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Uni errechnet CO₂-Fußabdruck: André Schürrle und Felix von der Laden fliegen am meisten

  • Forscher der schwedischen Universität Lund haben ermittelt, welche Promis am meisten durch die Welt fliegen.
  • Das Ergebnis ist durchaus überraschend.
  • Denn auf der Liste mit vielen international erfolgreichen Prominenten finden sich auch einige Deutsche.
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Stockholm. Noch nie wurde so heftig über das Fliegen debattiert wie derzeit. Flugreisen gelten als Klimakiller – und wer besonders häufig mit dem Flugzeug statt etwa mit der Bahn unterwegs ist, trägt zur Schädigung der Umwelt bei.

Forscher der Universität Lund in Schweden wollten darum herausfinden, welcher Promi ganz besonders häufig mit dem Flugzeug unterwegs ist – und wer von ihnen den größten CO₂-Fußabdruck hat.

Das Ergebnis überrascht durchaus. Denn in der veröffentlichten Top-Ten-Liste mit vielen international erfolgreichen Prominenten befinden sich auch einige Deutsche, darunter Fußballer André Schürrle und Youtuber Felix von der Laden alias Dner. Auch ein dritter deutscher Name hat es auf die Liste geschafft, allerdings post mortem: Modedesigner Karl Lagerfeld. Die Zahlen wurden für das Jahr 2017 ermittelt.

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Social-Media-Accounts geben Aufschluss über Flugreisen

Erhoben wurde das Ergebnis von dem schwedischen Professor Stefan Gössling und seinem Team. Sie errechneten den CO₂-Abdruck der Promis anhand ihrer Social-Media-Accounts. Mithilfe der Postings analysierten sie, wie oft und wohin die Reisenden im Flugzeug unterwegs waren, und errechneten dann die Strecke und den CO₂-Ausstoß.

Allerdings geben die Forscher auch zu: Ganz korrekt ist die Liste nicht – denn vermutlich haben die Betroffenen nicht jede einzelne Flugreise auch auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlicht.

Interessant ist das Ergebnis dennoch: André Schürrle kommt nach den Berechnungen der Experten auf 18,3 Tonnen CO₂-Emissionen im gesamten Jahr 2017 und steht damit auf Platz neun des Rankings. Felix von der Laden schafft es sogar auf Platz acht mit 29,6 Tonnen CO₂.

„Ja, mein CO₂-Fußabdruck ist zu hoch“

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Der Youtuber hatte nie einen Hehl daraus gemacht, nicht das beste Vorbild für den Umweltschutz zu sein. In einem Video erklärte von der Laden Anfang des Jahres: „Ich bin Rennfahrer, ich mag auch schnelle Autos, ich reise viel, ich habe mit Sicherheit einen zu hohen CO₂-Fußabdruck.“ Bei der Studie wurden von der Ladens Autofahrten allerdings nicht eingerechnet, da sich die Erhebung nur auf die Flugreisen der Promis bezieht.

Der Youtuber versuche aber, seinen CO₂-Verbrauch zu reduzieren, wie er selbst sagt, zum Beispiel beim Radfahren in der Kölner Innenstadt. Für seine Reisen kaufe er zudem Klimazertifikate. „Aber ausreichen tut das natürlich alles nicht“, ist sich von der Laden bewusst. Die Proteste von Fridays for Future allerdings hält der Youtuber dennoch für angebracht. Im selben Video ist zu sehen, wie er eine Demo der Jugendlichen besucht.

Diese Promis verbrauchen am meisten CO₂

Deutlich mehr CO₂ als Felix von der Laden und André Schürrle verbrauchen aber sowieso andere. Unangefochten auf Platz eins der Liste der Forscher steht Microsoft-Gründer Bill Gates. Laut der Studie hat der Milliardär einen CO₂-Fußabdruck von mehr als 1600 Tonnen. Im Jahr 2017 stieg Gates demnach 59-mal in einen Flieger und flog dabei rund 343.000 Kilometer – meistens in seinem Privatjet.

Auf Platz zwei der Liste steht Paris Hilton. Laut der Studie flog sie insgesamt 275.000 Kilometer. Ihre Privatflugzeuge stießen dabei 1260 Tonnen CO₂ aus.

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Jennifer Lopez flog 224.000 Kilometer, Oprah Winfrey 134.000 und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg immerhin 105.000. Weitere Namen auf der Liste: US-Businessfrau Meg Whitman (379 Tonnen CO₂) und „Harry Potter“-Star Emma Watson (15 Tonnen CO₂).

Vor allem die Reichen fliegen viel

Tatsächlich sind es vor allem die reichen Menschen, die durch ihren Konsum zum Klimawandel beitragen. Das geht auch aus dem Bericht „Extreme Carbon Inequality“ der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor, welche die Verantwortung für Emissionen mit sozialer Ungleichheit verknüpft.

Inspiriert wurden die Forscher um Stefan Gössling bei ihrer Erhebung von der Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die 16-Jährige lehnt das Fliegen gänzlich ab – ihre Reise in die USA absolvierte sie kürzlich auf einer Segeljacht.

„Immer mehr Menschen beginnen, ihren Konsum wegen des Klimawandels infrage zu stellen“, weiß Gössling. „Beim Fliegen stellt sich inzwischen eine Art ‚Flugscham‘ ein. In gewissen Kreisen zählt das Fliegen bereits zu einer destruktiven menschlichen Aktivität. Das ist eine enorme Verschiebung vom produktionsorientierten Ansatz hin zum Klimaschutz“, so der Forscher.

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