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Uwe Ochsenknecht: „In meinem Leben habe ich alles Wichtige von Frauen gelernt“

  • Im Animationsfilms „Croods 2“ spielt Uwe Ochsenknecht einen Steinzeit-Rowdy, der sich von Frauen retten lassen muss.
  • Im Interview mit dem RND spricht der 65-Jährige über ein Leben ohne Stress, triebgesteuertes Verhalten und die Klugheit der Frauen.
  • „In meinem Leben habe ich alles Wichtige von Frauen gelernt, vor allem im Zwischenmenschlichen“, sagt Ochsenknecht.
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Uwe Ochsenknecht wurde berühmt, als er auf Wolfgang Petersens „Boot“ (1981) als Bootsmann Lamprecht anheuerte. Später fuhr er, bekleidet lediglich mit einer Leoparden-Unterhose, in Doris Dörries Erfolgskomödie „Männer“ (1985) einen Paternosteraufzug hoch und runter. Im Fernsehen ist der 65-Jährige in der Reihe „Die Drei von der Müllabfuhr“ zu sehen – und im Kino spricht er vom 8. Juli an in der Animationskomödie „Die Croods – Alles auf Anfang“. Ein Gespräch über die Evolution des männlichen Geschlechts, seine neu gewonnene Gelassenheit und die Frage, wann ein Mann ein Mann ist.

Herr Ochsenknecht, was war bloß mit den Männern in der Steinzeit los?

Worauf wollen Sie hinaus? Ach so, weil ich im Dreamworks-Animationsfilm „Croods 2“ wieder den Steinzeit-Sippenchef Grug spreche und der sich von Frauen retten lassen muss?

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Genau.

Ich bin mir gar nicht so sicher, dass sich da so viel geändert hat bis heute. In meinem Leben habe ich alles Wichtige von Frauen gelernt, vor allem im Zwischenmenschlichen. Von wegen das schwache Geschlecht: In den Situationen, wo es drauf ankommt, gerade im Psychologischen, haben Frauen wirklich was drauf.

Wie sieht das denn in der Praxis aus?

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Meine Frau warnt mich zum Beispiel davor, dass ich jemanden mit einem schnellen Spruch verletzen könnte. Und gerade noch rechtzeitig merke ich: Sie hat wieder mal recht!

Hat auch Hollywood endlich die Zeichen der Zeit erkannt und setzt verstärkt auf Frauen?

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Ich verstehe mich da gewissermaßen als Feminist: Noch immer verdient eine Frau mit demselben Job nicht so viel wie ein Mann. Wie kann das sein? Frauen müssen endlich nach vorn – deswegen muss ja niemand gleich Angst haben, dass sich Frauen in militante Emanzen verwandeln.

Welche Überlegungen gehen einem Synchronsprecher durch den Kopf in einer Szene, in der sich seine Figur mit einem anderen Typen bis zur Erschöpfung prügelt?

Erst mal bin ich froh, dass diese Szene in einem Animationsfilm vorkommt und ich nicht wirklich meine Knochen hinhalten musste. So etwas habe ich zuletzt mit zwölf gemacht. Aber man muss meinem Grug zu Gute halten, dass er in der Steinzeit lebt. Wenn ich heute aber sehe, wie sich Männer in Kriegen immer noch die Köpfe einschlagen, zweifele ich am Homo sapiens. Ich glaube sowieso, dass die Menschheit ein Montagsprodukt war.

Video
Uwe Ochsenknecht: „Ich kann mit dem Wort ,Opa‘ nichts anfangen“
4:49 min
Schauspieler Uwe Ochsenknecht ist im neuen „Die Drei von der Müllabfuhr“-Film zu sehen. Ein Interview über Mülltrennung und seinen aktuellen Enkelkindersegen.  © RND

Wie meinen Sie das denn?

Es handelt sich bei uns offenbar um ein Experiment der Evolution, das nicht richtig hingehauen hat. Es tut jedem gut, ein bisschen an sich selbst zu arbeiten. Dann könnte man darauf kommen, dass das, was man auf andere, wahlweise die Regierung oder auch das Wetter schiebt, vielleicht mit einem selbst zu tun hat.

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Denken Sie gerade an sich selbst?

Sowieso! Seit einiger Zeit vermeide ich es tunlichst, Situationen oder meinen Mitmenschen die Schuld an Dingen zu geben, die für mich nicht so laufen, wie sie sollten.

Verzeichnen Sie Erfolge?

Der Erfolg ist unter anderem, dass ich mich nicht mehr ärgere. Am Anfang ist mir das nicht leicht gefallen, muss ich zugeben. Aber wenn man erst mal Übung hat, merkt man, dass Ärger nichts ändert, sondern dass man nur viel Energie verballert.

Verraten Sie uns doch mal Ihren Trick.

Warum soll ich mich ärgern, wenn ich im Stau stehe? Ich kann nichts dafür, wenn ich deswegen zu spät komme und alle haben hinterher Verständnis. Mein Prinzip ist: Ich ärgere mich über nichts mehr, was ich nicht ändern kann. Und was ich ändern kann, das ändere ich. Kann ich nur jedem empfehlen.

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Sehen das inzwischen alle in Ihrer Umgebung so?

Manchmal bekomme ich zu hören: Jetzt mach mal nicht so auf locker. Ich mache nicht „auf locker“, ich bin locker! Wüteriche in meiner Umgebung halte ich gar nicht mehr aus, die sind mir zu anstrengend.

Noch sind nicht alle soweit: Ist es Ihnen peinlich, einem Geschlecht anzugehören, dass Vertreter wie Donald Trump hervorbringt?

Sagen wir so: Ich bin von meinem Geschlecht nicht sonderlich erbaut. Bei Männern gibt es so triebgesteuertes Verhalten – und ich rede jetzt nicht vom Sexualtrieb, den finde ich toll und wichtig. Aber Manche scheinen sich leiten zu lassen von Instinkten aus der Steinzeit.

Sie haben 1981 im Kriegsfilm „Das Boot“ den Bootsmann Lamprecht gespielt: Gab es damals Kritik, dass keine Frauen dabei waren?

Meines Wissens nicht. Aber auf einem U-Boot gab es ja auch keine Frauen. Klar, in der Serienfortsetzung waren Frauen dann auch im Spiel etwa mit Vicky Krieps als Résistance-Kämpferin zu Lande. Na bitte!

Sie haben 1985 in Doris Dörries „Männer“ gespielt: Warum schlug die Komödie über Geschlechterbeziehungen so ein?

Da müsste man Soziologen fragen. Vermutlich kam der Film genau zum richtigen Zeitpunkt. Damals wurde das herkömmliche Männerbild ernsthaft angekratzt. Herbert Grönemeyer sang „Wann ist ein Mann ein Mann?“. Und plötzlich suchten alle nach der Antwort. Außerdem war der Film vom Feinsten.

Nicolas Cage spricht in „Croods“ den Steinzeit-Sippenchef im US-Original. Er ist berühmt für knallharte Typen etwa in „Con Air“. Sehen Sie Gemeinsamkeiten?

Wenn in Deutschland solche Actionknaller gedreht worden wären, hätte ich da womöglich auch irgendwann mitgespielt.

Der von Ihnen genannte Sänger und Schauspieler Herbert Grönemeyer gehörte zur Filmbesatzung auf dem „Boot“: Wann ist denn nun ein Mann ein Mann?

Haben Sie zwei Stunden Zeit für meine Antwort? Nur ein Satz: Egal welches Geschlecht – wichtig ist, dass man Mensch bleibt.

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