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  • Aktuelle Corona-Beschlüsse: Heftige Kritik von der Tourismus-Branche

„Nicht akzeptabel“: Heftige Kritik an Lockdown-Verlängerung ohne Perspektive für Hotels

  • Während es für andere Branchen einen Öffnungsplan gibt, steht der erhoffte Neustart für den Tourismus in Deutschland zu Ostern infrage.
  • Verbandsvertreter reagieren frustriert auf die Ergebnisse des Corona-Gipfels von Bund und Ländern.
  • Sie werfen der Politik Wortbruch vor.
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Der Corona-Gipfel hat für die Reisebranche keine Öffnungsaussichten gebracht. Zwar haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten Kriterien festgelegt, nach denen die Länder über weitere Öffnungsschritte entscheiden sollen. Dies betrifft unter anderem die Außengastronomie, den Einzelhandel sowie den Sport.

Dort, wo Bund und Länder keine neuen Regelungen vereinbart haben, sollen die bisherigen Beschlüsse bis zum 28. März weiter gelten. Das trifft auch für die Hotels in Deutschland – sie müssen geschlossen bleiben. Wann sie den Betrieb wieder hochfahren können, ist unklar. Diese Frage soll beim nächsten Corona-Gipfel am 22. März diskutiert werden, dann soll es um Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels gehen.

Tourismusverband: Branche bleibt „ratlos zurück“

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Der Deutsche Tourismusverband (DTV) übt heftige Kritik an den Beschlüssen. „Die Ergebnisse sind für den Deutschlandtourismus sehr enttäuschend und nicht akzeptabel“, so DTV-Präsident Reinhard Meyer. Enttäuschend seien sie, weil durchdachte und ausgewogene Vorschläge seit Langem auf dem Tisch lägen. Nicht akzeptabel seien die Ergebnisse, weil Öffnungsstrategien für den Tourismus entgegen allen Ankündigungen erneut verschoben wurden.

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Der Reisebranche gehe es gar nicht um eine sofortige Öffnung – auch in der Branche herrsche Einsicht, dass die Schritte verantwortbar sein müssen. „Wenn aber statt einer Öffnungsstrategie wieder einmal nur eine Vertagung des Deutschlandtourismus auf der Tagesordnung steht, lässt das eine ganze Branche ratlos zurück“, kritisiert Meyer. Es reiche nicht, alles auf den 22. März zu vertagen. „Wir brauchen unverzüglich konkrete Vorschläge, unter welchen Bedingungen eine Öffnung für touristische Betriebe erfolgen kann. Einem ganzen Wirtschaftszweig droht die Luft auszugehen. Der Tourismus braucht die Strategie jetzt.“

Grafik zu Öffnungsschritten © Quelle: Ministerpräsidentenkonferenz
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Dehoga fordert: Hotel-Öffnung ab dem 29. März gewährleisten

Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, fordert: „Spätestens bei der nächsten Sitzung erwarten wir einen konkreten Fahrplan zur Öffnung unserer Betriebe – dies natürlich in Verantwortung für die Gesundheit der Gäste und Mitarbeiter.“ Dabei sollte die Politik alle Möglichkeiten durch mehr Tempo und Professionalität beim Impfen, Testen und bei der digitalen Kontaktverfolgung ausschöpfen, um eine Öffnung der Hotels und Restaurants ab 29. März zu gewährleisten.

Schwer enttäuscht zeigt sich auch die Tourismuswirtschaft des beliebten Reiselandes Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist das schlechte Ergebnis geworden, das sich angedeutet hat: Tourismus am Ende der Nahrungskette und vollkommen im Ungefähren“, kritisierte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbands, in der Nacht zu Donnerstag. Er hatte am Mittwoch bereits einen norddeutschen Sonderweg beim Tourismus vorgeschlagen. Zusammen mit Schleswig-Holstein könnte als Konsequenz –begleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen – ein eigenständiger norddeutscher Weg im Tourismus beschritten werden.

Schleswig-Holstein will Osterurlaub noch nicht abschreiben

Tatsächlich könnte es regional abweichende Öffnungsperspektiven für die Hotellerie geben. Mehrere Länder behalten sich Abweichungen vom Beschluss des Corona-Gipfels ausdrücklich vor, darunter ist Schleswig-Holstein. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte bereits im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz gesagt, dass die bundeseinheitliche Regelung für ihn nicht das Wichtigste sei. Er lehne eine Absage des innerdeutschen Osterurlaubs ab – dafür gebe es „keinen Grund, im Gegenteil“, zitieren ihn die „Lübecker Nachrichten“.

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Hotels und andere Vermieter seien mit ihren Hygienekonzepten gut vorbereitet und hätten doch selbst überhaupt kein Interesse, dass sich bei ihnen ein Corona-Ausbruch zutrage. Sie bräuchten Öffnungsschritte.

Er sei froh, das alles aus dem Papier der Regierungschefs herausgestrichen wurde, „was dem Osterurlaub eine Absage erteilt hätte“. Entscheidungen über Hotels und Gastronomie sollen auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 22. März getroffen werden. Damit wäre die Vorbereitungszeit für die Hoteliers aber äußerst knapp.

RND/gei/dpa

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