Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Drogenmissbrauch, Gewalt, winzige Zellen

„Wandsworth Prison“: In diesem Gefängnis sitzt Boris seine Strafe ab

Das Wandsworth-Gefängnis in London.

Der Ex-Tennisstar Boris Becker ist zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die Hälfte davon muss er hinter Gittern verbringen. Noch aus dem Gerichtssaal wurde der 54-Jährige am Freitag abgeführt – mit Ziel „Wandsworth Prison“ im Süden Londons. In diesem Gefängnis soll Becker zumindest vorerst seine Haftstrafe absitzen, wie der Sender RTL und die „Bild“-Zeitung berichten. Sein Anwalt Giles Bark-Jones hat dies gegenüber der dpa auch bestätigt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Boris Becker muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis

Im Prozess gegen Boris Becker hat Richterin Deborah Taylor den Ex-Tennisstar zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt – ohne Bewährung.

Der Haftanstalt, ein viktorianischer Bau, eilt ein schlechter Ruf voraus: Das Wandsworth-Gefängnis ist für besonders harte Haftbedingungen bekannt und trägt den Spitznamen „Screws Jail“ (Wärterknast). Die Wärter würden hier streng durchgreifen, heißt es in Medienberichten. Ein ehemaliger Insasse sagte gegenüber dem Sender RTL: „Leider gibt es keine VIP-Behandlung für Prominente. Die Zellen sind winzig und eigentlich für eine Person konzipiert, es sind aber immer zwei Personen in diesen Zellen“, so Chris Atkins, der selbst wegen Steuerhinterziehung bis 2018 in dem Gefängnis saß.

Weiter heißt es, dass Insassen zumindest zu Beginn ihrer Haftzeit bis zu 23 Stunden am Tag in ihrer Zelle verbringen müssten. Die sei gerade einmal 6,5 Quadratmeter groß. Familienbesuche seien zunächst nur zweimal im Monat für jeweils eine Stunde erlaubt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Insassen fühlen sich „unsicher“

Charles Taylor, der Oberinspektor für britische Gefängnisse, schrieb in einem im Januar veröffentlichten Bericht nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme der Zustände von einem „bröckelnden, überfüllten, von Ungeziefer verseuchten Gefängnis“. Es wimmele von Mäusen und Ratten. Essensreste würden achtlos aus den Zellen geworfen, Gewalt sei an der Tagesordnung - mit steigender Tendenz.

Mehr als die Hälfte der befragten Insassen gab an, sich während ihrer Haft unsicher gefühlt zu haben. Weil das Gefängnis so überfüllt sei, müssten sich die Häftlinge immer wieder entscheiden, ob sie sich lieber bewegen, duschen oder eine Bestellung am Kiosk aufgeben, hielt Taylor fest.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Der ehemalige Insasse Atkins berichtete gegenüber RTL auch von gewalttätigen Mithäftlingen sowie Drogenmissbrauch. Berichten zufolge sollen in der Vergangenheit Drohnen die Insassen mit illegalen Substanzen beliefert haben.

„Unsicher und erniedrigend“: zahlreiche Berichte über Gewalt und Todesfälle

Die Haftanstalt in London war einst ein reines Männergefängnis, in dem zahlreiche Hinrichtungen durchgeführt worden, und hat nun Platz für rund 1500 Gefangene. In der Vergangenheit produzierte das Gefängnis immer wieder Negativschlagzeilen. Es sei „unsicher und erniedrigend“, erklärte ein Gutachter im Jahr 2011. Damals war die Zahl der Selbstverletzungen und Suizide innerhalb der Gefangenschaft besonders hoch. Die Beziehung zwischen Wärtern und Häftlingen galt als miserabel, berichtete damals die BBC.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Doch auch zuletzt gab es immer wieder Berichte über Gewaltübergriffe in britischen Medien. Im Jahr 2015 wurde ein Insasse wegen Mordes an einem Mithäftling verurteilt. 2018 wurde ein 18-Jähriger tot in einer Isolationszelle gefunden, nachdem Wärter auf seine Hilferufe lange Zeit nicht reagiert hatten. Im Jahr 2021 berichteten britische Medien über Hunderte gewalttätige Übergriffe auf Justizvollzugspersonal und Mitinsassen.

Boris Beckers Promistatus sei Wärtern im Wandsworth-Gefängnis egal, sagte Atkins gegenüber RTL. Einziger Trost für Becker: „Ich rechne nicht damit, dass er lange in Wandsworth bleiben wird“, sagte Anwalt Bark-Jones der dpa. Nach einigen Wochen werde er voraussichtlich in ein Gefängnis mit einer niedrigeren Sicherheitsstufe verlegt.

Mehr aus Promis

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.