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Zum Schutz vor Löwen: Leopardin versteckt Baby im Badezimmer einer Safari-Lodge

  • Eine Leopardin hat Angestellte eines Camps im Okavangodelta in Botswana überrascht.
  • Weil sich wahrscheinlich Löwen in ihrem Gebiet aufhielten, brachte sie ihr Baby in Sicherheit.
  • In einem Badezimmer der Lodge. Da Touristen fehlen, war das möglich. Eine zufällig anwesende Fotografin hielt den Vorfall fest.
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Gaborone. Safari-Lodges und Safariunternehmen haben es derzeit nicht einfach: Seit im Frühjahr viele Grenzen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen wurden und Flüge bisweilen ausgesetzt waren, fehlt es an Gästen, die zur Wildtierbeobachtung kommen. So auch in Botswana.

Dort hat sich ob fehlen der Touristen nun jemand anderes in einer Lodge im Okavangodelta eingenistet: Eine Leopardin hat ihr Baby im dunklen Badezimmer des derzeit sehr ruhigen Tubu Tree Camps abgelegt – erst Stunden später holte die Mama ihren Nachwuchs wieder ab. Wahrscheinlich schützte sie ihr Junges damit vor Übergriffen durch Löwen.

Löwen sind eine große Gefahr für kleine Leoparden-Kinder

Wildlife-Fotografin Suzi Eszterhas postete am Montag Bilder von dem Vorfall auf Facebook. Sie sei zusammen mit einem Guide auf Safari gewesen und sie suchten die Mutter-Leopardin und ihr erst zwei Wochen altes Baby. Zwei Tage lang hatten sie sie nicht mehr gesichtet. Doch neben Leopardenspuren fanden die beiden auch Löwenspuren – kein gutes Zeichen für das kleine Leopardenbaby. Denn Löwen sind als größte Raubkatzen Afrikas nicht nur für Leoparden gefährlich, vor allem Jungtiere werden häufig von ihnen getötet.

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„Dann haben wir einen Funkruf bekommen, dass ein Angestellter einen Babyleopard im Badezimmer des Essenssaals gefunden hat“, schreibt die Fotografin. Zusammen machten sich die beiden schon ein wenig lustig – sie glaubten viel mehr, dass es sich um eine Ginsterkatze handelt. „Ginsterkatzen leben in der Nähe und ein ungeschultes Auge kann sie schon einmal mit einem kleinen Leopardenbaby verwechseln“, sagt sie.

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Baby-Leopard fauchte Menschen an, die ihm zu nahe kamen

Doch es war keine Ginsterkatze: Auf dem Badezimmerboden, direkt hinter dem Waschbecken, versteckte sich das kleine Kätzchen und fauchte jene an, die ihm zu nahe kamen. „Wir haben uns entschieden, den Raum zu verlassen, um das Kleine nicht zu stören und auch, weil wir nicht wussten, wo seine Mutter war“, schreibt die Fotografin.

Ein paar Stunden später tauchte das Muttertier wieder auf, schlenderte gemütlich auf dem Holzsteg entlang, legte noch eine kurze Trinkpause am Pool ein und verzog sich dann zu ihrem Nachwuchs in das Badezimmer. Nach kurzer Zeit trug die Mutter ihr Kind im Maul aus dem Camp und zurück in die Wildnis.

Wegen Corona: Touristenfreies Camp als Rückzugsort für Raubkatzen

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Doch warum hat das Muttertier überhaupt ihr Kind dort abgelegt? Eszterhas zitiert in ihrem Post Kambango, den Guide des Camps, der die Leopardin kennt, seit sie ein Baby ist. Da die Leopardin ohnehin oft in der Gegend des Camps unterwegs war, sah sie Menschen nicht als Gefahr. Und da es nun aufgrund der Corona-Pandemie richtig ruhig zuging im Camp, war der dunkle Ort im Badezimmer wohl ein gutes Versteck vor den Löwen. Die hatten sich nämlich in dem Gebiet ausgebreitet und die Leopardenmama hatte Angst um ihr Neugeborenes. Die fallen Löwen oft zum Opfer. „Diese Leopardin war so klug. Sie wusste, dass Löwen nicht gerne über Holzstege gehen und die Löwen ihr Baby damit niemals an diesem Ort finden würden“, schreibt Eszterhas.

Für die Fotografin, die seit 20 Jahren wilde Tierbabys beobachtet, sei es „die bizarrste“ Erfahrung gewesen. „Auch wenn ich heilfroh bin, dass die Mutter ihr Baby an eine natürlichere Stelle gebracht hat, fühle ich mich gesegnet, dass ich solch einen speziellen Vorfall beobachten durfte. Dass sich ein Tier in der Gegenwart von Menschen so wohlfühlt, dass es sogar sein Junges in einem Camp ablegt, ist wirklich außergewöhnlich.“ Sie sieht den Vorfall als bestes Beispiel für die friedliche Koexistenz von Wildlife und Menschen.

RND/msk


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