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  • Tödlicher Schuss am Filmset von „Rust“: Was ist über den Film bekannt?

Zum tödlichem Schuss am Filmset: Das ist über „Rust“ bekannt

  • Mit der Independentproduktion „Rust“ wollte sich Alec Baldwin einem schwermütigen Rachedrama widmen.
  • Doch nach etwa der Hälfte der Drehzeit wurde die Kamerafrau Halyna Hutchins am Set tödlich durch einen Schuss verletzt.
  • Das ist über den unfertigen Film bekannt.
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Seitdem am vergangenen Freitag die Kamerafrau Halyna Hutchins am Filmset von „Rust“ ums Leben kam, wurde viel über diverse Details des Filmteams, über Rollen und Verantwortung – gerade im Bezug auf die Handhabung der Requisitenwaffen – gesprochen. Doch über den Film „Rust“ selbst fast gar nicht. Um was für eine Produktion handelt es sich da eigentlich genau – und wie ist die Handlung?

Vor Donnerstag, 21. Oktober, war „Rust“ eigentlich nur für Branchenkenner ein Begriff. Dass Alec Baldwin diesen Film produzierte, dass er mit seiner eigenen Produktionsfirma daran beteiligt war, dass sich die Dreharbeiten etwas verschoben haben – all das war höchstens den Hollywood orientierten Branchenblättern ein Begriff – oder der örtlichen „Santa Fe New Mexican“. Baldwin war der Name, der die Independentproduktion adelte. Finanziert wurde sie zum Teil von Streamline Global, einem Filminvestor, ebenso wie die Firma Bond mit Media Capital. Das „Wall Street Journal“ und das Branchenmagazin „Deadline“ berichten von einem Budget von etwa 7 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Der neuste James Bond „No Time do die” hatte ein Budget von 200 Millionen Dollar – es handelt sich also um eine Low-Budget-Produktion.

Baldwin spielt einen legendären Banditen

In dem Western „Rust“ geht es um einen 13-Jährigen, der für sich und seinen jüngeren Bruder sorgen muss, nachdem seine Eltern im Kansas der 1880er Jahre ums Leben kommen, wie aus einem Eintrag in der Internet Movie Database hervorgeht. Baldwin spielt den Großvater des Jungen und einen legendären Banditen, der aus seinem Leben im Untergrund wieder auftaucht, um eben jenen Enkel vor dem Galgen zu retten.

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Eigentlich hätte der Dreh außerhalb von Santa Fe noch bis in den November dauern sollen. Die Crew begann am 6. Oktober auf der Bonanza Creek Ranch, die zum Beispiel auch für das Westerndrama „Neues aus der Welt“ mit Tom Hanks in der Hauptrolle als Kulisse genutzt wurde.

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Baldwin und Souza entwickelten Idee für „Rust“ gemeinsam

Zum Zeitpunkt des Vorfall soll laut „Deadline“ etwa die Hälfte des Materials gedreht worden sein. Das Drehbuch stammt von Regisseur Joel Souza, der durch den Schuss am Set an der Schulter verletzt wurde. In einem Interview mit dem „Hollywood Reporter“ gibt Baldwin an, gemeinsam mit Souza die Idee für „Rust“ entwickelt zu haben. Der Schauspieler und Produzent vergleicht den Film mit „Erbarmungslos“ und bezeichnet ihn als Rachedrama. „Wir haben noch nicht gedreht. Aber in meinem Kopf sieht der Film schon großartig aus“, sagte Baldwin im Juni 2020.

Baldwin mag vielleicht der bekannteste Schauspieler des Ensemble sein – doch auch hinter den anderen Namen im Ensemble verstecken sich nicht nur Unbekannte. Jensen Ackles ist aus dem Evergreen „Supernatural“ bekannt. Travis Fimmel aus dem Streamingerfolg „Vikings“ und „Raised by Wolfes“.

Mangelnde Sicherheit am Set von „Rust“?

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Über die Stimmung am Set werden nach dem Vorfall immer mehr Details bekannt. Zwar geben Regisseur Joel Souza und ein Kameramann laut einem Polizeibericht bei ihrer Befragung beide an, dass die Stimmung am Donnerstag, 21. Oktober, nicht auffällig gewesen sei. Doch sprechen ebenfalls beide darüber, dass kurz zuvor ein Teil der Crew wegen der Zustände am Set gekündigt hätte. Laut des Kameramanns ging es dabei um die Unterbringung und Versorgung. Sie sollen durch Arbeitskräfte ersetzt worden sein, die nicht der IATSE-Gewerkschaft angehören. Ein Crewmitglied berichtete nach dem Vorfall auf einer privaten Facebook-Seite von nicht gezahlten Gehältern, mangelnden Covid-Sicherheitsmaßnahmen sowie mangelnder Sicherheit beim Waffengebrauch – schon dreimal soll eine Requisitenwaffe vor dem Vorfall fehlgezündet sein.

Der Schauspieler Ian Hudson, der ebenfalls einen Banditen im Film spielt, sagt dem Portal „TMZ“, dass er bei einer Schießereiszene Angst um sein Leben bekommen habe. Denn echte Waffen seien mit Platzpatronen direkt auf ihn abgefeuert worden. Er habe sich nicht beschweren wollen, weil er neu im Geschäft gewesen sei. Doch er und Schauspielkollegen und -kolleginnen hätten sich nach dieser Szene, die Anfang Oktober gedreht worden sein soll, über den Tod von Brandon Lee unterhalten. Der Sohn von Bruce Lee wurde bei einem Dreh tödlich von einer Pistole getroffen. Die erfahrenen Schauspieler hätten die Waffen, die sie von der Waffenmeisterin erhalten hätten, selbst noch einmal überprüft, auch wenn sie als „cold gun“, also nicht scharfe Waffe, bezeichnet worden sei.

Laut Souza im Polizeiprotokoll hätten drei Personen Waffen am Set gehandhabt: Die Waffenmeisterin, der Regieassistent und schlussendlich die Schauspielerinnen und Schauspieler, die die Waffen in der Szene nutzten – in diesem Fall Alec Baldwin. Die Dreharbeiten wurden nach dem Vorfall auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

RND/goe

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