Vera Int-Veen: “Wir haben alles auf null gestellt”

  • Moderatorin Vera Int-Veen spricht im RND-Interview über die neue Staffel von “Schwiegertochter gesucht” (RTL), über die Corona-Zeit und ihre Pilgerpläne.
  • “Wir haben alles noch mal auf null gestellt”, verrät Int-Veen.
  • Die neuen Folgen seien sehr modern geworden und der Jetztzeit 2020 angepasst worden, so die Moderatorin.
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Köln. Nach 13 Jahren wandert “Schwiegertochter gesucht” in die Primetime, die Folgen sind länger und auch sonst hat sich einiges bei der neuen Staffel geändert …

Es bleibt aber nach wie vor “Schwiegertochter gesucht”. Man kriegt nicht plötzlich eine andere Sendung. Doch alle Dinge, die man kennt und erwartet, haben wir liebevoll verändert. Meine Rolle, die ich all die Jahre ausgefüllt habe, ist eine ganz andere geworden. Ich bin viel intensiver dabei. Wir haben ganz schöne Aktionen für die Junggesellen und ihre Frauen geplant, bei denen ich ein bisschen unterstütze und nachhelfe. Wir haben uns bei den Dreharbeiten sehr viel Zeit gelassen. Wenn man sich das Ergebnis anguckt, freut man sich. Man hat zwei Stunden schöne Unterhaltung mit fantastischen Bildern. Die Jungs und Mädels von der Technik haben so tolle Arbeit geleistet, dass wir es größer und schöner gemacht haben.

Zumindest Sie sind mit dem Ergebnis schon mal zufrieden …

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Ich schwärme richtig, weil es sehr schwierig ist, nach 13 Jahren was zu ändern. Wir hätten ja nie was ändern müssen, aber sind mal an ein paar Stellschrauben rangegangen. Bei unserem Team wurde ein Motor für den kreativen Prozess angeworfen. Bei uns lief es in den letzten zwölf Jahren immer fantastisch, die Quoten waren sensationell. Aber wir haben alles noch mal auf null gestellt, haben ein weißes Blatt genommen und haben auf jedem Ding noch mal rumgekaut. Wir haben ganz viele, neue Sachen ausprobiert. Das hat mir am meisten Spaß gemacht. Die neuen Folgen sind sehr modern geworden und der Jetztzeit 2020 angepasst worden.

Was mir vor allem aufgefallen ist: Die typischen Alliterationen wie der “liebevolle Lastwagenfahrer” sind komplett weg …

Ich finde es besser, wenn Leute sagen: “Ach schade, die Alliterationen sind weg!” Das ist mir lieber, als wenn die Zuschauer in drei Jahren sagen: “Na toll, jetzt biegt sie wieder um die Ecke und haut drei Alliterationen raus!” (lacht) Ich freue mich darauf, dass wir nach all den Jahren immer wieder anders sind, dass wir überraschend sind. Wir werden aber nicht aufhören, kreativ zu sein. Wenn die Staffel gesendet wurde, machen wir Kassensturz. Wir machen die Sendung ja für die Zuschauer. Wenn die sagen, dass sie das sehr vermissen, dann können wir nächstes Jahr ja wieder Alliterationen machen. (lacht)

Sie sind nicht nur die Moderatorin, sondern sollen auch in den Drehprozess stark mit eingebunden sein …

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Ich bin während des Drehs immer in der Nähe und werde abends von der Redaktion informiert, wie es mit den Paarungen vorangeht. In der Vergangenheit kam es durchaus schon vor, dass es in den ersten drei Tagen sehr gut lief, aber an Tag vier oder fünf brauchen sie Hilfe, dann fahre ich ja noch mal zu den Leuten hin. Es ist nicht so, dass ich mir eine lustige Bluse anziehe, kurz vor Drehbeginn aufschlage und sage: “Hier bin ich!” Ich bin ein ganzes Jahr bei den Dreharbeiten dabei. Das hat ganz viel mit Arbeit hinter der Kamera zu tun. Ich kenne mich ja auch mit den ganzen technischen Abläufen aus und sehe die ganzen Folgen in der Rohfassung.

Sie haben für die neuen Folgen unter anderem am Balaton in Ungarn gedreht. Sind Sie eigentlich vor den Corona-Maßnahmen mit dem Dreh fertig geworden?

