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Vorwürfe gegen Metzelder: Jetzt verschickt sein Anwalt Post

  • Nach den Kinderpornografie-Vorwürfen gegen Ex-Fußballstar Christoph Metzelder hat sich sein Anwalt bei Medienhäusern gemeldet.
  • In einem Informationsschreiben droht dieser, gegen bestimmte Berichterstattungen vorzugehen.
  • Zu den Vorwürfen selbst schweigt die Kanzlei.
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Hannover. Gegen den ehemaligen deutschen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder (38) wird wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt. Zuletzt hatte die Stiftung des Vizeweltmeisters eine kurze Stellungnahme zum Vorwurf veröffentlicht. Metzelder selbst hat sich bislang nicht geäußert.

Stattdessen verschickt nun Heiko Klatt, der Rechtsanwalt des ehemaligen Fußballprofis, ein presserechtliches Informationsschreiben an Medien. Auch das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hat ein solches Schreiben erhalten.

„Sorgfaltspflichten einhalten“

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Auf dem Papier heißt es unter anderem: „Leider haben die vergangenen Tage gezeigt, dass verschiedene Presseorgane nicht dazu bereit sind, die Persönlichkeitsrechte sowie die gesetzlich geschützte Privatsphäre unseres Mandanten zu wahren.“ Insbesondere beklagt der Anwalt, dass „in weiten Teilen der bisherigen Berichterstattung die Grenzen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung bezüglich nahezu aller hierfür erforderlichen Voraussetzungen in signifikantem Umfang nicht eingehalten worden“ seien.

In dem Schreiben fordert Klatt Journalisten auf, ihre „journalistischen Sorgfaltspflichten einzuhalten und ganz generell von jeder unseren Mandanten identifizierenden Veröffentlichung (zum Beispiel durch Nennung des Klarnamens und/oder Veröffentlichung des Bildnisses unseres Mandanten und/oder der Veröffentlichung sonstiger identifizierender Merkmale) Abstand zu nehmen.“

Kanzlei will gegen Medien vorgehen

Eine Berichterstattung, die „nicht auf einem Mindestbestand an Beweistatsachen“ beruhe, eine Vorverurteilung Metzelders darstellen könnte und „die Verpflichtung zu einer ausgewogenen, neutralen Darstellung des Sachverhalts missachtet“, solle unterlassen werden.

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Das Schreiben endet mit dem Hinweis, dass Klatts Kanzlei gegen entsprechende Berichterstattungen vorgehen werde. Zu den Vorwürfen gegen Metzelder äußert sich der Anwalt nicht.

Gängiges Mittel von Anwälten

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Presserechtliche Informationsschreiben wie das von Klatt sind ein gängiges Mittel von Anwaltskanzleien, um unliebsame Berichterstattungen über Prominente bereits im Vorfeld zu verhindern. Häufig verschicken Medienanwälte diese Schreiben, wenn Berichte befürchtet werden, die die Intimsphäre eines Mandanten verletzten könnten.

Für die Berichterstattung über solche Fälle gibt es derweil klare Regeln: Medien dürfen dann berichten, wenn es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handelt, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist. Aber: Spekulationen ins Blaue hinein sind nicht zulässig. Ebenso darf in den Berichten keine Vorverurteilung stattfinden.

Lesen Sie dazu auch: Fall Metzelder: Wann Medien berichten dürfen

RND/msc