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Partys an Bulgariens Goldstrand – Konsequenzen für Urlauber?

  • Feiern, als ob es kein Coronavirus gäbe?
  • Bilder von sorglosen Partytouristen gibt es auch vom Goldstrand in Bulgarien.
  • Dabei steigen in dem Land die Zahlen seit Wochen an.
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Als “Ballermann am Balkan” hat sich der bulgarische Goldstrand in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. In Zeiten von Corona hat dieser Titel einen bitteren Beigeschmack. Das Stadtviertel Slatni Pjasazi zieht jährlich Tausende Feierwütige an, und auch im Jahr 2020 kommen Partytouristen – trotz Covid-19-Pandemie.

Die Anzahl der ausländischen Urlauber ist zwar deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren. Trotzdem gibt es auch vom Goldstrand Bilder von Touristen, die feiern, als gäbe es kein Corona. Ohne Mund-Nasen-Bedeckung, und ohne Mindestabstand von 1,50 Metern, wie Aufnahmen von Reportern vor Ort zeigen.

Feiern ohne Maske und Abstand am Goldstrand

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„Der Sauftourismus ist umgezogen: vom Ballermann an den Balkan, zum Beispiel an den Goldstrand in Bulgarien“, schreibt etwa die „Bild“ zu Videos, die am 28. Juli veröffentlicht wurden. Auch Reporter der ARD haben vor gut zwei Wochen im bulgarischen Küstenort Varna gedreht – und zeigten Bilder von dicht an dicht feiernden Menschen auf einer Schaumparty. Barfrau Steffi März kommentierte das mit den Worten: “Es gibt für mich ein Recht auf Party, auf jeden Fall, weil man sich nicht total abschotten sollte. Man sollte weiterhin unter Leute gehen, man sollte weiter das Leben genießen.”

Bilder in sozialen Netzwerken zeigen zwar auch, dass die Clubs Schutzmaßnahmen wie Absperrbänder oder Fiebermessen am Eingang umgesetzt haben. Allerdings wirken die feiernden Urlauber davon unbeeindruckt. “Es ist einfach wie immer, niemand achtet darauf, ob man Abstand hält”, kommentiert eine Touristin gegenüber der “Bild”. “Ich desinfiziere mich von innen, mit Alkohol, deswegen ist alles gut”, sagt ein anderer.

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Auch auf Facebook freuen sich die einen über die Partys – wollen endlich wieder ohne Schutzmasken und Angst vor Ansteckungen feiern. Doch es gibt auch Kritik: Zum einen würden die Feiernden damit riskieren, dass Bars schließen müssen. Zum anderen wird auch das Risiko, das von den Reiserückkehrern ausgeht, thematisiert.

Wie auch nach den Bildern vom Ballermann fordern daher einige eine vierzehntägige Quarantäne für Rückkehrer vom Goldstrand.

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Keine Konsequenzen nach Party-Urlaub in Bulgarien

Die gibt es aber aktuell ebenso wenig wie eine Testpflicht: Party-Urlaub am Goldstrand hat für Reiserückkehrer (noch) keine Konsequenzen. Und das, obwohl die Corona-Zahlen in Bulgarien seit Wochen steigen, mahnt das Auswärtige Amt: “Bulgarien ist von Covid-19 inzwischen stärker betroffen, die Zahl der Neuinfizierten steigt seit einiger Zeit erheblich an”, schreibt das Auswärtige Amt. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Sofia. Regionale Schwerpunkte sind daneben Blagoevgrad, Dobrich, Kjustendil und Varna. Die Stadt befindet sich neben den Küstenressort Goldstrand.

Allein in den vergangenen zwei Wochen kamen nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) 3248 Neuinfektionen hinzu. Das sind 28 Prozent aller seit Beginn der Pandemie rund 11.600 verzeichneten Coronavirus-Infektionen in Bulgarien (Stand: 1. August).

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Trotzdem: Auf der Corona-Risikogebiete-Liste des Robert-Koch-Institutes (RKI) landet das Land damit nicht. Das trifft Länder und Regionen, in denen die Obergrenze von 50 aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wird. Zuletzt war das in Spanien die drei Regionen Aragón, Katalonien und Navarra der Fall. In Bulgarien aber gab es durchschnittlich etwa 22 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – das ist noch deutlich unter dem Grenzwert.

Wer vom Party-Urlaub am Goldstrand zurück nach Deutschland kommt, muss sich also nicht auf das Coronavirus testen lassen, kann es aber freiwillig tun: Seit diesem Samstag, 1. August, kann sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, innerhalb von 72 Stunden kostenlos bei seinem Gesundheitsamt oder durch einen niedergelassenen Arzt auf das Coronavirus testen lassen. Eine entsprechende Verordnung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag unterzeichnet.

RND/gei

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