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Großer Andrang an Pfingsten

An diese Regeln sollten Sie sich im Nahverkehr halten

Und noch eine angenehme Reise: Etikette kann dabei helfen, auch in vollen Bahnwagons entspannt ans Ziel zu kommen.

Berlin. Noch ist die komplette Überlastung des Nahverkehrs ausgeblieben. Doch das könnte sich jetzt zumindest zeitweise ändern. Verkehrsminister Wissing erwartet am Pfingstwochenende teils starke Auslastungen. Vor allem auf den Strecken zu beliebten Urlaubszielen könnte es eng werden. Fahrgastsprecher halten sogar chaotische Zustände für möglich.

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Was aber tun, wenn es etwa an den Wochenenden Tausende Berliner an die Ostsee zieht? Die Fahrt mit dem 9-Euro-Ticket ins Kurzurlaubsglück ist preislich kaum zu schlagen und mit einer Dauer von zwei Stunden und 40 Minuten auch für Bahnmuffel erträglich. Die Bahn jedenfalls stellte sich frühzeitig auf einen großen Andrang ein. Laut DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß sollen seit dem 1. Juni 50 zusätzliche Züge im Einsatz sein. Doch was sollten die Reisenden in überfüllten Zügen beachten? Hier die Dos and Don‘ts im Nahverkehr.

Verzichten Sie auf zu viel Gepäck

Erfahrene Bahnfahrer kennen das Dilemma im Regionalverkehr: Der Koffer zu groß, die Ablage über den Sitzen zu flach. Manchmal wird das Verstauen eines größeren Rucksacks sogar schon zum Kampf. „Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?“, schießt es einem da durch den Kopf.

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Aus Mangel an passenden Ablageplätzen landen sperrige Gepäckstücke deshalb oftmals auf den Sitzen oder in den Gängen. Das führt an Wochenenden selbst ohne 9-Euro-Ticket schon einmal zu Platzproblemen. Und mit dem Billigticket wird das Problem vermutlich noch größer.

Deshalb: Zu viel oder zu große Gepäckstücke mitnehmen ist ein absolutes Don‘t. Verzichten Sie deshalb gerade für kürzere Trips auf den Wandschrank und orientieren Sie sich an den Handgepäckregeln in Flugzeugen. Ein kleiner Koffer und ein Rucksack oder eine Handtasche sollten für den Wochenendausflug reichen.

Zehn Fragen an die Deutsche Bahn, die Sie schon immer stellen wollten – und die Antworten

Warum werden die Reservierungen oft nicht angezeigt, und wieso ist das Bordbistro manchmal geschlossen? Wir haben die Deutsche Bahn gefragt – und interessante Antworten bekommen.

Vermeiden Sie Stoßzeiten

Regionalzüge werden täglich von Millionen Pendlerinnen und Pendlern auf dem Weg zur Arbeit genutzt. Wer sich beispielsweise einen Montagmorgen oder einen Freitagnachmittag für seine Ferienfahrt aussucht, der muss damit rechnen, keinen Sitzplatz mehr zu ergattern. Es gilt also vor allem, darauf zu achten, stark frequentierte Strecken in Stoßzeiten zu vermeiden.

Traditionell sind das natürlich die Pendlerlinien in die großen Städte zum Früh- oder Feierabendverkehr. Aber auch Strecken in die Feriengebiete beispielsweise Richtung Nord- und Ostsee werden durch das 9-Euro-Ticket besonders belastet werden. Wer dann auch noch ein Fahrrad mitnehmen möchte, findet möglicherweise gar keinen Platz mehr. Überlegen Sie sich also, ob es nicht auch möglich ist, die Ferienreise zu einem ungewöhnlicheren Zeitpunkt, beispielsweise abends an einem Wochentag, zu starten.

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Während im Fernverkehr der „DB Navigator“ die Auslastung von Zügen prognostiziert, gibt es diese Funktion für den Nahverkehr nicht. Hier können Dienste wie „Google Maps“ helfen.

Vergessen Sie ihre Maske nicht

Die Corona-Regeln wurden in den letzten Monaten maßgeblich gelockert. Eine Regel bleibt jedoch weiterhin bestehen: Im öffentlichen Personennahverkehr und in Fernzügen muss weiterhin Maske getragen werden. Auffällig ist aber, dass immer mehr Menschen sich darüber hinwegsetzen. Teils unbewusst, weil sie schlicht vergessen haben, ihre Maske aufzuziehen oder auch ganz bewusst, weil sie die Regel aufgrund sinkender Infektionszahlen nicht mehr akzeptieren wollen.