Wir waren knapp vor Corona mit dem Dreh fertig. So gesehen haben wir noch richtig Glück gehabt. Das Gute ist, dass wir jetzt erst mal ausstrahlen. Nach dem Sommer stellen wir uns dann für die nächste Staffel auf, und die startet bei uns immer mit einer Kickoff-Sendung. Die ist relativ einfach, weil wir da erst mal nur die neuen Junggesellen porträtieren. Für die nächste Staffel wird uns die Zeit hoffentlich ein bisschen in die Karten spielen. Man kann zwar jetzt auch schon drehen, aber es ist natürlich durch Corona ein ganz anderer Aufwand. Wir gucken einfach, wie sich das Virus weltweit entwickelt und inwieweit es wieder einfacher wird zu drehen.

Apropos Corona, wie haben Sie die letzten Monate verbracht?

Meine Frau und ich waren während der Corona-Zeit sehr umtriebig und haben unter anderem ein Kochbuch geschrieben und die Gerichte fotografieren lassen. Das erscheint im September. Wir haben die Zeit, in der wir nicht klassisch reisen durften, sehr gut genutzt und andere Dinge intensiv vorangetrieben. Wir hatten nicht eine Minute Langeweile.

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Respekt. Ich habe mir während meiner Homeofficezeit einen Bart wachsen lassen und morgens oft nur die Jogginghose gewechselt …

Meine Frau und ich haben während der ganzen Corona-Zeit nicht einmal eine Jogginghose angehabt. Wir haben uns morgens zurecht gemacht und waren ab acht Uhr einsatzbereit. Wir haben das konsequent durchgezogen, weil wir gesagt haben, dass wir auch sonst viel arbeiten. In den letzten Tagen werde ich aber ein bisschen nachlässiger. Wir haben hier in Berlin so schönes Wetter und dann sitze ich auch schon mal im Badeanzug an unserem kleinen Pool, während ich ganz wichtige Telefonate führe. (lacht)

Was hat sich noch durch die Corona-Maßnahmen für Sie geändert?

Eigentlich wollten wir im April auf den Jakobsweg gehen. Wir hatten den Flug schon gebucht. Das ging jetzt durch Corona nicht. Für diesen Weg habe ich sieben Monate lang trainiert. Ich habe mir nur gesagt: “Ich bin jetzt fit wie ein Turnschuh!” Dann habe ich mir gedacht, dass ich weitertrainieren muss, damit ich so fit bleibe. Ich habe bisher immer fünf- bis sechsmal trainiert. Aber wenn es jetzt so warm ist, trainiere ich auch nur mal dreimal pro Woche.

Seit 1. Juli ist der Camino wieder geöffnet …

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Das Problem ist aber, dass man jetzt seine Pilgerroute vorher bestimmen muss. Wir wollten den Jakobsweg aber laufen und haben uns gesagt: “Was auf dem Weg passiert, passiert.” Wir wollten uns nicht festlegen und hatten auch nur den Hinflug gebucht. In den nächsten zwei, drei Monaten haben wir jetzt leider keine Zeit. Aber ich habe die stille Hoffnung, dass wir vielleicht im Spätherbst laufen können. Nächstes Jahr hat der Camino ein Jubiläum. Da laufen dann bestimmt drei Millionen Menschen. (lacht)

Wie haben Sie sich denn vorbereitet?

Ich habe zwei komplett kaputte Knie, deshalb muss ich das Gehen trainieren. Da sind keine Bänder und keine Knorpel mehr drin. Deswegen gehe ich manchmal so komisch wie ein Trampeltier. Jeder Arzt hat mir gesagt: “Du kannst das nicht machen! Diese Belastung machen deine Knie nicht mit!” Man hat ja auch noch einen Rucksack auf und will dann jeden Tag 25 Kilometer gehen. Aber wenn mir jemand sagt, dass das nicht geht, dann mache ich das erst recht. (lacht) Wenn die Ärzte mir da auch künstliche Knie reinzimmern wollen, ich kann das mit meinen alten Schrottknien noch sehr gut. Ich habe mit Drei-Kilometer-Strecken angefangen, ohne Gepäck und dachte, mir brechen die Knie durch. Jetzt laufe ich 17 bis 20 Kilometer am Tag, habe einen Rucksack auf und sage: “Prima!” Die Leute haben mich immer gefragt, ob ich abgenommen habe. Aber meine Waage sagt was anderes. Das muss diese Muskelmasse sein … (lacht)

Ab dem 14. Juli läuft die neue “Schwiegertochter gesucht”-Staffel mit Vera Int-Veen jeweils dienstags um 20.15 Uhr auf RTL.

“Staat, Sex, Amen”
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