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Von der zarten Verbeugung zum herzlichen Handschlag: die Treffen von Queen und Kanzlerin

  • Zum letzten Mal werden sich Queen Elizabeth II. und Angela Merkel am heutigen Freitag treffen.
  • Zuletzt sahen sie sich im Juni beim G7-Gipfel in Cornwall.
  • Eine Übersicht über das ausnahmslos angenehme Miteinander von britischer Monarchin und deutscher Regierungschefin.
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Kanzlerin Angela Merkel reist an diesem Freitag zu Treffen mit Premierminister Boris Johnson und Königin Elizabeth II. nach Großbritannien. Die Reise dürfte Merkels Abschiedsbesuch als Kanzlerin in Großbritannien sein – nach 16 Jahren im Amt tritt sie bei der Bundestagswahl im September nicht wieder an. Doch vorhergegangen sind schon einige Treffen mit der Queen – ein Überblick:

30. Oktober 2008 – Erste Begegnung im Buckingham-Palast: Elvis hätte es gefallen. Die Kanzlerin kam in Schwarz, die Queen trug Rosa – diese Farbkombination war dem amerikanischen König des Rock ’n‘ Roll die Liebste. Laut „Forbes“-Magazin war die deutsche Regierungschefin damals schon die „mächtigste Frau der Welt“. Trotzdem war ihre zarte Verbeugung vor der Monarchin beinahe schüchtern. Worüber am Kamin geredet wurde (Merkels Mutter war Englischlehrerin), ist nur in Auszügen bekannt. In jedem Fall sei angemerkt worden, wie froh Deutschland über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens ist. Noch keine Brexit-Bewölkung am Horizont. Von der „großen Ehre“ sprach Merkel, zu Gast bei der Queen zu sein. Ihrem Vorgänger Gerhard Schröder blieb diese Gunst versagt.

Ihr erstes Treffen 2008: Kanzlerin Merkel (l.) verbeugt sich beinahe schüchtern vor der Queen. © Quelle: picture-alliance/ dpa
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Merkel in der zweiten Reihe – Obama aber auch

1. April 2009 – Kurze Begegnung im Buckingham-Palast: Am Abend vor dem G20-Gipfel in London zur Finanzkrise begegneten sich Queen und Kanzlerin erneut, aber nur zum kleinen Plausch, über den nichts überliefert ist. Die Queen (wieder in Rosa) setzte andere Höhepunkte – sie ermahnte den italienischen Premier Silvio Berlusconi, nicht so laut zu schreien. Und US-Präsident Barack Obama stellte Angela Merkel (weißes Sakko, schwarze Hose) seine Frau Michelle vor. Auf dem Foto mit der Königin stand Merkel in der zweiten Reihe – Obama aber auch.

Kurzer Plausch im Jahr 2009: Über den Inhalt des Gesprächs zwischen Merkel (l.) und der Queen ist allerdings nichts überliefert. © Quelle: picture alliance / empics

27. Februar 2014 – Zweiter Empfang im Buckingham-Palast: Handshake (aber erst nach Hofknicks und sachter Verbeugung) sowie Teatime – die Kanzlerin oben königsblau, unten schwarz, die Queen ganz in Weiß. Merkel wird ohne Krücken gesichtet (an Weihnachten 2013 war sie beim Skilanglauf gestürzt). Es war ein kurzes, freundliches Gespräch nach dem historischen Redeauftritt Merkels vor beiden Häusern des britischen Parlaments. „Sie hatten heute einen ziemlich ausgefüllten Tag“, sagte die Queen. „Ja“, antwortete die Kanzlerin. Man mag sich. Überhaupt: Das Kingdom liebt Deutschland, Merkel wird in den britischen Medien „Queen of Europe“ genannt. Und die „Times“ kürte Angela Merkel am Jahresende zur „Person des Jahres 2014“.

2019 gibt es ohne Knicks gleich die Hand

24. Juni 2015 – Empfang im Kanzler(in)amt: Dreitägiger Deutschlandbesuch von Queen Elizabeth II. – 50 Jahre nachdem sie als Zeichen der Versöhnung erstmals nach Deutschland kam. Merkel wartet am roten Teppich (in pink-schwarzer Kombi), diesmal gibt es knicksfrei gleich die Hand – man ist Gastgeber der Queen und außerdem kennt man sich ja. Auf der Terrasse des Kanzleramts erklärt die Kanzlerin der Königin (in Weiß), wo die Mauer mal stand und dass sie in Ostdeutschland gelebt habe. „Yes“, sagt da die Königin nickend. Hinterher könnte das Gespräch auch über die immer EU-unwilligeren Briten gegangen sein. Noch ein Jahr minus einen Tag bis zum unseligen Referendum. Die Queen, damals 89, besucht am Ende zahlloser Programmpunkte das Konzentrationslager Bergen-Belsen, den Ort, an dem Anne Frank starb.

Diesmal ohne Knicks: 2015 sind sich die Queen (l.) und die Kanzlerin bereits vertrauter. © Quelle: picture alliance / dpa
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5. Juni 2019 – Begegnung in Portsmouth zum 75. Jahrestag der Landung in der Normandie: Die deutsche Kanzlerin wurde als Versöhnungszeichen zur Gedenkfeier an den D-Day als Gast der Queen nach Portsmouth eingeladen – Wladimir Putin nicht. Hier gab es einen „Handschlag des Friedens“ zwischen Merkel (blauschwarz) und Lillibet (pink).

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Die Kanzlerin sagte in ihrer Ansprache: „Dass ich als deutsche Bundeskanzlerin heute dabei sein kann, und dass wir heute gemeinsam für den Frieden und die Freiheit eintreten, das ist ein Geschenk der Geschichte, das es zu schützen und zu pflegen gilt.“ Und die Queen: „Die Kriegsgeneration – meine Generation – hält was aus, und ich bin hocherfreut, heute mit Ihnen in Portsmouth zu sein.“ Im Dezember beim Nato-Gipfel trifft Merkel (tiefrot) die Queen (grün) noch einmal bei einem Empfang im Buckingham Palace anlässlich des Nato-Gipfels in London. Man plauscht vertraut und innig, der Inhalt bleibt vertraulich.

RND/big

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