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Tim Oliver Schultz: “Meine Fantasie muss man ein bisschen ausbremsen”

  • Im neuen Netflix-Film “Freaks” spielt Tim Oliver Schultz einen Superhelden, der auf die dunkle Seite der Macht wechselt.
  • Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht der Schauspieler über Fehlkäufe, seine Großeltern und seine Bewerbung als “Tatort”-Kommissar.
  • “Ich würde gern einen verdeckten Ermittler spielen, der die Fälle undercover lösen muss”, sagt Schultz.
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Seit 20 Jahren steht Schauspieler Tim Oliver Schultz schon vor der Kamera. Doch eine Rolle im “Tatort” war dem 32-Jährigen bisher noch nicht vergönnt. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht Schultz über Fehlkäufe, seine Großeltern und seine Hauptrolle im Netflix-Superheldenfilm “Freaks”.

Im neuen Netflix-Film “Freaks – Du bist eine von uns” spielen Sie einen Superhelden namens Elmar. Wie haben Sie gefeiert, als Sie wussten, dass Sie die Rolle bekommen?

Als ich gehört habe, dass ich Elektroman spiele, bin ich ausgeflippt. Ich habe mir eine Flasche Champagner aufgemacht und sofort angefangen, mir ein Kostüm zu überlegen. Ich war sogar kurz davor, selbst ein Kostüm zu basteln. In der Vorbereitungszeit bin ich unter anderem auf Bilder aus “Der elektrische Reiter” mit Robert Redford gestoßen und habe intensiv überlegt, wie ich Glühbirnen auf mein Outfit daraufkriege. Oder LED-Ketten, einen leuchtenden Blitz oder etwas ähnliches. Da meiner Figur sein Kostüm ja sehr wichtig ist, habe ich mich da als Tim total in die Rolle Elmar hineingesteigert und mich bei der Vorstellung begeistert, wie ich dann so da stehe und plötzlich gehen die ganzen Lichter an! Der Kostümbildner und der Regisseur haben mich und meine Fantasie dann ausgebremst. (lacht) Das Kostüm, was ich dann hatte, war natürlich viel cooler als alles, was ich mir in meinem komischen Elmar-Kopf ausgedacht habe.

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Im Film bestellt sich Elmar sein Superheldenkostüm im Internet, was total nach hinten losgeht. Welcher Gegenstand, den Sie mal online bestellt haben, war der größte Fehlkauf?

Ich bin eher Fan von Einzelhandelsläden. Ich gehe da gern rein und lasse mich beraten, auch wenn ich schon weiß, was ich kaufe. Ich komme einfach gern ins Gespräch mit VerkäuferInnen und frage auch KellnerInnen sehr oft nach deren Meinung. Deshalb hasse ich es auch Sachen im Internet zu bestellen, weil ich mich nicht mit den VerkäuferInnen unterhalten kann.

Aber was haben Sie denn dann in den letzten Monaten gemacht, als der Lockdown war?

Okay. Da habe ich tatsächlich einiges bestellt. Aber vor allem Gartenutensilien und Zäune. Ich habe ein Gartengrundstück in Brandenburg, wo ich in der Quarantänezeit war. Das letzte halbe Jahr habe ich im Garten verbracht und habe mir da die Sachen hinbestellt. Aber das waren keine Fehlkäufe, die waren alle okay.

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Was haben Sie im Garten denn die ganze Zeit gemacht?

Da habe ich gebaut und gebastelt, geschleppt und getragen, gebacken und gekocht. Außerdem habe ich mich in der Sonne auf den Winnetou-Film vorbereitet, den ich gerade in Andalusien drehe. Und ich habe körperlich ein bisschen zugelegt.

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Corona-Kilos oder Muskelmasse?

