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Augsburg eröffnet Besucherzentrum für das Wasserwelterbe

  • 2019 bekam Augsburg das begehrte Unesco-Siegel.
  • Aber nicht für die Altstadt, ausgezeichnet wurde das geschichtsträchtige Wassersystem der Stadt.
  • Nun gibt es das Besucherzentrum dazu – coronabedingt vorläufig aber nur virtuell und ohne Besucher.
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Augsburg. Nach der Ernennung des historischen Augsburger Wassermanagement­systems zum Weltkulturerbe eröffnet die schwäbische Stadt ein eigenes Besucherzentrum zu dem Thema. Das Welterbezentrum wird am 22. März zunächst aber nur virtuell eröffnet. Sobald es die Corona-Pandemie zulasse, sei das Infozentrum auch real öffentlich zugänglich, kündigte die Stadt an.

Das Welterbekomitee der Unesco hatte im Sommer 2019 entschieden, dass das Jahrhunderte alte Wassersystem Augsburgs auf die renommierte Liste des Welterbes kommt. Bereits die Römer, die vor mehr als 2000 Jahren Augsburg gründeten, begannen mit dem Bau von Wasserkanälen. Vor fast einem halben Jahrtausend führte Augsburg die Trennung von Trink- und Brauchwasser ein, vermutlich als weltweit erste Stadt überhaupt.

Augsburg ist von vielen kleinen Kanälen durchzogen

Die schwäbische Großstadt ist bis heute von vielen kleinen Kanälen durchzogen. Diese wurden zur Energiegewinnung für die Textilindustrie, zur Abfallentsorgung und zur Kühlung von Fleisch in der Stadtmetzgerei genutzt. Im Jahr 1972 spielte Augsburger Wasser dann eine große Rolle für die Olympischen Spiele. Denn bei den Münchner Sommerspielen wurden die Kanu-Wettbewerbe in Augsburg ausgetragen, auf der ersten künstlich angelegten Wildwasserstrecke der Welt.

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Die Hintergründe über diese Errungenschaften sollen künftig in dem Info-Zentrum erläutert werden. Dies soll insbesondere auch Touristen dieses spezielle Welterbe näherbringen. Denn die 22 einzelnen Orte, die zusammen die Welterbestätte bilden, sind weitläufig über die 300.000-Einwohner-Stadt verteilt.

Infozentrum soll Überblick über das 30 Kilometer lange Augsburger Welterbe geben

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Besucher können sich deswegen nur schwer alle einzelnen Denkmäler anschauen. „Ziel des Infozentrums ist es, einen ersten Eindruck vom Augsburger Welterbe, das sich über 30 Kilometer erstreckt, in einem Zusammenhang zu bekommen“, sagte Kulturreferent Jürgen Enninger.

Das Besucherzentrum ist direkt am Rathausplatz im Zentrum Augsburgs in einer früheren Bankfiliale eingerichtet worden. Rund 800.000 Euro wurden dafür investiert. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören nach Angaben der Kommune eine Wasser-Illumination sowie ein Trinkwasserbrunnen auf einem Findling aus dem Lech.

Auf der Liste des Unesco-Welterbes stehen nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission 1121 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Deutschland verzeichnet 46 Welterbestätten, in Bayern gibt es acht davon.

RND/dpa

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