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„Wonder Woman“ Gal Gadot: „Wir kämpfen nicht auf dieselbe aggressive Art wie Männer“

  • Gal Gadot verkörpert im Film „Wonder Woman“.
  • Im RND-Interview spricht die Hollywoodschauspielerin über die Möglichkeiten von Frauen und das Leben mit ihren Töchtern.
  • Außerdem erzählt sie, dass sie fest an das Comeback der Kinos glaubt.
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Könnte ausgerechnet „Wonder Woman“ der amerikanischen Kinoindustrie den Todesstoß versetzen? Die Bosse von Warner Bros entschieden überraschend, den zweiten Teil der Superheldinnensaga mit Gal Gadot am ersten Weihnachtstag auf dem hauseigenen Streamingsender HBO Max zu zeigen. Obwohl „Wonder Woman 1984“ am selben Tag weltweit auch in den Kinos Premiere feiert. Wenn andere Studios nachziehen, könnte das für die angeschlagenen Kinoketten fatal sein.

Gal Gadot, was halten Sie davon?

Keiner weiß, wann wieder Normalität einkehren wird und wann die Menschen wieder regelmäßig in die Kinos gehen. Wir alle beten, dass der Zeitpunkt schnell wiederkommt, zumal „Wonder Woman“ für die Leinwand gemacht ist und ich fest an das Comeback der Kinos glaube. Aber am Ende fanden wir, dass wir mit dem Filmstart lange genug gewartet haben. Die Leute sehnen sich in diesen schwierigen Zeiten nach Entertainment.

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Was vermissen Sie am meisten am Leben vor Corona?

Ich vermisse es, Leute um mich herum zu haben. Ich brauche körperliche Nähe, um die Chemie zu fühlen, die man für andere hat. Ich bin von Natur aus jemand, der andere umarmt und beim Reden berührt. Ich wünsche mir so sehr, dass es bald wieder sicher ist, das zu tun.

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Sie haben eine neunjährige und eine dreijährige Tochter. Welche Botschaft hat „Wonder Woman“ für Mädchen auf der ganzen Welt?

Dass wir Frauen alles, wovon wir nur träumen, erreichen können. Nicht unbedingt auf dieselbe Art und Weise, wie Männer es tun. Wir haben eine andere Anatomie und bewegen uns anders. Deshalb kämpfen wir nicht auf dieselbe aggressive Art wie Männer. Dennoch kann „Wonder Woman“ alles erreichen, was sie will. Und die Mädchen in aller Welt können das auch.

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Sie sind als Schauspielerin gefragter denn je. Wie hart ist es, die richtige Balance zwischen Familie und Beruf zu finden?

Es ist die größte Herausforderung überhaupt. Das kann jede arbeitende Mutter und jeder berufstätige Vater bestätigen. Auf der einen Seite will man jede mögliche Sekunde mit seinen Kindern verbringen, auf der anderen Seite habe ich eine Karriere mit den dazugehörigen Herausforderungen. Das kann manchmal sehr an die Substanz gehen. Besonders bei „Wonder Woman“, wo die Dreharbeiten sich über acht Monate hinzogen und mir viel abverlangten.

Wie reagieren Ihre Töchter, wenn Mama plötzlich weniger da ist?

Sie können das nicht immer nachvollziehen. Meine Ältere hatte ein Konzert in ihrer Schule und wollte unbedingt, dass ich mit dabei bin. Sie meinte „Warum kommst du nicht einfach später, so wie es andere Mütter tun, die arbeiten?“ Ich habe ihr erklärt, dass ohne mich dann eine ganze Crew nicht arbeiten könnte.

Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist Hollywood fast völlig runtergefahren …

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… was in meinem Falle wundervoll war, weil ich so viel sehr intensive Zeit mit meinen Kindern verbringen konnte. Wir hatten magische Momente miteinander. Es hatte eine ganz andere Qualität als zum Beispiel ein Hotelurlaub irgendwo in den Tropen. Wir haben zusammen gekocht, „Monopoly“ gespielt und es einfach genossen, zusammen zu sein.

Sie sind auf der Leinwand furchtlos. Gibt es etwas, wovor Sie im wahren Leben Angst haben?

Dass wir immer mehr die Toleranz und Geduld für Menschen verlieren, die anders sind und anders denken als wir. Allein was sich im letzten Jahr alles abgespielt hat, fand ich zum Fürchten. Es ist wichtig, dass man an das Gute im anderen glaubt, selbst wenn der nicht einer Meinung mit dir ist.

Dazu passt, dass Sie einen Shitstorm abbekommen haben, nachdem sie am Anfang der Quarantäne ein Lied mit Kollegen aufgenommen haben, um den Menschen Mut zu machen. Haben Ihnen die vielen negativen Reaktionen – nach dem Motto „Ihr Hollywoodstars habt doch keine echten Sorgen“ – weh getan?

Sie haben mich auf jeden Fall überrascht. Ich wollte doch nur Gutes tun, aber scheinbar war es nicht gut genug für einige. Ich hatte die besten Absichten, das ist meine Art.

Sie waren ziemlich jung, als Sie Ihren Ehemann Varon geheiratet haben.

Ja, ich habe ihn mit 21 kennengelernt und ihn dann mit 23 geheiratet. Wir sind inzwischen 14 Jahre zusammen. Ich bin einfach ein Beziehungstyp. Ich liebe es, zu lieben und geliebt zu werden.

Und haben scheinbar die richtige Nase für Mr. Right gehabt.

Ich habe das Glück, einen Partner gefunden zu haben, der nur das Beste für mich will. Und ich will das Beste für ihn. Wir machen uns gegenseitig happy. Offene Kommunikation anstatt Streiten ist der Schlüssel. Er ist immer für mich da und gibt mir das Gefühl, mit ihm an meiner Seite die Welt erobern zu können. Ohne ihn säße ich nicht hier beim Interview.

Wie meinen Sie das?

Die Schauspielerei war eigentlich nie eine Berufsoption für mich. Mein Vater ist Ingenieur und meine Mutter Lehrerin. Ich bin auf die Uni gegangen, habe nebenher getanzt und wollte Jura studieren. Doch dann gab es plötzlich die Gelegenheit, für einen Bond-Film vorzusprechen. Ich wollte erst gar nicht hin, doch mein Mann hat mich überzeugt, es zu probieren. Er meinte, dass ich immer wieder studieren und Anwältin werden kann, wenn es nicht klappt. Er war der Wind unter meinen Flügeln, der mich heute hier zu Ihnen getragen hat (lacht).

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