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Auf Mallorca boomt die illegale Vermietung von Ferienwohnungen

  • Auf Mallorca vermieten Medienberichten zufolge zahlreiche Eigentümer ihre Wohnungen illegal an Touristen – teils sogar im großen Stil.
  • Plattformen wie Airbnb erleichtern es, die Ferienunterkünfte anzubieten.
  • Die Inspekteure kommen mit den Kontrollen kaum hinterher.
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Kurz vor Beginn der Sommersaison boomt das Angebot von illegalen Ferienunterkünften auf Mallorca, wie eine Recherche der mallorquinischen Tageszeitung „Diario de Mallorca“ zeigt. Demnach vermieten Eigentümer insbesondere in Palma de Mallorca und an der Playa de Palma Wohnungen und Apartments illegal an Touristen – so wie eine Frau, die in dem Bericht Maria genannt wird.

Sie habe dem Bericht zufolge 137 Unterkünfte für Urlauber im Angebot, darunter fünf Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus an der Playa de Palma, in dem die illegale Ferienvermietung bereits 2020 angezeigt worden sei. „Ich bin jemand, der gerne mit anderen teilt und denjenigen, die die Insel besuchen, mein Haus anbietet“, wird Maria zitiert. 140 bis 180 Euro nehme sie je nach Wohnung pro Nacht – ohne jedoch selbst Steuern zu zahlen.

Mallorca wehrt sich mit Gesetzen zur Ferienhausvermietung

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Seit Jahren versucht die Balearen-Regierung, die ansteigenden Touristenzahlen und damit verbundenen Probleme auch mit Gesetzen zur Ferienvermietung in den Griff zu bekommen. 2017 durfte für ein Jahr lang keine neue Lizenz zur Vermietung ausgegeben werden. Anschließend wurde die Zahl der Gästebetten reguliert, die das Tourismusministerium freigeben konnte. Legale Ferienunterkünfte erhalten von den Behörden eine Lizenznummer. Seit 2018 ist die Insel in Zonen eingeteilt, die angeben, in welchem Umfang die Vermietung von Ferienunterkünften zulässig ist.

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Die Stadt Palma hat eigene Regeln verabschiedet: Dort ist unter anderem seit 2018 die touristische Vermietung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern komplett verboten. Mit dem Gesetz hatte die Stadtregierung darauf reagiert, dass Internetportale wie Airbnb oder Tripadvisor das Preisgefüge auf dem Wohnungsmarkt ins Wanken gebracht hatten. Viele Mallorquiner konnten sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten, für Einheimische wurde der Wohnraum knapp.

Buchungsportale machen es kriminellen Anbietern leicht

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Doch auf Airbnb oder der Plattform Vrbo werden laut „Mallorca Zeitung“ weiterhin illegale Ferienunterkünfte angeboten. In den Anzeigen werden gefälschte Lizenznummern angegeben, Lizenznummern anderer, legaler Unterkünfte, oder gar keine. Manch ein Vermieter weise sogar auf die geltende Rechtslage und erkläre, es würden nur Buchungen akzeptiert, „die keinem touristischen Zweck dienen“ – und das auf einem Buchungsportal für Urlauber.

Das Tourismusministerium setzt zwar Inspekteure ein, um die illegale Ferienvermietung aufzudecken. Jedoch müssten die Eigentümer dem Bericht zufolge derzeit kaum Strafen fürchten: Die Inspekteure kämen angesichts des riesigen Angebots kaum hinterher. Zudem würden aktuell weniger Kontrollen durchgeführt als in der Vergangenheit.

RND/cs

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