Fakt ist aber, dass das Coronavirus weiterhin umgeht. In Portugal breitet sich beispielsweise aktuell eine neue, wohl ansteckendere Variante des Virus aus und auch die Sterblichkeit steigt dort wieder. Bundesgesundheitsminister Lauterbach warnt deshalb bereits vor einer neuen Welle auch in Deutschland.

Schon aus Eigeninteresse, aber auch aus Rücksicht auf andere sollte deshalb jeder an den Mund-Nasen-Schutz denken. Vor allem in überfüllten Zügen, die mit Hunderten dicht gedrängten Passagieren dem Virus einen optimalen Nährboten bieten.

Bleiben Sie entspannt

„In der Ruhe liegt die Kraft.“ Der Ursprung dieser Redewendung ist nicht belegt. Würde sie aber von einem entnervten Bahnmitarbeiter stammen – verwunderlich wäre es nicht. Denn auf der Schiene kochen die Emotionen ab und an über. Gerade auf langen, scheinbar nie enden wollenden Fahrten in den Urlaub scheinen die Gründe dafür unumgänglich.

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Verspätung, Stau auf der Strecke, Stau auf den Gängen, das eine Kind weint, das andere spielt zu laut. Konfrontationen zwischen Gästen und Schaffnern, aber auch unter den Passagieren stehen auf der Tagesordnung. Noch überwiegt die Vorfreude über das 9-Euro-Ticket. Damit das so bleibt und nicht bald der Frust übernimmt, lautet unser Tipp: locker bleiben. Das ist zum einen Einstellungssache, denn auch durch lautstarkes Beschweren kommt der Zug nicht schneller am Ziel an. Dafür sind die Nerven aber überstrapaziert – auch die der Mitreisenden.

Aber auch eine gute Vorbereitung kann helfen. Kopfhörer gepaart mit der eigenen Lieblingsmusik lassen einen so manches Störgeräusch ausblenden. Ein spannendes Buch oder eine Serie auf dem Tablet lässt die Fahrt wie im Flug vergehen. Und: In ausgewählten Zügen in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Schleswig-Holstein können sie auch in Regionalzügen der Deutschen Bahn Sitzplätze reservieren.

Nehmen Sie Rücksicht

Bei allem Gerede über Fahrradmitnahme und Feriengepäck wird eine Gruppe oft vergessen: Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Anders als im Fernverkehr haben Menschen, die beispielsweise auf den Rollstuhl angewiesen sind, im Nahverkehr die Freiheit, ihren Zug ohne Reservierung zu wählen. Dabei sind sie neben barrierefreien Bahnhöfen vor allem auf zugängliche Rollstuhlabteile angewiesen.

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Die gibt es mittlerweile im Großteil der eingesetzten Regionalzüge. Sie sind meist auch extra gekennzeichnet. Statt des großen Fahrradsymbols findet sich dann ein Rollstuhlsymbol auf der Außenseite des Zuges. Auch wenn dort vermeintlich Platz für zusätzliche Fahrräder ist, sollten diese Plätze auch wirklich freigehalten werden.

Auch für Gebrechliche oder Schwangere gibt es gekennzeichnete Plätze. Auf diese Gruppen sollte Rücksicht genommen werden, damit die neu gewonnene Freiheit der einen nicht das Leben anderer einschränkt.

Die große Party muss warten

Das 9-Euro-Ticket kann ein schöner Anlass sein, den Junggesellenabschied in einer anderen Stadt zu feiern, mit alten Schulfreunden einen Ausflug zu unternehmen oder endlich einmal das Lieblingsfußballteam auf eine Auswärtsfahrt zu begleiten. Bei aller Ausgelassenheit sollten die Mitfahrgäste dabei allerdings nicht vergessen werden.

Laute Musik und Alkohol in vollen Zügen sind deshalb absolute Don‘ts. In leeren Zügen lässt sich bei einer spontanen Party noch der Waggon wechseln, doch in Zeiten des 9-Euro-Tickets strapazieren Ballermannschlager und Alkoholfahne die Nerven der Mitreisenden. Ab Mitte Juli rollt zudem in den deutschen Stadien schon wieder der Ball. Dann lohnt sich der Blick in den Fußballspielkalender, um nicht in übereuphorisierte Fangruppen zu geraten.

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