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  • Westin-Antisemitismusvorwurf in Leipzig: Kritisiertes Banner stammt von früherer Veranstaltung

Antisemitismusvorwurf: Kritisiertes Hotelbanner stammt von früherer Veranstaltung

  • Der Musiker Gil Ofarim ist nach eigener Aussage Opfer von Antisemitismus in einem Leipziger Hotel geworden.
  • Teile der Belegschaft des Westin-Hotels zeigen daraufhin bei einer Solidaritätskundgebung ein Banner, das wiederum ebenfalls für Kritik sorgt.
  • Jetzt scheint klar, woher das Banner stammt.
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Nach den Antisemitismusvorwürfen durch Gil Ofarim gegen das Leipziger Westin-Hotel hatte auch ein Banner, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Dienstagabend am Rande einer Demonstration vor dem Hotel zeigten, für Kritik gesorgt. Darauf waren israelische Flaggen und Halbmond und Stern, Symbole des Islam, zu sehen. Die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet jetzt, dass das Banner von der Belegschaft keineswegs eilig angefertigt wurde.

Es stamme vielmehr von einer früheren Veranstaltung aus dem Mai, als der Israel-Gaza-Konflikt hochkochte. Westin-Mitarbeiter hätten es für die Demonstration wieder hervorgeholt, berichtet die Zeitung.

Hotelmanager Andreas Hachmeister sagte gegenüber der LVZ zu der Aktion: „Wir haben ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Internationalität gesetzt.“ Er selber sei dabei gewesen, sein Haus distanziere sich ausdrücklich von jeglicher Form von Antisemitismus.

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Noch am Abend hatten sich Fotos des Banners in sozialen Medien verbreitet und für Kritik gesorgt. Der deutschisraelische Jude Eliyah Havemann schrieb auf Twitter, bei dem Banner handele es sich um einen Versuch, „den Antisemitismus von sich weg und Muslimen in die Schuhe zu schieben.“ Den Nahostkonflikt ohne Zusammenhang ins Spiel zu bringen sei „israelbezogener Antisemitismus“.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einer Gedenkfeier in Kiew an die NS-Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs erinnert.  © AFP

„Nachholbedarf bei Wissen über Jüdischsein“

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Sachsens Beauftragter für jüdisches Leben, Thomas Feist (CDU), sagte der „LVZ“: „Juden und jüdische Menschen sind Deutsche wie wir. Wenn jemand mit jüdischem Hintergrund mit einer Israelfahne bedacht wird, zeigt das, dass man Juden nicht gänzlich Deutschen zurechnen will.“

Und Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, kritisierte: „Nach der antisemitischen Anfeindung gegen einen Juden in Deutschland fällt dem Hotel nichts anderes ein, als die israelische Flagge und Symbole des Islam auf ein Banner zu drucken.“ Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte mit Blick auf das Banner, es zeige „einen großen Nachholbedarf vieler, was Wissen über Jüdischsein und den Staat Israel betrifft“.

Der Musiker Ofarim hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Instagram-Video berichtet, beim Einchecken in dem Hotel von Mitarbeitern nicht berücksichtigt worden zu sein. Er erzählte, wie er sich in eine Schlange eingereiht habe. Immer wieder seien Personen vorgezogen worden.

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Als er nach 15 Minuten an der Reihe gewesen sei, habe er gefragt, was das solle. Der Mitarbeiter habe geantwortet: „Um die Schlange zu entzerren“, dabei habe Ofarim ja selbst darin gestanden. Daraufhin habe „irgendeiner aus der Ecke“ gerufen, dass er seinen Davidstern, den er an einer Kette trug, einpacken solle. Auch der Hotelmitarbeiter habe gesagt: „Packen Sie Ihren Stern ein.“

RND/seb/dpa

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