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Vermehrt Fälle in Europa

Affenpocken: Wie groß ist das Infektionsrisiko auf Reisen?

Reisende können sich auch im Urlaub mit Affenpocken anstecken.

In Europa kommt es aktuell vermehrt zu Ansteckungen mit den seltenen Affenpocken, auch in Deutschland sind mehrere Fälle nachgewiesen worden. Einige Erkrankte könnten das Virus auch aus dem Urlaub mitgebracht haben. Ein 30-Jähriger, dessen Infektion am Samstag bestätigt wurde, hatte auf einer Gay-Pride-Party auf der Ferieninsel gefeiert. Etwa 80.000 Menschen aus Spanien und vielen weiteren Ländern hatten zwischen dem 5. und 15. Mai an dem Event teilgenommen. Danach wurden auch Affenpocken-Fälle bei Teilnehmenden von der Nachbarinsel Teneriffa, aus Madrid und Italien bekannt.

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Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellt wurde, zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l.) und kugelförmige unreife Virionen (r.), die aus einer menschlichen Hautprobe im Zusammenhang mit dem Präriehundeausbruch von 2003 stammt.

Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellt wurde, zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l.) und kugelförmige unreife Virionen (r.), die aus einer menschlichen Hautprobe im Zusammenhang mit dem Präriehundeausbruch von 2003 stammt.

Die Viruserkrankung verursacht nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen.

Das wohl auffälligste Symptom der Infektionskrankheit ist der typische Ausschlag im Gesicht und am Körper in Form von Bläschen. Darüber hinaus können Husten, Fieber, Muskel- und starke Kopfschmerzen auftreten. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt zwischen sieben und 21 Tagen. Ansteckend sind die Affenpocken von Tag eins an. Erst, wenn Krusten des Ausschlags abfallen, ist die Ansteckungsgefahr gebannt. Das dauert in der Regel zwei bis drei Wochen.

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Wie hoch ist das Risiko einer Infektion im Urlaub?

Affenpocken waren bisher vor allem in West- und Zentralafrika bei Nagetieren verbreitet – Fälle bei Menschen wurden insbesondere in Nigeria, in der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo, in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, an der Elfenbeinküste, in Liberia, Sierra Leone, Gabun und im Südsudan gemeldet.

„Ein Import nach Deutschland durch Reiserückkehrer aus Endemiegebieten (West- und Zentralafrika) ist ebenfalls möglich“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Website. Aber: „Das Risiko wird als gering eingeschätzt.“

Ansteckung mit Affenpocken: So werden die Erreger übertragen

Reisende können sich durch einfache Maßnahmen vor einer Infektion schützen. Die Krankheit kann von infizierten Tieren und Menschen über Tröpfchen weitergegeben werden, die beim Menschen etwa beim Husten oder Sprechen entstehen.

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Gelangen sie auf die Schleimhäute von Augen, Mund oder Nase, könne es laut Robert Koch-Institut (RKI) zu einer Ansteckung kommen. Die Tröpfchen sind allerdings. etwa im Vergleich zum Coronavirus, vergleichsweise groß.

Daher sei die Übertragung von Mensch zu Mensch selten und nur bei engem Kontakt möglich. „Vermutlich“, so das RKI, werden die Erreger auch bei „sexuellen Handlungen“ weitergegeben.

Fachärzte warnen vor zu viel Aufregung um Affenpocken

Für Deutschland wird ein Anstieg der Fallzahlen des Affenpockenvirus erwartet. Doch Infektiologen und Kinderärzte sagen, es stehe keine neue Pandemie an.

Infektion durch kontaminierte Bettwäsche möglich

Ebenso kann direkter Kontakt mit dem Ausschlag zur Übertragung führen: Schorf oder Flüssigkeit aus den charakteristischen Bläschen der Infizierten können über kleinste Risse in der Haut in den eigenen Körper gelangen. Expertinnen und Experten in Großbritannien haben festgestellt, dass die Übertragung auch über kontaminierte Bettwäsche möglich sei, schreibt das britische Fachportal Center für Disease Control and Prevention. Daher sollte bei der Auswahl des Hotels für die Reise Wert auf gute Hygiene gelegt werden.

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Auch infizierte Tiere, hier vor allem Nagetiere und Affen, können das Virus an Reisende weitergeben. Dies geschieht vor allem durch Bisse, weil durch die Verletzung Erreger aus dem Speichel ins Blut gelangen.

Um sich auf Reisen vor einer Ansteckung zu schützen, gilt daher: Auch, wenn Straßenhund und -katze um Aufmerksamkeit buhlen, sollten Reisende keinen Kontakt zu den Tieren suchen und stattdessen auf Abstand bleiben. Dies gilt auch für verendete Tiere sowie deren Blut und Kot. Auch kontaminiertes Fleisch kann das Virus durch Mikrorisse in der eigenen Haut übertragen, etwa bei der Zubereitung von Speisen.

Expertinnen und Experten raten, den Kontakt zu Tieren wegen der Gefahr einer Ansteckung mit Affenpocken zu meiden.

Expertinnen und Experten raten, den Kontakt zu Tieren wegen der Gefahr einer Ansteckung mit Affenpocken zu meiden.

Neue Pandemielage nicht zu erwarten

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich vor dem Urlaub gegen echte Pocken (Variola) impfen lassen. Weil die Viren von Variola und Affenpocken große Ähnlichkeiten aufweisen, schütze der Piks gegen beide Krankheiten, erklärt das RKI.

Darüber hinaus gibt das Institut Entwarnung: Weil nach derzeitigem Wissen für eine Übertragung des Erregers enger Kontakt erforderlich ist, erwarten die Expertinnen und Experten, „dass der Ausbruch begrenzt bleibt“. Eine neue Pandemielage wie bei dem Coronavirus sei nicht zu erwarten.

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So sieht es auch der Charité-Infektiologe Leif Erik Sander. Bei Twitter schreibt er: „Der Affenpocken-Ausbruch ist derzeit sicher kein Grund zur Panik!“ Man müsse sich in einer globalisierten Welt, zu der auch das Reisen gehört, auf „eine ständige Gefahr einstellen, auf die wir uns besser vorbereiten müssen“.

vh/dpa/RND

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