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2G-plus-Regel in Bayern: Seilbahnen zittern um Skisaison

  • In Bayern gilt auch für Seilbahnen die 2G-plus-Regel – geimpft oder genesen und zusätzlicher Corona-Test.
  • Die Tourismusbranche reagiert entsetzt und fordert die Rückkehr zu 2G.
  • Andernfalls sei unklar, ob es eine Skisaison geben könne.
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Die Skisaison an der Zugspitze läuft bereits und normalerweise stünden zu dieser Zeit auch die anderen Skigebiete in Bayern in den Startlöchern. Doch nachdem bereits die vergangene Saison ausgefallen ist, sorgt sich der Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) auch um den Winter 2021/2022. Grund dafür sind die Beschlüsse des bayerischen Kabinetts zu 2G plus für Freizeiteinrichtungen.

Das sei ein „Schlag in die Magengrube“ und bedeute einen „Lockdown durch die Hintertür“, sagte VDS-Präsident Matthias Stauch am Donnerstagmorgen bei einem Termin zur bevorstehenden Wintersaison. Nach zwei Pandemiewintern mit Lockdown würden die neuen Maßnahmen Existenzen vernichten. „Mit diesen Beschlüssen stirbt jede Hoffnung auf Erholung der Wintersportbranche“, so Stauch.

Seilbahnverband fordert Rückkehr zu 2G

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Die Seilbahnen in Bayern dürfen seit Mittwoch nur noch mit 2G plus öffnen: Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Hinzu kommen zusätzliche Kapazitätsbeschränkung auf maximal 25 Prozent der Fahrgäste. „Ein wirtschaftlicher Betrieb ist damit nicht mehr möglich“, sagte Stauch.

Die personellen Voraussetzungen und der logistische Aufwand einer Testung der Gäste vor Ort sei für die Unternehmen, von denen viele kleinere Familienbetriebe sind, nicht zu stemmen. Außerdem stünden die Testkapazitäten gar nicht zur Verfügung.

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Bayern verhängt Lockdown für Hoch­in­zi­denz­ge­mein­den
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Bayern sagt wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen sämtliche Weihnachtsmärkte ab und verhängt einen "De-facto-Lockdown" für Ungeimpfte.  © AFP

Der Verband fordere von der Politik, den Skibetrieb wieder unter 2G-Bedingungen zu ermöglichen. Andernfalls sei unklar, ob es eine Skisaison geben könne.

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Gedränge in Österreich befürchtet

Mit der Rückkehr zu 2G würde man sich auch den österreichischen Nachbarn gleichstellen. Derzeit sei zu befürchten, dass etliche Skifans ins Nachbarland abwandern. Das könne vor allem in grenznahen Gebieten zu Gedränge führen – „und das wollen wir doch unbedingt vermeiden“, sagte Stauch.

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In Österreich wollen einige Skigebiete trotz des Lockdowns demnächst ihre Lifte starten – für Geimpfte und Genesene. Das Gesundheitsministerium in Wien hatte am Dienstag darauf hingewiesen, dass Skigebiete mit einem 2G-Nachweis auch während des zunächst bis zum 12. Dezember geltenden österreichischen Lockdowns besucht werden dürfen. Alle Lokale seien aber geschlossen.

Seilbahnverband befürchtet „wilden Zulauf“ auf Skipisten

Große Sorge bereite dem Verband auch die Aussicht auf einen erneuten „wilden Zulauf“ in den Skigebieten, wie er vergangene Saison zu beobachten war. Trotz geschlossener Infrastruktur und Pisten wurden viele Regionen regelrecht überrannt, ohne Rücksicht auf den Infektions- oder auch den Naturschutz. Hier ist die Lenkungsfunktion und der kontrollierte Ablauf durch geöffnete Seilbahnen und Schlepplifte unbedingt nötig.

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Öffnung der Skigebiete in Bayern unklar

In Bayern läuft bisher nur der Skibetrieb auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze. „Das hat auch sehr gut geklappt mit der 2G-Regel“, so Stauch. Nun hätten bereits Geimpfte abgewiesen werden müssen, weil sie keinen negativen Corona-Test nachweisen konnten, so Stauch. Wie lange der Betrieb aufrecht erhalten werden könne, sei derzeit unklar. „Wir müssen uns nun zusammensetzen und beratschlagen, ob und wie es weitergeht.“

Auch für die anderen Skigebiete könne man derzeit keine konkreten Öffnungstermine nennen, ergänzte Peter Lorenz, stellvertretender VDS-Vorstand. Die Skigebiete würden sich nun untereinander absprechen. Die Hoffnung aufgeben will der Verband aber nicht: „Wir werden mit der Beschneiung beginnen, um bereit zu sein für den Start der Wintersaison“, sagte Lorenz.

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