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Konzert in der Heimatstadt: Mannheim stellt sich gegen Xavier Naidoo

  • Einst war er der stolze Sohn der Stadt Mannheim: Xavier Naidoo.
  • Inzwischen positioniert sich die Stadt klar gegen den Sänger und Verschwörungsideologen, ein Konzert im Oktober würde die Verwaltung am liebsten verhindern.
  • Doch das ist gar nicht so einfach.
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Mannheim. Der frühere Hitsänger Xavier Naidoo sorgt inzwischen vor allem abseits der Bühnen für Schlagzeilen, zuletzt mit einem Musikvideo, in dem er Corona-Verschwörungsmythen verbreitet, zum bewaffneten Kampf aufruft und einen Anschlag auf ein Impfzentrum inszeniert. Solch einen Künstler wollen viele Städte nicht mehr auftreten lassen, gerade erst sprach sich die Rostocker Bürgerschaft für ein Verbot eines im August geplanten Konzerts in der Stadthalle aus. Und auch in Naidoos Heimatstadt Mannheim regt sich Widerstand.

In der dortigen SAP-Arena soll der 49-Jährige am 9. Oktober auftreten, in der lokalen Politik sorgt das schon seit Monaten für Diskussionen. Auch die Stadtverwaltung bezieht klar Stellung. „Das geplante Konzert in der SAP-Arena ist nicht im Sinne der Stadt“, teilte sie in dieser Woche gegenüber verschiedenen Medien mit. „Xavier Naidoo hat sich positioniert als jemand, der sich gegen die Werte unseres Grundgesetzes stellt. Er leugnet die Gefahren der Pandemie und ruft dazu auf, Corona-Regeln zu missachten“, zitiert die „Rhein-Neckar-Zeitung“ Rathaussprecherin Monika Enzenbach. Die Stadt stehe gegen solche Haltungen und habe vor Jahren jegliche Zusammenarbeit mit Naidoo eingestellt.

Das Problem: Eine ordnungsrechtliche Handhabe gegen das Konzert in Mannheim gibt es laut Stadt nicht. Die SAP-Arena solle allerdings prüfen, ob sie einem Künstler, „der immer weiter ins Abseits driftet und nun mit Antisemiten und Rechtsextremisten Musik macht“, eine Bühne bieten wolle, die er erwartbar nicht nur musikalisch nutzen werde, so die Verwaltung.

SAP-Arena: Absage nur durch Veranstalter

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Die genannte SAP-Arena wiederum schiebt die Verantwortlichkeit ebenfalls weiter. Der Betreiber Daniel Hopp sagte auf Anfrage des SWR, dass man nicht Konzertveranstalter, sondern lediglich Vermieter der Halle sei. Eine Absage könne nur durch den Veranstalter erfolgen.

Dabei handelt es sich um das Unternehmen DeMi Promotion aus Hirschberg (Rhein-Neckar-Kreis). Dessen Geschäftsführer Dennis Gissel verurteilte die Aussagen Naidoos gegenüber dem SWR, betonte aber auch: „Trotz allem besteht das Recht der freien Meinungsäußerung nach wie vor in Deutschland. Ob uns das allen passt oder nicht.“ Bei der Frage nach einer Absage des Konzerts, für das rund 5000 Tickets verkauft sind, verwies Gissel auf vertragliche Verpflichtungen. Notwendig für eine Absage sei ein politischer Beschluss der Stadt Mannheim, und das halte er für „sehr, sehr schwierig“.

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Neben Mannheim und Rostock wird auch an anderen Stationen von Naidoos Tour über die Auftritte debattiert. Zuletzt hatte sich Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs gegen einen geplanten Auftritt des umstrittenen Sängers in der Stadt ausgesprochen.

RND/seb

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