen Adriaküste sind bekannt für ihre ausgelassene Feierstimmung. Der stellvertretende Innenminister Damir Trut sagte am Freitag im Nachrichtensender “N1″, dass diese Clubs nunmehr nur noch bis Mitternacht geöffnet haben dürften. „Mit den Maßnahmen sind wir nicht zu spät dran“, fügte er hinzu. „Wir balancieren zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interessen.“ Außerdem halte man die zuletzt stark gestiegene Zahl von Infektionen für nicht bedenklich. “Die Zahlen werden wahrscheinlich im Rahmen dieser Grenzen bleiben, vielleicht werden sie sogar noch ein wenig steigen, aber es gibt kein exponenzielles Wachstum”, so Trut.

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Trotzdem hat auch Serbien wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien und anderen Nachbarländern Konsequenzen gezogen. Wer aus Kroatien, Nordmazedonien, Bulgarien und Rumänien einreisen will, muss künftig mit einem Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, seine Gesundheit beweisen. Seit Aufhebung des Ausnahmezustands Anfang Mai hat Serbien seine Grenzen weitgehend offen gehalten. In den vergangenen Wochen hat sich aber auch dort das Infektionsgeschehen wieder verstärkt.

Für Reisende aus Deutschland bedeutet die neue Regelung, dass sie weiterhin ohne Einschränkungen nach Serbien fliegen oder mit dem Auto über Ungarn fahren können. Für die Einreise mit dem Auto über Kroatien ist nun jedoch ein Test erforderlich. Serbien selbst gilt in der EU als Risikoland. Deutsche oder in Deutschland ansässige Personen, die aus Serbien nach Deutschland zurückkehren, müssen in Quarantäne.

RND/msk/dpa

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