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15-Kilometer-Regel macht Ausflüge in Bayern aktuell schwierig

  • Wer die ganze Woche zu Hause sitzt, will am Wochenende vor allem eines: raus.
  • Doch dabei gilt es diesmal Regeln zu beachten.
  • In Bayern gelten vielerorts Bewegungseinschränkungen.
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München. Viele Bayern zieht es am Wochenende als Ausgleich für Homeoffice, Homeschooling und Kontaktbeschränkungen ins Freie. Jedoch: In vielen Landkreisen herrscht die 15-Kilometer-Regel und erstmals in einigen auch das „Einreiseverbot“ für Ausflügler. Umso größeren Andrang von Erholungssuchenden erwarten daher andere Regionen. In den Bergen droht dabei aber nicht nur die Gefahr von Infektionen, sondern auch von Lawinen.

37 Landkreise in Bayern schränken Bewegungsfreiheit ein

In 37 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten (Stand Freitag) dürfen sich die Einwohner aktuell aus Infektionsschutzgründen nur 15 Kilometer von ihrer Gemeindegrenze wegbewegen. Das heißt im Klartext, dass ein Ausflug für die Menschen in ganzen Regionen derzeit nur in sehr überschaubarem Rahmen in Betracht kommt. Neben einzelnen „Inseln“ auf der Bayernkarte gehören dazu weite Teile Ostbayerns, Oberfrankens und ein langer Korridor, der sich von Nürnberg bis ins Unterallgäu zieht.

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Tagesausflüge in Bayern vielerorts verboten

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Doch auch jene Bayern, die keinen Beschränkungen aufgrund ihres Wohnorts unterliegen, können nicht einfach überall hinfahren. Die niederbayerischen Landkreise Regen, Passau, Freyung-Grafenau und Deggendorf haben touristische Tagesreisen ebenso untersagt wie die oberbayerischen Landkreise Miesbach und Berchtesgadener Land. Vorm Losfahren sollte daher nicht nur das Navi programmiert, sondern auch die Zugehörigkeit des Zielorts überprüft werden.

„Wir hoffen, dass sich alle daran halten. Damit rechnen muss man aber immer, dass das einer nicht mitgekriegt hat oder nicht verstanden hat oder ignoriert“, sagte ein Polizeisprecher der Inspektion Grafenau. Die Beamten wollen besonders die beliebten Langlauf- und Wanderziele kontrollieren, kündigten mit Blick auf die 15-Kilometer-Grenze aber ebenso wie andere Inspektionen an, bei Einheimischen „mit Fingerspitzengefühl ranzugehen und das nicht auf den Meter genau auszurechnen“.

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Ausflügler im Olympiapark in München. © Quelle: imago images/Leonhard Simon

Auch der Chef des Tourismusverbands Ostbayern, Michael Braun, rechnet nicht mit größeren Problemen. „Die Leute werden rausgehen, aber es wird sehr dezentral sein.“ Das wäre auch ein großer Wunsch seiner Kollegin Simone Zehnpfennig von der Allgäu GmbH. Sie rechnet – auch wegen der nun nicht mehr erreichbaren und bei Münchnern beliebten Ziele im Landkreis Miesbach – mit noch mehr Tagestouristen als sonst.

Lawinengefahrt in den bayerischen Alpen

Die Lösung: „Man muss ja nicht immer Richtung Schloss Neuschwanstein, Oberstdorf oder Oberstaufen fahren. Das Allgäu hat ja noch viel mehr zu bieten“, betonte Zehnpfennig. „Wandern und durch den Schnee stapfen kann man überall.“

Erholungssuchende sollten allerdings beachten, dass in weiten Teilen der bayerischen Alpen derzeit große Lawinengefahr herrscht. In den Allgäuer, Ammergauer und Werdenfelser Alpen sowie in den Bayerischen Voralpen oberhalb von 1500 Metern besteht die zweithöchste Warnstufe. Auch am Wochenende bleibe die Situation angespannt, betonte der Lawinenwarndienst. Selbst auf den offiziell nicht geöffneten Pisten bräuchten Rodler oder Skitourengeher daher gute Lawinenkenntnisse.

Mehrere Ausflugsorte sperrten bereits zahlreiche Wanderwege. So sind in Garmisch-Partenkirchen mindestens über das Wochenende sämtliche Berg- und Wanderwege gesperrt, in Oberstdorf im Allgäu dürfen Wanderer und Skitourengeher zahlreiche Routen ebenfalls nicht nutzen.

RND/dpa

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