Beides. Ich habe mir einen Personal Trainer geleistet, der meinte: Das Wichtigste neben dem Sport ist essen, essen, essen. Deshalb habe ich viel gegessen und viel Sport gemacht. Man könnte auch irgendwelche komischen Pulver nehmen, aber wenn man so viel Sport macht, jeden Tag am Schwitzen ist und sich anderthalb Stunden auspowert, muss man sehr viel essen, um überhaupt zuzunehmen. Ich habe zwar nur zwei, drei Kilo zugenommen, aber wenn ich mich nicht bewegt hätte, hätte ich bestimmt locker zehn oder 15 Kilo zugenommen.

Tim Oliver Schultz: “Ich würde gern einen verdeckten Ermittler spielen”

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In “Freaks” standen Sie mit Cornelia Gröschel, Wotan Wilke Möhring und Nina Kunzendorf vor der Kamera. Alle drei sind oder waren “Tatort”-Kommissare. Wäre das eigentlich auch eine Rolle für Sie?

Wenn Sie da irgendwelche Kontakte in dieser Richtung haben, aktivieren Sie die bitte. An meiner Gage würde ich Sie ordentlich teilhaben lassen. (lacht) Meine Großeltern haben immer gefragt, wie es bei mir mit der Schauspielerei läuft und ob ich schon mal im “Tatort” mitgespielt hätte. Dann musste ich immer verneinen, und dann kam von denen nur ein “Ah, alles klar”. Die haben mich mit meinem Beruf lange nicht ernst genommen, weil ich noch nie beim “Tatort” mitgemacht habe. Deshalb erwähne ich bei jedem, der beim “Tatort” mitmacht, immer ganz beiläufig: “‘Tatort’ wäre schon ganz gut. Da würde ich auch mal mitmachen.” Damit mich meine Großeltern endlich mal ernst nehmen. (lacht)

Welche Rolle würde Sie denn eher reizen: Kommissar oder Mörder?

Ich würde gern einen verdeckten Ermittler spielen, der die Fälle undercover lösen muss. Ich drehe ja gerade mit Mehmet Kurtulus einen Indianerfilm, und der hat den ersten Undercoverkommissar im “Tatort” gespielt. Wird langsam Zeit für einen Nachfolger. (lacht)

“Deine Ziellosigkeit ist unerträglich” ist ein Satz, den Ihr Filmvater in “Freaks” zu Ihnen sagt. Was hat Ihnen Ihr Vater als Ratschlag mitgegeben?

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Mein Vater ist Lungenarzt, und der hat immer schon gewollt, dass ich etwas mache und nicht einfach nur die Schule abbreche und Schauspieler werde. Er hat mir einen gewissen Ehrgeiz mitgegeben. Dass ich zwischen den Jobs nicht auf irgendwas warte, sondern studiere.

Was gefällt Ihnen denn ganz besonders an der Schauspielerei?

Es ist eine gewisse Narrenfreiheit, die man hat. Man schlüpft in eine andere Rolle und übernimmt das Denkmuster. Wie Elektroman, der die Welt vor dem Untergang retten will. Das ist ein Gedankengang, mit dem sich noch nicht so viele Menschen beschäftigt haben. Es gehört zu meinem Beruf, solche Gedanken zuzulassen. Oder mir wie beim “Club der roten Bänder” vorzustellen, dass ich sterbe. Was macht das mit mir? Solche Situationen muss ich im Kopf zulassen. Das macht natürlich etwas mit einem und öffnet den Blick dafür, außerhalb seiner eigenen Lebenswelt zu denken.

Letzte Frage: Welche Superkraft hätten Sie denn gern?

Wenn man sich etwas länger mit dieser Frage beschäftigt, wird jeder darauf kommen, dass es die Elektrokraft ist. Man hat unglaublich viele Gadgets, die man sich zusätzlich aneignen kann. Mit einem Hoverboard fliegen oder man kann einfach alle elektrischen Dinge kontrollieren. Mit einer einfachen Wasserspritzpistole kann man unfassbaren Schaden anrichten, indem man neben dem Wasser auch einen Blitz weiterleitet. Deshalb ist die Elektrokraft die einzig sinnvolle Superkraft, die sich jeder Mensch aussuchen würde, wenn er sich damit beschäftigt. (lacht)

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